Konjunktur

Konjunktur Sachsen-Anhalt: Mittelstand gedeiht in Sachsen-Anhalt

Halle - Mittelstand sachsen-Anhalt profitiert vom guten Binnenmarkt

Von Steffen Höhne

Über dem Mittelstand in Sachsen-Anhalt scheint die Sonne - kaum ein Wölkchen ist zu sehen. Im Frühsommer 2017 bezeichneten 75,4 Prozent der kleineren und mittleren Unternehmen ihre Geschäftslage als „sehr gut“ oder „gut“ - nur 2,1 Prozent als ungenügend.

Die Geschäftslage liegt damit bei plus 73,3 Prozent (siehe Grafik). „Die positiven Einschätzungen lassen für 2017 ein dynamisches Wachstum erwarten“, sagte Martin Plath, Prokurist bei Creditreform Halle. Die Wirtschaftsauskunftei hatte zusammen mit dem Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) 480 Firmen im Land gefragt.

Als besonders gut schätzten Bauunternehmen (82,2 Prozent) und der Handel (75,5 Prozent) ihre Lage ein. In der Industrie waren immerhin noch 61 Prozent der Firmen zufrieden.

Die Konjunktur wird vor allem von zwei Faktoren angetrieben: Erstens von den niedrigen Zinsen, die vor allem zu einer verstärkten Bautätigkeit führen. Zweitens geht in Sachsen-Anhalt die Arbeitslosigkeit deutlich zurück. Dadurch sind viele Menschen bereit, mehr zu investieren und zu konsumieren.

Dass das Wirtschaftswachstum im Land in den vergangenen Jahren dennoch hinter dem Bundesdurchschnitt lag, liegt nach Einschätzung des ehemaligen IWH-Konjunkturchefs Udo Ludwig an einer „Spaltung der Wirtschaft“. Nach seinen Worten läuft es im Mittelstand, der vor allem von der Binnennachfrage profitiert, gut.

Die Großunternehmen etwa in der Chemie würden aber nicht mehr so stark wachsen. „Sie haben mitunter Schwierigkeiten, ihre Produkte auf den Weltmärkten abzusetzen“, sagte Ludwig,

IWK-Ökonom Martin Rosenfeld: Gutes Zeichen, wenn Industrie investiert

Der Leiter der IWH-Stadtökonomik, Martin Rosenfeld, hält es für ein gutes Zeichen, dass die Bereitschaft der Industrie zu investieren, zunimmt. Laut Rosenfeld spielt die Industrie für die künftige wirtschaftliche Entwicklung eine besonders wichtige Rolle, weil sie nicht auf lokale oder regionale Absatzmärkte angewiesen ist.

„Gerade in der Forschung und bei Innovationen gibt es hier Defizite“, so Rosenfeld. Noch immer würden die Potenziale in der Zusammenarbeit mit öffentlichen Forschungseinrichtungen nicht ausreichend genutzt. (mz)