Weißenfels Nord aus der Luft

Weißenfels Luftbild: Die spröde Schönheit

Weißenfels - Ein Luftbild von Weißenfels zeigt Industrie und Wohngebiete dicht beieinander.

Von Andreas Richter 20.08.2018, 05:00

Aus der Vogelperspektive lassen sich Fluch und Segen des größten Weißenfelser Stadtteils bestens erkennen: Wie in keinem anderen Gebiet liegen Industrie und Wohnen unmittelbar nebeneinander. Da ist der riesige Schlachthof, dessen Geschichte der Stadtchronik zufolge bis in das Jahr 1892 zurückgeht. Das Fleischwerk, eines der zahlreichen Lebensmittelbetriebe in der Stadt, ist heute einer der größten Arbeitgeber in der Region, beschäftigt dabei auch viele ausländische Arbeitnehmer. Jeden Tag treffen in der Schlachthofstraße unzählige Viehtransporte ein und verlassen das Gelände wieder.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Fleischwerk ist die Neustadt aber auch Heimat für viele Weißenfelser. Da sind vor Jahrzehnten entstandene Wohnblocks ebenso wie liebevoll gepflegte Eigenheime, in denen sich die Bürger wohlfühlen. Mittendrin der Sportplatz von Rot-Weiß Weißenfels mit seinem neuen Vereinsgebäude. Dort gehen auch viele Kinder und Jugendliche einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung nach.

Neben dem Sportplatz ist ein wahres Kleinod des Weißenfelser Nordens

Neben dem Sportplatz ist ein wahres Kleinod des Weißenfelser Nordens unübersehbar: der Neustadtpark. Nur noch wenige, die heute durch das Areal schlendern, werden sich wohl noch daran erinnern, dass sich hier einst eine Bahnanlage zur Belieferung des nahen Heizwerkes befand. Das 1963 stillgelegte Elektrizitätswerk ist mittlerweile saniert und wird heute als Behindertenwerkstatt von der gemeinnützigen Integra GmbH genutzt.

Für die neue Luftbildaktion hat MZ-Fotograf Andreas Stedtler über 800 Fotos gemacht, die alle im MZ-Bildershop erworben werden können.  

Zusätzlich liegt in ausgewählten MZ-Service-Punkten ein Katalog mit allen Bildern aus.  Luftbild-Bestellungen werden dort ebenfalls angenommen.

Der 2009 weitgehend fertiggestellte Neustadtpark wurde zum Teil eines grünen Gürtels vom stark belasteten ehemaligen Industriegebiet im Weißenfelser Norden bis hin zur Saale. An einer Graffitiwand, die entlang der heute längst verschwundenen Gleise verläuft, hat jemand die Neustadt als „spröde Schönheit“ bezeichnet - besser kann man es kaum ausdrücken.

Weißenfels Nord: Was aus der Luft nicht zu sehen ist

Was aus der Luft nicht zu sehen ist: Die Neustadt ist seit Jahren ein sozialer Brennpunkt. Das Nebeneinander von Industrie und Wohnen, das Zusammenleben von Menschen aus verschiedenen Ländern und sozialen Schichten birgt immer wieder Zündstoff. Da ist es gut, wenn Menschen trotz unterschiedlicher Interessen miteinander reden.

Im vergangenen Jahr ist ein solcher Bürgerdialog angestoßen worden. Erst vor wenigen Tagen ist am Neumarkt, einem kleinen Plattenbauviertel in der Neustadt, ein Stadtteilbüro eröffnet worden. Für die Menschen in einem schwierigen Quartier, dessen Reiz sich mitunter erst auf den zweiten Blick erschließt. (mz)

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