Ab aufs Land

Ab aufs Land: Kommentar zur geforderten Ausweitung der Kulturförderung

Halle (Saale) - Christian Eger hält die Forderung der Linken für richtig, die institutionelle Kulturförderung in Sachsen-Anhalt auszuweiten.

12.01.2017, 12:39

Die Linke drängt auf eine Stärkung der institutionellen Kulturförderung im Land. Zu den zehn fest finanzierten Vereinen und Verbänden, zu denen etwa der Landesheimatbund und der Museumsverband gehören, sollen kurzfristig drei, später einige mehr hinzukommen. Damit folgt die Linke nicht der Devise der Regierung, die meint, dass der Förder-Zug voll sei. Dass eine neue Förderung nur möglich sei, wenn ein anderer aussteige.

Der Vorstoß der Linken ist richtig. Und er erfolgt zur richtigen Zeit: nämlich in einer Phase der kulturpolitischen Entspannung. Die Zeiten eines mutwilligen Spardiktates sind vorüber. Es lässt sich auch sachlich miteinander reden. In diesem Fall über eine Sicherung der Dachverbände, die die kulturelle Infrastruktur des Landes in seiner Breite befördern können.

Es wird von Halle und Magdeburg aus oft übersehen, dass Sachsen-Anhalt größer ist als man selbst. Und zwar: viel größer. Sachsen-Anhalt ist ein „Flächenland“. Der kulturelle Ernstfall ereignet sich im Mansfeld, im Harz oder in der Altmark. Dort zu helfen, ist wichtig. Von anderen Ostländern ließe sich einiges lernen. Sogar vom kulturell wenig verwöhnten Mecklenburg-Vorpommern. 
Den Autor erreichen Sie unter: christian.eger@mz-web.de