BildungMehr Schüler ohne Schulabschluss in Sachsen-Anhalt

Das Problem der vielen Jugendlichen ohne Schulabschluss begleitet Sachsen-Anhalt schon lange. Welchen Trend zeigen die neuesten Zahlen der Statistiker?

Von dpa Aktualisiert: 01.12.2022, 22:17
Stühle stehen in einem Klassenzimmer auf den Tischen.
Stühle stehen in einem Klassenzimmer auf den Tischen. Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Halle - In Sachsen-Anhalt standen zuletzt mehr Jugendliche nach dem Ende ihrer Schulzeit ohne Abschluss da. Im Schuljahr 2021/22 verließen 17 826 Schülerinnen und Schüler die allgemeinbildenden Schulen im Land, wie das Statistische Landesamt am Mittwoch in Halle mitteilte. 11,6 Prozent von ihnen erreichten nicht einmal den Hauptschulabschluss. Im Vorjahr hatte der Anteil noch bei 9,7 Prozent gelegen. 1200 Schulabgänger verließen die Schule den Angaben zufolge mit einem Abgangszeugnis und damit ohne Abschluss, 558 schlossen die Schule für Lernbehinderte ab, 312 die Schule für Geistigbehinderte.

Der Linken-Bildungspolitiker Thomas Lippmann erklärte: „Allein 2070 Jugendliche müssen nun versuchen, ihren Weg ins Leben und den Beruf ohne Schulabschluss und damit ohne ausreichende schulische Qualifikation zu suchen.“ Es verfestige sich der letzte Platz, den Sachsen-Anhalt im bundesweiten Vergleich der Schulabschlüsse schon seit Jahren einnehme. Es werde dringend nach Fachkräften gesucht, ohne die erforderlichen Kompetenzen bei den Bewerbern blieben viele Lehrstellen unbesetzt, erklärte Lippmann.

Insgesamt verließen den Statistikern zufolge 3,8 Prozent mehr junge Menschen die Schulen als im Schuljahr 2020/21. Fast die Hälfte (8883) hatte demnach einen mittleren Abschluss in der Tasche, also einen einfachen oder erweiterten Realschulabschluss beziehungsweise den schulischen Teil der Fachhochschulreife. 4983 Schulabgängerinnen und Schulabgänger hatten den Angaben zufolge das Abitur geschafft, 1890 den Hauptschulabschluss.