Kein Direktmandat in Thüringen

Maaßen verfehlt mit hoher Wahrscheinlichkeit Einzug in den Bundestag

Von dpa 26.09.2021, 21:13 • Aktualisiert: 26.09.2021, 21:48
Es scheint, als würde Hans Georg Maaßen den Einzug in den Bundestag verpassen.
Es scheint, als würde Hans Georg Maaßen den Einzug in den Bundestag verpassen. Foto: dpa/Symbol

Erfurt/Suhl - Der umstrittene CDU-Politiker Hans-Georg Maaßen dürfte den Einzug in den Bundestag verpassen: In seinem Wahlkreis in Thüringen verfehlte der frühere Verfassungsschutzchef die Wahl per Direktmandat, wie nach Auszählung fast aller Wahlbezirke am Sonntagabend deutlich wurde. Demnach entfielen mit 33,6 Prozent die meisten Stimmen auf den SPD-Kandidaten Frank Ullrich, Maaßen kam auf 22,3 Prozent.

Ausgezählt waren am Sonntagabend 406 von 418 Wahlbezirken. Auf der Landesliste der CDU Thüringen war Maaßen nicht aufgestellt, demnach hat er keine weitere Chance auf ein Mandat.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach freute sich über den nahezu gesicherten Einzug des Biathleten und Olympiasiegers Ullrich in den Bundestag. "Es wird heute noch viel zu feiern geben", twitterte er. Die "voraussichtliche Niederlage" von Maaßen gehöre dazu. "Wir haben das Grauen des Nationalsozialismus nicht vergessen und bekämpfen alle neuen Anfänge."

Die Südthüringer CDU hatte Maaßen Ende April als Direktkandidaten für die Bundestagswahl aufgestellt. Das sorgte auch innerhalb der Partei für Unmut. Innerparteiliche Kritiker werfen ihm vor, sich nicht klar genug gegen Rechtsaußenpositionen abzugrenzen und bewusst Ressentiments zu schüren.