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Kommunalwahl im Saalekreis Endspurt für Briefwähler - deutlich mehr vorzeitige Stimmabgaben in Merseburg

Die Briefwahl gewinnt im Saalekreis weiter an Bedeutung, vor allem in den Städten. Wähler müssen kurz vor Ultimo aber einige Fristen beachten, damit ihre Stimme am Ende auch zählt. Und die Stadt Merseburg erklärt, wie sie Probleme wie 2019 verhindern will.

Von Robert Briest 05.06.2024, 10:08
Wie hier  in Bad Dürrenberg gibt es in vielen Rathäuser Briefwahllokale.
Wie hier in Bad Dürrenberg gibt es in vielen Rathäuser Briefwahllokale. Foto: rob

Merseburg/MZ. - Der Sonntag ist der traditionelle Wahltag in Deutschland. Daran wird sich absehbar nichts ändern. Doch seine Bedeutung erodiert von Wahl zu Wahl etwas mehr, denn immer mehr Bürger geben ihre Stimmen schon vorher per Briefwahl ab. Gerade in den Städten beobachtet Kreiswahlleiter Ronald Schönbrodt im Vorfeld der aktuellen Europa- und Kommunalwahl einen weiteren Aufwuchs.

Bestes Beispiel ist wohl die Kreisstadt Merseburg. Bei der Kommunalwahl 2019 votierten 2.816 Bürger auf dem Postweg. Bis Montagabend hatten diesmal bereits 4.409 Merseburger ihre Briefwahlunterlagen angefordert. Knapp 60 Prozent Plus. Auch Bad Lauchstädts Wahlleiter Marco Grellert berichtet von einem leichten Anstieg der beantragten Briefwahlen. Die Zahl lag zu Wochenbeginn bei 1.519: „Das sind insgesamt circa 20 Prozent der Wahlberechtigten.“ Grellert merkt an, dass es hier zunächst um die beantragten Wahlunterlagen gehe: „Wie viel davon am Ende tatsächlich ihre Stimme abgeben, wissen wir erst am Sonntag.“ Prognosen zur Wahlbeteiligung seien daher noch nicht möglich.

Bis Mittwoch in den Briefkasten

Die vorzeitige Stimmabgabe ist jedoch nicht nur per Post möglich, die Kommunen haben in der Regel auch in den Rathäusern Briefwahllokale eingerichtet, in denen vor Ort abgestimmt werden kann. In Bad Dürrenberg befindet sich das beispielsweise direkt im Foyer. Genutzt würde es aber eher von einer Minderzahl der Briefwähler, berichtet die stellvertretende Wahlleiterin Dennise Spittel. Dasselbe Bild zeigt sich auch in Merseburg: 285 Einwohner haben das Briefwahllokal im Alten Rathaus bisher zur Stimmabgabe vor Ort genutzt. Es ist noch bis Freitag geöffnet – jeweils von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 15 Uhr. Am Freitag selbst schließt das Lokal erst 18 Uhr.

Wie Merseburgs Wahlleiterin Ulrike Findeisen erklärt, endet die Onlineanmeldefrist für die Briefwahl am Mittwoch um 6.30 Uhr. Die Leiterin des Ordnungs- und Einwohnermeldeamtes empfiehlt auch dringend, Wahlunterlagen, die tatsächlich per Brief versandt werden sollen, spätestens am Mittwoch zur Post zu bringen. „Wir fahren am Samstag noch einmal zum Briefverteilzentrum und holen alles ab, was bis dahin eingegangen ist.“ Stimmen, die erst Montag eintreffen, könnten dagegen nicht mehr berücksichtigt werden.

Mehr Briefwahlvorstände

Für Briefwähler, die erst in den kommenden Tagen ihr Kreuz setzen wollen, gibt es aber andere Wege. So können die Unterlagen zu den Öffnungszeiten im Briefwahllokal abgegeben, bis Samstag in den Briefkasten der Stadtverwaltung eingeworfen oder am Wahlsonntag bis 18 Uhr im Wahlbüro im Obergeschoss des Alten Rathauses abgegeben werden.

Danach beginnt die Auszählung. Die hatte der Stadt bei der Kommunalwahl 2019 große Probleme bereitet. Die Wahlhelfer mussten damals bis Dienstag auszählen, bis das Ergebnis für die Stadtratswahl feststand. Wie Findeisen erklärt, hat die Kommune für den Sonntag die Anzahl der Briefwahlvorstände auf sechs verdoppelt, so dass die Zahl der zu bearbeitenden Wahlbriefe pro Wahlvorstand deutlich reduziert sei. „Zudem wurde die Zahl der Mitglieder der Wahlvorstände erhöht und dem der Vorstände in den Urnenwahllokalen angepasst.“