Es blieb ein einmaliges Experiment

Als die DDR zwei Formel-1-Rennwagen der EMW auf den Nürburgring schickte

DDR-Pilot Rudolf Krause 1953 unterwegs auf dem Nürburgring.
DDR-Pilot Rudolf Krause 1953 unterwegs auf dem Nürburgring. (Foto: imago images / Motorsport Images)

Nürburgring/sid - Es blieb ein einmaliges Experiment: Beim Großen Preis von Deutschland am 2. August 1953 gingen tatsächlich zwei Formel-1-Rennwagen aus der DDR an den Start.

Edgar Barth saß in einem EMW der Eisenacher Motorenwerke, die später unter dem Namen Wartburg bekannt wurden. In einem identischen Fahrzeug mit BMW-Label nahm Rudolf Krause die 410 km über 18 Runden in Angriff.

Formel-1-Fans in der DDR pilgerten ab 1986 nach Ungarn

Ruhm und Ehre für den noch jungen Automobilsport in der DDR heimste das Duo auf dem Nürburgring nicht gerade ein. Nach nur elf Runden wurde Barth durch einen defekten Auspuff ausgebremst. Krause kam unter 16 Startern nur auf den 14. Platz. Sieger wurde in der Eifel Ferrari-Pilot Giuseppe Farina.

Danach wurde in Ost-Berlin der Daumen gesenkt, man hielt sich von nun an fern von dem kapitalistischen Spektakel. Und geriet erst wieder in ideologische Nöte, als das sozialistische Bruderland Ungarn ab 1986 die Formel 1 nach Budapest holte. Und viele Tausend DDR-Bürger dafür nach Ungarn pilgerten.