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AutotestBYD zielt mit zwei Seal-Modellen auf die Konkurrenz

Kleckern? Nein, klotzen: Mit der Limousine Seal und dem SUV Seal U nimmt der chinesische Newcomer BYD die etablierte Elektro-Konkurrenz in die Zange und könnte bald sogar ein paar Zweifler abholen.

Von Thomas Geiger, dpa Aktualisiert: 21.02.2024, 00:49
Made in China: Marken wie BYD wollen mit Autos wie dem Seal auch auf europäischen Boden Käufer finden.
Made in China: Marken wie BYD wollen mit Autos wie dem Seal auch auf europäischen Boden Käufer finden. BYD/dpa-tmn

Berlin - Sie sind der größte Elektroautohersteller der Welt und fahren auch bei der Eroberung des europäischen Marktes einen entsprechend aggressiven Kurs. Deshalb vergeht kaum ein Quartal, in dem BYD kein neues Modell lanciert. Jetzt holen die Chinesen zum Doppelschlag aus.

Nachdem sie im Spätherbst gegen Konkurrenten wie das Tesla Model 3 oder den VW ID.7 die schmucke Limousine Seal positioniert haben, kommt in diesen Tagen als praktischer SUV-Bruder der Seal U in den Handel und will Autos wie dem Model Y oder dem ID.4 ans Leder.

Die Preise dafür haben die Chinesen nach dem Ende der E-Auto-Förderung noch mal nach unten korrigiert: Der Seal startet deshalb nun bei 44.990 und der Seal U kostet mindestens 41.990 Euro.

Schnörkelloses Design für wenig Windwiderstand

Beide Autos folgen dem schnörkellosen, strömungsgünstigen Design, das der ehemalige Audi-Stylist Wolfgang Egger für die Chinesen entworfen hat und es als besonders windschnittig und deshalb gut für die Reichweite rühmt.

Dazu gibt es ein Innenleben mit edlen Materialien bis hin zum Kristallglas-Imitat auf dem, was früher mal der Schalthebel war. Auch gibt es ein China-typisches verspieltes Infotainment mit drehbarem XXL-Tablet, Selfie-Kamera und Karaoke-App.

Fahrer sind dabei sofort in ihrem Element: Klar ist es ein bisschen mühsam, dass selbst die Verstellung von Spiegel oder Lenkrad immer erstmal über den Touchscreen führt.

Doch sobald mal alles passt, fühlt man sich ausgesprochen wohl: Es gibt reichlich Platz in der ersten wie der zweiten Reihe. Die Sitzposition ist trotz der Akkus im Boden tiefer und damit natürlicher als bei den meisten anderen E-Autos.

Und die Materialauswahl ist mindestens so vornehm wie im BMW i4. Das Model 3 von Tesla wirkt dagegen vergleichsweise spartanisch und auch der neue VW ID.7 kommt da nicht mit.

Zwei Brüder auf unterschiedlichen Plattformen

Der 4,80 Meter lange Seal wurde allein als Elektroauto entwickelt und steht deshalb auf einer so genannten flachen Skateboard-Plattform mit 2,92 Metern Radstand. Und er bietet auch innen etwas mehr Platz und verfügt auch unter der vorderen Haube über einen Kofferraum (Frunk).

Dagegen nutzt der Seal U eine Architektur aus der Verbrenner-Welt. Obwohl er ebenfalls knapp 4,80 Meter lang ist und seine Achsen immerhin 2,77 Meter auseinander stehen, bietet er deshalb zumindest den Hinterbänklern etwas weniger Kniefreiheit.

Dafür gibt’s mehr Luft um den Kopf, und das Gepäckabteil ist von stattlicher Größe. Wo der Seal nur 400 Liter schluckt, fasst es beim Seal U 552 bis 1440 Liter. Da kann man auch den fehlenden Frunk verschmerzen.

Fahrerauto und Familienkutsche

Der Seal U ist etwas weniger verbindlich abgestimmt und nicht ganz so eng mit der Straße verbunden. Daher ist er spürbar entspannter zu fahren als der Flachbau und gibt die komfortable Familienkutsche. Darin ist Ankommen wichtiger als unterwegs zu sein.

Der Seal als sportlicher Stromer, der Seal U als ruhiger Reisewagen - diesen Unterschied weist auch das Datenblatt aus. Denn für die Limousine haben die Chinesen schon im Basismodell einen 230 kW/313 PS starken Motor im Heck montiert. Und im Topmodell kommen an der Vorderachse noch einmal 160 kW/218 PS dazu.

Mit einer Systemleistung von dann 390 kW/530 PS gelingt der Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,8 Sekunden. Nur bei der Höchstgeschwindigkeit sind die Chinesen konservativ und limitieren sie bei 180 km/h.

Der Seal U dagegen kommt zunächst nur mit einer Motorvariante mit dagegen fast bescheidenen 160 kW/218 PS. Der Sprint dauert deshalb bestenfalls 9,3 Sekunden und Schluss ist bei 175 km/h.

Mit der Blade-Batterie im Boden

Die Energie dazu liefern die so genannten Blade-Batterien, mit denen BYD die Konkurrenz ausstechen will. Sie sollen weniger wiegen als übliche Zellen, flacher und sicherer sein und sollen zudem mehr zur Steifigkeit des Autos beitragen. In der Limousine hat der Akku eine Kapazität von rund 83 kWh und soll für bis zu 570 Normkilometer reichen.

Für das SUV bietet BYD wahlweise 72 oder 87 kWh an und stellt 420 oder 500 Kilometer in Aussicht. Geladen wird dabei allerdings weniger schnell als bei der Konkurrenz: An der Wallbox fließen maximal 11 und an der Gleichstromsäule je nach Konfiguration bis zu 150 kW.

Aber beim E-Antrieb soll es nicht bleiben: Zwar ist BYD bei uns bislang als reine Akkumarke aufgetreten. Doch weil die elektrische Euphorie in Europa gerade merklich abkühlt, machen die Chinesen aus der Not der älteren Plattform eine Tugend und bieten den Seal U demnächst wie daheim in China auch als Plug-in-Hybrid an - und strecken so die Reichweite nahe ans Vierstellige.

Fazit: Attraktive Alternative

Schon mit Autos wie dem Dolphin haben die Chinesen viel Aufmerksamkeit erregt. Aber mit Seal und Seal U zielen sie jetzt auf den Kern des europäischen E-Marktes und bieten eine attraktive Alternative etwa zu amerikanischen Bestsellern oder Herausforderern aus Wolfsburg.

Egal ob Limousine oder SUV - beide sehen sie gefällig aus, sind innen auf der Höhe der Zeit, fahren souverän und sind konkurrenzfähig bepreist. Und dass es statt zukunftsweisender E-Antrieb bald auch einen Plug-In-Hybrid als Brückentechnologie gibt, könnte die Entscheidung für viele noch leichter machen.

Datenblatt: BYD Seal Excellence AWD | BYD Seal U Design

Motor und Antrieb:
Zwei E-Motoren | E-Motor
Max. Leistung:
390 kW/530 PS | 160 kW/218 PS
Max. Drehmoment:
670 Nm | 330 Nm
Antrieb:
Allradantrieb | Frontantrieb
Getriebe:
1-Gang-Automatik

Maße und Gewichte
Länge:4800 mm | 4785 mm
Breite:1875 mm | 1890 mm
Höhe:1460 mm | 1668 mm
Radstand:2920 mm | 2765 mm
Leergewicht:2185 kg | 2147 kg
Zuladung:k.A. kg | 410 kg
Kofferraumvolumen:400+53 Liter | 552-1440 Liter

Maße und Gewichte
Länge:
4800 mm | 4785 mm
Breite:
1875 mm | 1890 mm
Höhe:
1460 mm | 1668 mm
Radstand:
2920 mm | 2765 mm
Leergewicht:
2185 kg | 2147 kg
Zuladung:
k.A. kg | 410 kg
Kofferraumvolumen:
400+53 Liter | 552-1440 Liter

Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit:180 km/h | 175 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h:3,8 s | 9,6 s
Durchschnittsverbrauch:18,2 kWh/100 km | 20,5 kWh/100 km
Reichweite:520 km | 500 km
Ladeleistung AC/DC 11 kW/150 kW | 11 kW/140 kW
Batteriekapazität82,5 kWh | 87 kWh
Energieeffizienzklasse:A+

Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit:
180 km/h | 175 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h:
3,8 s | 9,6 s
Durchschnittsverbrauch:
18,2 kWh/100 km | 20,5 kWh/100 km
Reichweite:
520 km | 500 km
Ladeleistung AC/DC
11 kW/150 kW | 11 kW/140 kW
Batteriekapazität
82,5 kWh | 87 kWh
Energieeffizienzklasse:
A+

Kosten:
Basispreis des BYD Seal | Basispreis des BYD Seal U 44.990 Euro | 41.990 Euro
Grundpreis des BYD Seal Excellence AWD | Grundpreis des BYD Seal U Design:50.990 Euro | 44.990 Euro
Typklassen:k.A.
Kfz-Steuer:0 Euro/Jahr

Kosten:
Basispreis des BYD Seal | Basispreis des BYD Seal U
44.990 Euro | 41.990 Euro
Grundpreis des BYD Seal Excellence AWD | Grundpreis des BYD Seal U Design:
50.990 Euro | 44.990 Euro
Typklassen:
k.A.
Kfz-Steuer:
0 Euro/Jahr

Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit:Sieben Airbags, adaptiver Tempomat, LED-Scheinwerfer, Spurführungshilfe
Komfort:Klimaautomatik, drehbarer Navigationsmonitor, Zentralverriegelung | Klimaautomatik, 360 Grad-Kamera, drehbarer Navigationsmonitor, Zentralverriegelung.

Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit:
Sieben Airbags, adaptiver Tempomat, LED-Scheinwerfer, Spurführungshilfe
Komfort:
Klimaautomatik, drehbarer Navigationsmonitor, Zentralverriegelung | Klimaautomatik, 360 Grad-Kamera, drehbarer Navigationsmonitor, Zentralverriegelung.