"Ein Sieg ist Pflicht" Saale Bulls - Icefighters Leipzig: Mit Rekord-Mann Kai Schmitz und Personalsorgen ins Derby

Halle (Saale) - Diese Mammutsaison mit drei Spielen in fünf Tagen bleibt für keinen Spieler der Saale Bulls ohne Folgen. Schmerzen hier, Wehwehchen da. „Wir haben gerade alle irgendwas“, sagt Kai Schmitz. Der Kapitän plagt sich selbst mit einer Fußverletzung rum, müsste unters Messer.
„Das sieht aus, als hätte ich einen Golfball unter der Haut“, scherzt er. „Aber ich schiebe die OP vor mir her.“ Zu viel Spaß macht es gerade mit den Saale Bulls. Acht Spiele in Folge hat das Team gewonnen, im Derby am Freitagabend (20 Uhr im Livestream) gegen die Icefighters Leipzig soll natürlich der neunte Erfolg folgen. „Ein Sieg ist Pflicht“, betont Schmitz.
Saale Bulls: Kai Schmitz zieht mit Georgi Kimstatsch gleich
Der 35-Jährige hat dabei eine Zusatzmotivation. Am Freitagabend steht für Schmitz die nächste magische Marke an. 500 Spiele für die Saale Bulls hat er in dieser Spielzeit bereits geknackt. Nun stellt er einen Rekord von Georgi Kimstatsch ein.
Ausgerechnet im Derby gegen Leipzig wird Schmitz zum 167. Mal als Kapitän der Saale Bulls auflaufen. Die Bestmarke von Kimstatsch ist damit egalisiert. Hat Mario Schoppa, Statistikguru der Bulls, gezählt. „Das ist Wahnsinn, dass ich diesen Rekord erreiche“, sagt Schmitz.
Das Rekordspiel soll natürlich nicht mit einer Niederlage in Erinnerung bleiben. Einfach wird die Aufgabe aber nicht. Auch wenn die Bulls vor zwei Wochen in Leipzig klar mit 4:0 gewinnen konnten, zuletzt von Sieg zu Sieg eilten.
Saale Bulls mit Verletzungssorgen vor dem Derby
„Ich habe mir das Spiel von Leipzig am Mittwochabend gegen Rostock angesehen“, erzählt Schmitz. Sein Eindruck: „Die sind mit vier Reihen aufgelaufen, sind marschiert ohne Ende und haben Rostock im ersten Drittel an die Wand gespielt.“ Die Bulls plagen dagegen weiterhin Verletzungssorgen. Sergej Stas, Frantisek Wagner, Christian Guran, Eric Wunderlich und Max Pietschmann werden fehlen.
Fünf Verteidiger werden die Bulls deshalb nur aufbieten. Als Anführer in der ersten Reihe läuft Schmitz auf. Eigentlich hatte der Kapitän seine Karriere ja bereits beendet, wollte sich auf den Job als Sportchef konzentrieren. Die Corona-Notlage bewegte ihn aber zum Umdenken.
Und nun spielt Schmitz seine stärkste Saison seit Jahren. Diszipliniert, konzentriert, ganz untypisch für den „Bad Boy“ der Liga, wie er sich selbst gern nannte. „Ich genieße es einfach zu spielen, habe Spaß“, erklärt Schmitz die starke Form. (mz)