Ost-Traditionsmarken Ost-Traditionsmarken: domal und wittol unter einem Dach
Stadtilm/Wittenberg/dpa. - Die Hersteller der ostdeutschen Traditionsmarken domal und wittol fusionieren. Damit entstehe ein leistungsfähiger, mittelständischer Anbieter für Haushaltschemie, teilte die nordrhein-westfälische Kruse-Gruppe (Balve) am Dienstag als Gesellschafter mit. Das neue Unternehmen mit rund 140 Beschäftigten erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 45 Millionen Euro. Etwa ein Fünftel der Erlöse werden im Export erwirtschaftet. Zum gemeinsamen Sortiment gehören rund 160 Produkte und damit ein Mittel gegen so gut wie jeden Fleck.
Nach Angaben von Geschäftsführer Gerd Küfner bleiben alle Arbeitsplätze und die beiden Werke im thüringischen Stadtilm und in Wittenberg (Sachsen-Anhalt) erhalten. «Unser Ziel ist, beide Standorte weiter auszubauen», sagte er der dpa. 2003 werde ein Umsatzwachstum auf 50 Millionen Euro angepeilt. Mit Zuwachs rechnet Küfner vor allem bei Handelsmarken unter anderem für Drogerie-Ketten sowie im Export in die Schweiz, Österreich und verschiedene osteuropäische Länder. Das neue Unternehmen mit Hauptsitz in Stadtilm firmiert als domal-wittol Wasch- und Reinigungsmittel GmbH.
Die bisherige Thüringer domal GmbH ist vor allem auf flüssige Waschmittel spezialisiert. Der Umsatz des Unternehmens mit 86 Beschäftigten stieg 2002 um 20 Prozent auf 38 Millionen Euro. Die Wittol Chemie GmbH aus Sachsen-Anhalt mit 48 Beschäftigten setzte vorwiegend mit Bodenpflegemitteln und -reinigern («Oho», «3xW») acht Millionen Euro um. Beide Firmen, die seit einigen Jahren zur Kruse-Gruppe mit rund 250 Millionen Euro Jahresumsatz gehören, haben eine mehr als 100-jährige Tradition als Hersteller von Reinigungsmitteln.
Nachdem Teilbereiche wie Marketing und Beschaffung bereits seit 1999 für beide Firmen gemeinsam organisiert wurden, sei die Zusammenführung unter einem Dach folgerichtig, sagte Gesellschafter Rainer Kruse. Nach Angaben von Geschäftsführer Küfner haben die Ost-Markenartikler bereits vor einigen Jahren den Durchbruch auch in den alten Bundesländern geschafft. «Wir sind ganz klar ein nationaler Anbieter.» Neben dem Endverbrauchermarkt sei wittol auch Lieferant für Großabnehmer wie Gebäudereinigerfirmen.
Die Kruse-Gruppe hat nach eigenen Angaben an beiden Standorten bisher mehr als 20 Millionen Euro investiert. In Stadtilm waren im vergangenen Jahr neue Produktionsanlagen für acht Millionen Euro in Betrieb gegangen. In den kommenden Jahren seien weitere zehn Millionen Euro an Investitionen vorgesehen.