Kraftvoll gemalte Sehnsucht

Anja Nürnbergs neue Bilder in Halle

Von Andreas Montag
Anja Nürnberg: „Gordes (Das Warten), 2021 (Ausschnitt) (Foto: Andreas Montag)

Halle (Saale)

- Diese Bilder sind ebenso eindrucksvoll wie unverwechselbar - auch wenn die Bilder sich, im übertragenen Sinne, gleichen: Am vergangenen Freitag wäre in der Kleinen Galerie des Halleschen Kunstvereins die Ausstellung „Connecting the dots - Punkte verbinden“ mit neuen Gemälden von Anja Nürnberg aus Halle eröffnet worden - wenn nicht Corona-Alarm herrschte. Aber die Schau ist bis zum 30. Mai angesetzt. Vielleicht wird man sie also doch noch sehen können. Einstweilen bleibt nur, durch die Fenster in den Ausstellungsraum zu spähen, um einen Eindruck von den überwiegend hochformatigen Arbeiten zu bekommen.

Groß genug sind sie, um auch so etwas von ihrer expressiven Kraft und starken Farbigkeit mitzuteilen. Und von den gegenständlichen Elementen, die sich jüngst auf die Leinwände „geschlichen“ haben. Das erstaunt, wenn man das Schaffen der 1982 in Magdeburg geborenen Künstlerin verfolgt hat, die gerade mit wahrer Besessenheit produziert. Die meisten der Bilder, die hoffentlich noch allen zugänglich sein werden, sind in diesem Jahr entstanden, andere 2019. Dazwischen liegt die Geburt eines Kindes.

Malerin Anja Nürnberg: „Es wird immer erzählerischer“

„Es wird immer erzählerischer“, sagt die Malerin. Allerdings werde sie, bei aller Lust am Experimentieren, wohl beim überwiegend Abstrakten bleiben. Hier drücken sich Anja Nürnbergs Temperament und Lebensfreude am besten aus, so diszipliniert sie freilich arbeitet. Waren viele ihrer Bilder früher meist „Ohne Titel“ benannt, tragen einige der neuen nun Ortsnamen. Sie rufen Erinnerungen an Reisen, etwa nach Frankreich, auf. Da spürt man große Sehnsucht. Und wieder gleichen sich die Bilder. (mz)

Hallescher Kunstverein, Kleine Galerie, Große Klausstraße 18, Halle