Coca-Cola-Abfüllstation in Neustadt

Coca-Cola-Abfüllstation in Neustadt: Ein Schluck Halle für alle

Halle (Saale) - In jedem Nestea-Eistee steckt ein Stück Halle - das Gleiche gilt auch für das Sportgetränk Powerade. Denn Tausende Flaschen werden mit aufbereitetem Leitungswasser in der Saalestadt befüllt - bei Coca-Cola im Gewerbegebiet Neustadt. Gerade läuft die Produktion auf Hochtouren, denn es ist Sommer und die Menschen haben ...

Von Anne Schneemelcher 06.08.2015, 06:22

In jedem Nestea-Eistee steckt ein Stück Halle - das Gleiche gilt auch für das Sportgetränk Powerade. Denn Tausende Flaschen werden mit aufbereitetem Leitungswasser in der Saalestadt befüllt - bei Coca-Cola im Gewerbegebiet Neustadt. Gerade läuft die Produktion auf Hochtouren, denn es ist Sommer und die Menschen haben Durst.

Doch damit nicht genug: Im Jahr werden hier außerdem eine Milliarde Rohlinge für Einweg-Flaschen des Konzerns für den gesamten deutschen Markt hergestellt. Das bedeutet, dass so ziemlich jede Sprite-, Fanta- oder Coca-Cola-Flasche im Westen von Halle entstehe, sagt Betriebsleiter Uwe Blabusch.

Sicherheit hat Priorität

An seinem Bürogebäude ist ein Schild angebracht. „Kein Unfall seit 228 Tagen“. „Darauf sind wir sehr stolz“, sagt er. Für einen Rundgang durch die Produktionshallen zieht Blabusch ein signalfarbenes T-Shirt an. Auch eine lange Coca-Cola-rote Hose müsse sein. Sicherheit habe Priorität im Unternehmen. Das spiegelt sich auch auf dem Gelände wider. Besucher und Mitarbeiter dürfen sich nur auf einem gelb eingerahmtem Weg aufhalten. Das habe seinen Grund, so Blabusch. Neben einer Reihe von Gabelstaplern sind an einem Sommertag bis zu einhundert Laster auf dem Gelände unterwegs, darunter auch die „rote Flotte“.

In den Produktionshallen liegt ein süßlicher Geruch in der Luft. Doch bis zur Getränke-Abfüllung ist es noch ein weiter Weg. Ohne Ohr-Stöpsel und Haar-Netz kommt man nicht in die Nähe der Abfüll-Anlagen.

Zuerst werden aus einer Granulat-Mixtur „Preforms“ beziehungsweise Flaschen-Rohlinge hergestellt. Das geschieht in Maschinen, die sogar Namen haben - nämlich die der anderen Cola-Standorte, in denen die Flaschen später befüllt werden. Das Granulat, das zu Teilen aus recycelten Stoffen besteht, landet in „Fürstenfeldbruck“, benannt nach dem Standort in Bayern. 2,8 Millionen Flaschen-Rohlinge spucken die Maschinen täglich aus.

Rings um „Fürstenfeldbruck“ stapeln sich fertige Flaschen in riesigen weißen Säcken. Andere lagern in einem der 14 Flaschen-Silos, in die Millionen Stück passen.

Die Flaschen aus dem Silo landen in einer Schleudermaschine. Sie werden aufgerichtet und auf ein Fließband aufgefädelt. Dann geht es für den zukünftigen Durstlöscher ins Schaumbad. In einem Steriltunnel werden die Flaschen gesäubert und getrocknet. In Reih’ und Glied aufgefädelt geht es dann Richtung Abfüllung.

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Der süßliche Geruch wird stärker. Kein Wunder, pro Stunde landen 30 000 Liter Pfirsich-Eistee in 1,5- Liter-Flaschen - das sind 20 000 Stück pro Stunde. Marcel Sommer überwacht den Prozess in einem ruhigen, kühlen Raum. Der befindet sich direkt an der Füll-Maschine. Von hier hat Sommer den besten Blick auf die Produktion, die aus hygienischen Gründen abgeschirmt ist und vorwiegend hinter Glas stattfindet. Auf einem Computer-Bildschirm verfolgt Sommer, wie das Pfirsich-Gemisch in die Flaschen kommt.

286 Mitarbeiter am Standort Halle

Für Sommer begann der Job vor zwölf Jahren mit einer Ausbildung beim Unternehmen - die Produkte treffen immer noch seinen Geschmack, betont er. Der Lebensmitteltechniker ist einer von 286 Mitarbeitern. Darunter aktuell acht Azubis, sagt Betriebsleiter Blabusch stolz. Nachwuchssorgen habe er nicht, auch wenn es merklich weniger Bewerbungen in den letzten Jahren gegeben habe.

Auch Elisabeth Schillinger ist schon lange dabei. Genauer gesagt seit 1997. Sie verfolgt die Flaschen von Anfang bis Ende. Mängelexemplare sortiert die Linienbetreuerin vom Band. Seit 1997 macht sie das. Bis zum Jahr 2003 überwachte sie auch Coca-Cola, Sprite und andere Getränke. Doch dann wurde eine neue Anlage gebaut, die nur Getränke ohne Kohlensäure abfüllt - das Aus für die Halle-Cola.

Auf die Frage, was genau im Eistee aus Halle steckt, lacht Blabusch. Das Rezept ist geheim, wie auch bei der Coke. Doch das Etikett verrate eine ganze Menge. Das bekommt jede der abgefüllten Flaschen noch aufgeklebt. Dann geht’s ins Lager.