Umfrage

Große Mehrheit will Obergrenze für Amtszeit von Bundeskanzlern

Angela Merkel scheidet nach der Bundestagswahl im September nach 16 Jahren aus dem Amt.
Angela Merkel scheidet nach der Bundestagswahl im September nach 16 Jahren aus dem Amt. (Foto: Annegret Hilse/Reuters Pool/dpa)

Berlin - Eine klare Mehrheit der Deutschen ist dafür, die Amtszeit von Bundeskanzlern auf acht Jahre zu begrenzen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 61 Prozent dafür und nur 24 Prozent dagegen aus. 15 Prozent machten keine Angaben.

Ein Kanzler oder eine Kanzlerin kann in Deutschland unbegrenzt wiedergewählt werden. Angela Merkel scheidet nach der Bundestagswahl im September nach 16 Jahren aus dem Amt. Sie tritt nicht mehr als Kandidatin für das höchste Regierungsamt an. Auch Helmut Kohl war 16 Jahre Bundeskanzler. In den USA ist die Amtszeit eines Präsidenten dagegen auf zwei Mal vier Jahre begrenzt.

Unter den Anhängern der AfD ist der Wunsch nach einer begrenzten Amtszeit mit 80 Prozent besonders hoch, bei den Wählern der Union mit 48 Prozent besonders niedrig. Dazwischen liegen die Linken (74 Prozent), die FDP (70), die SPD (67) und die Grünen (59). Der Rest der Stimmen verteilte sich unter anderem auf Nichtwähler (56) und sonstige Parteipräferenzen (71).

Der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Michael Theurer hält eine Begrenzung der Amtszeit ebenfalls für sinnvoll. Es sei wichtig, um „Verkrustungen zu verhindern“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. (dpa)