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Kein verbot trotz KrankheitsfälleMit Video: „Hot Chip Challenge“ in Sachsen-Anhalt - So gefährlich ist der scharfe Snack

Ein Tortilla-Chip, gewürzt mit der schärfsten Chili der Welt - wer bekommt ihn tapfer runter? Viele Kinder und Jugendliche stellen sich der „Hot Chip Challenge“. Und setzen ihre Gesundheit aufs Spiel - auch in Sachsen-Anhalt. 

Aktualisiert: 27.11.2023, 11:45
Die Hot Chip Challenge ist besonders bei Jugendlichen und Kindern beliebt.
Die Hot Chip Challenge ist besonders bei Jugendlichen und Kindern beliebt. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Berlin/DUR/dpa - Der Mund brennt, die Augen tränen, der Schweiß perlt: Extreme Schärfe ist gerade für Kinder und Jugendliche eine gesundheitliche Gefahr. Davor warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Anlass ist die die sogenannte „Hot Chip Challenge“. Menschen dokumentieren dabei in sozialen Netzwerken, wie sie einen besonders scharfen Tortilla-Chip essen. Eine Mutprobe, die vor allem Jugendliche und Kinder fasziniert.

Im Video: Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt und Verkäufer aus Halle über die Chilli-Chips

 
So scharf wie Chili: Die „Hot Chip Challenge“ kann gefährlich werden. Christa Bergmann von der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt im Studio-Talk über die riskante Mutprobe. (Kamera: Alexander Pförtsch, Schnitt: Christian Kadlubietz)

In Sachsen-Anhalt sind die scharfen Mais-Chips zwar nicht verboten. Das für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zuständige Landeswirtschaftsministerium warnt aber „aus Gründen des vorbeugenden gesundheitlichen Verbraucherschutzes“ ebenfalls vor der Teilnahme an der „Hot Chip Challenge“, wie ein Sprecher mitteilt. 

Gefahr durch „Hot Chip Challenge“: Verdachtsfall nach Notarzteinsatz in Halle: Die Knabbereien zu essen, die mit einer superscharfen Chili gewürzt sind, gilt als Mutprobe. In Halle sind sie frei verkäuflich, wobei es bereits einen Zwischenfall an einer Schule gegeben haben soll.

Der Blutdruck kann außer Kontrolle geraten

Der Chip, um den es geht, soll 500-mal schärfer sein als Tabasco-Soße. Verantwortlich für die Schärfe von Chili-Produkten ist der Stoff Capsaicin.

Landeszentrum für Ernährung Baden-Württemberg über scharfes Essen

Verbraucherzentrale des Saarlandes zur "Hot Chip Challenge"

Wer Capsaicin in hohen Mengen zu sich nimmt, muss zum Beispiel eine Bluthochdruckkrise befürchten, wie das BfR warnt. Das heißt: Der Blutdruck steigt innerhalb kurzer Zeit stark an, was im schlimmsten Fall lebensbedrohlich wird.

Die Schärfe kann außerdem starke Schleimhautreizungen, Übelkeit, Erbrechen und Atemnot verursachen. Kinder und Jugendliche reagieren dabei empfindlicher auf Capsaicin als Erwachsene, so das BfR.

Reste von Chili-Pulver - Nicht in die Augen greifen

Die Verbraucherzentrale des Saarlandes macht auf ein weiteres Risiko aufmerksam: Wer sich mit Resten von Chili-Pulver an den Händen in die Augen fasst, muss dort mit starken Reizungen rechnen.

Laut Medienberichten liefert der Hersteller mit Sitz in Tschechien das umstrittene Produkt nicht mehr nach Deutschland. In Baden-Württemberg darf es nicht mehr verkauft werden.

Der dortige Verbraucherschutzminister appellierte an Kinder und Jugendliche, keine dieser extrem scharfen Tortilla-Chips zu essen und auf Mutproben damit zu verzichten. Und damit ernsthafte gesundheitliche Beeinträchtigungen wie Schleimhautreizungen, Übelkeit, Erbrechen oder Bluthochdruck gar nicht erst zu riskieren.