Goseck aus der Luft

Goseck aus der Luft: Hier liegen Kultur und Geschichte auf engstem Raum

Goseck - Goseck liegt an der Straße der Romanik. In Pettstädt und Obschütz lockt Sehenswertes ebenfalls die Interessenten an.

Von Holger Zimmer 07.10.2018, 10:01

Goseck ist ein kleiner Ort mit einem großen Kulturangebot. Seit 1998 strahlt der Schloss-Verein weit in die Region hinein. Da gibt es seit Jahren ein kleines Festival zur Kirchweihe mit namhaften Künstlern. Der englische Soul- und Bluespoet Paul Millns gehört schon fast zum Inventar, Falkenberg ist hier erst am vergangenen Wochenende nicht zum ersten Mal aufgetreten. Und demnächst wird die Pfeffermühle erwartet. Auch die Schenken-Konzerte erleben nächste Woche ihre 106. Auflage.

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Klosterkirche Goseck ist Bestandteil der Straße der Romanik in Sachsen-Anhalt

Das historische Gemäuer hat sich gemausert, denn in all den Jahren ist kräftig saniert worden. Die alte Klosterkirche ist bereits seit Jahren Bestandteil der Straße der Romanik in Sachsen-Anhalt. Seit 1997 gab es zahlreiche Sicherungsarbeiten.

Die Kirche wurde nach fast zweijährigen Arbeiten im Sommer 2013 wieder für den Besucherverkehr freigegeben. Und außerdem wurden 2006 im ehemaligen Verwalterhaus Räume mit einem Informationszentrum zum Sonnenobservatorium eröffnet.

Kreisgrabenanlage aus der Steinzeit beeindruckt noch heute

Die steinzeitliche Kreisgrabenanlage ist 6.800 Jahre alt. Sie wurde Anfang der 1990er Jahre aus der Luft lokalisiert. Von 2002 bis 2004 wurde sie während drei Lehrgrabungen von Studenten der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg vollständig freigelegt und im Folgejahr während einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme an der selben Stelle wieder aufgebaut. Dabei wurden 1.675 Eichenholzpalisaden verbaut, die Graben und Wall umgeben.

Auf dem Dolmenradweg erreicht man vom Geiseltalsee aus Markröhlitz und Goseck und den Saaleradweg. An dem Weg liegt auch Pettstädt. Dort gibt es mit der Annenkirche einen kleinen Touristenmagnet. Der Ort wurde bereits 1046 urkundlich erwähnt. Das Gotteshaus ist ein 500 Jahre alter Flügelaltar zu besichtigen und die Künstlerin Christina Simon hat Fenster mit der ihr eigenen Linienführung in gelben und rotbraunen Tönen geschaffen. Oberhalb des Dorfes gibt es eine flügellose Bockwindmühle aus dem Jahr 1903, die Familie Volk gehört. Die Innenausstattung ist originalgetreu erhalten und voll funktionsfähig.

Jahrhundertealte Tür öffnet wieder

Obschütz wurde um 1300 im Zinsregister des Weißenfelser Klosters erwähnt. Die Laurentiuskirche steht auf einer Anhöhe. Erst in diesem Jahr wurde die jahrhundertealte Tür nach ihrer Restaurierung wieder eingebaut. Sie soll aus dem Mittelalter stammen, doch eine genaue Jahreszahl ist nicht bekannt. Der „Obschützer Hof“ wurde 1885 von Hermann Schilling erbaut und fünf Jahre später mit einem Saal erweitert.