Harzer Heimattag

Harzer Heimattag: Ein Kilometer Heimatstolz

Bad Suderode/MZ. - Die Straßberger Harzklub-Mitglieder machten eindrucksvoll mit den von Horst Hönig gebauten Wasserrädern auf die Grube Glasebach aufmerksam, die Gernröder führten eine Kuckucksuhr mit und die Harzgeröder gleich einen ganzen Schilderbaum mit Wanderzielen. Ein großer Teil der 1 600 Mitglieder zählenden 45 Heimatgruppen des Harzklubs, der immerhin 89 Zweigvereine hat, war in den Kurort gekommen, um die vielfältige Brauchtumsarbeit der Bevölkerung und den Gästen des Harzes näher zu bringen. Rund 3 000 Besucher und Teilnehmer waren nach dem Festumzug im Kurpark, schätzte Bad Suderodes Bürgermeister Gert ...

Von Detlef Anders

Die Straßberger Harzklub-Mitglieder machten eindrucksvoll mit den von Horst Hönig gebauten Wasserrädern auf die Grube Glasebach aufmerksam, die Gernröder führten eine Kuckucksuhr mit und die Harzgeröder gleich einen ganzen Schilderbaum mit Wanderzielen. Ein großer Teil der 1 600 Mitglieder zählenden 45 Heimatgruppen des Harzklubs, der immerhin 89 Zweigvereine hat, war in den Kurort gekommen, um die vielfältige Brauchtumsarbeit der Bevölkerung und den Gästen des Harzes näher zu bringen. Rund 3 000 Besucher und Teilnehmer waren nach dem Festumzug im Kurpark, schätzte Bad Suderodes Bürgermeister Gert Sauer.

"Wir sind stolz auf unsere Heimat und ihre Geschichte, darum bewahren wir unsere Tradition", betonte Michael Ermrich, der Hauptvorsitzende des Harzklubs und Landrat in Wernigerode. Die Brauchtumsgruppen üben in besonderer Weise Geschichtsbewusstsein. Ermrich verwies auf das Jodeln oder die Pflege von Instrumenten, wie der Harzzither, das Birkenblattblasen, die Tänze oder das Peischenknallen. Fünfzehn Gruppen zeigten am Sonntag Ausschnitte aus ihren Programmen, mit denen sie an vielen Brauchtumsabenden die Gäste des Harzes mit den Wurzeln der Harzer vertraut machten.

Weil nach dem Festumzug ein längerer Regenschauer einsetzte, müsse wohl im nächsten Jahr wenigstens eine Gruppe zum Kirchgang geschickt werden, scherzte Ermrich nach einem Vorschlag seines Stellvertreters. So musizierte und sang die Braunlager Heimatgruppe, die eine der größten im Harzklub ist, unter dem Dach der Badehausveranda. Zum Wechsel in den Kursaal war es schon zu spät. Zwar suchten viele der Besucher bald trockenere Plätze auf, doch mit der Sonne kamen schließlich neue Gäste.

Und diese ließen sich anschließend von den Friedrichsbrunner "Harzgeistern" begeistern. Der siebenjährige Thommy Salomon und Benjamin Spott standen bei den Großen des Peitschenknallens im Mittelpunkt. Die dreijährige Lena Zander aus Quedlinburg demonstrierte, wie Benjamin Franke aus Ballenstedt beim Bändertanz, dass den "Harzgeistern" der Nachwuchs nicht ausgeht. Ilse Bleyer, die aus Seesen stammende Heimatgruppenwartin, zeigte sich froh über die vielen Kinder und Jugendlichen in der von Christiane Seidel geleiteten Friedrichsbrunner Gruppe.

Der Harzklub-Vorsitzende hält es für "nicht ausgeschlossen, dass wir in zwei Jahren wieder hier sind". Michael Ermrich möchte "die" Veranstaltung des Harzklubs im Wechsel von Ostharz und Westharz weiterführen. Nachdem sich Benneckenstein und Blankenburg als nicht optimal erwiesen hatten, liegt die Hoffnung auf Bad Suderode, wo ähnlich wie in Braunlage ein großer Kursaal neben der Freiluftbühne im Kurpark zur Verfügung steht.