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Denkmal Weltkulturerbe-Bergwerk im Harz ist älter als gedacht

Dass das Weltkulturerbe Bergwerk Rammelsberg im Harz ziemlich alt ist, ist bekannt. Doch erst jetzt erkennen Wissenschaftler, wie alt es wirklich sein könnte.

Von dpa 03.06.2021, 16:18
Blick auf das UNESCO-Weltkulturerbe Besucherbergwerk Rammelsberg.
Blick auf das UNESCO-Weltkulturerbe Besucherbergwerk Rammelsberg. Swen Pförtner/dpa

Goslar - Ein Zufallsfund bringt den Durchbruch: Bergbau im Erzbergwerk und heutigen Weltkulturerbe Rammelsberg im Harz hat es neuen Forschungsergebnissen zufolge schon etwa 300 Jahre früher als vermutet gegeben.

In einem als abgeschlossen geltenden, tatsächlich aber zugänglichen Schacht sei ein Lederstück gefunden worden, teilten die Stiftung Unesco-Welterbe im Harz und das niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege am Donnerstag in Goslar mit. Dank des Fundes habe der Abschnitt ins 9. bis 10. Jahrhundert datiert werden können - es handele sich um den ältesten heute noch zugänglichen Stollen eines mittelalterlichen Bergwerks in Deutschland und eine „montanhistorische Sensation“. Das Bergwerk am Nordrand des Harzes ist seit 1992 als Weltkulturerbe eingestuft.

Bislang galt der Rathstiefste Stollen, ein Entwässerungsstollen des Bergwerks, als einer der ältesten sogenannten Wasserlösungsstollen in Europa. Anhand schriftlicher Quellen konnte er ins 13. Jahrhundert datiert werden, dürfte aber angesichts des Fundes ebenfalls deutlich älter sein, urteilten die Forscher.

„Es raubt einem den Atem“, sagte Katharina Malek von der Arbeitsstelle Montanarchäologie des Landesamts. Kurz vor Abschluss eines Forschungsprojekts sei der Schacht entdeckt worden: „Wir wurden nervös, weil der Streckenlauf unmittelbar deutlich machte, dass es sich um einen wirklich alten Bereich handeln musste, den überdies seit Jahrhunderten niemand betreten hatte“, sagte sie. „Es ist ein unglaublich tolles Gefühl.“

Das Forschungsprojekt „Altbergbau 3D“ lief seit März 2018. Unklar sei noch, um was es sich bei dem Lederstück handele, sagte Malek. Die zusammengenähten Stücke seien in einem „sehr fragilen Zustand“.