Entscheidung vor Weltcup in Antholz

Trotz starker Form: Franziska Hildebrand darf nicht bei Olympia starten

Aktualisiert: 19.01.2022, 15:34
Franziska Hildebrand ist im Biathlon-Weltcup in guter Form. Für ein Olympia-Ticket reicht das allerdings nicht.
Franziska Hildebrand ist im Biathlon-Weltcup in guter Form. Für ein Olympia-Ticket reicht das allerdings nicht. (Foto: imago images/CEPix)

Antholz/MZ/dpa - Aus der Traum für Franziska Hildebrand: Die Biathletin aus Köthen wird nicht bei den Olympischen Winterspielen in Peking (4. bis 20. Februar) an den Start gehen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gab am Mittwoch das Biathlon-Aufgebot mit fünf Damen und sechs Männern bekannt - und Franziska Hildebrands Name fehlte.

Das kommt durchaus überraschend. Zwar hat die 34-Jährige die geforderte Norm für Olympia bislang nicht geschafft, galt Dank ihrer starken Form aber als aussichtsreiche Kandidatin auf den vakanten fünften Platz im Damenteam hinter den sicher qualifizierten Denise Herrmann, Franziska Preuß, Vanessa Preuß und Vanessa Voigt. Doch statt Hildebrand wurde am Dienstag die neun Jahre jüngere Anna Weidel nominiert.

Biathlon: Anna Weidel darf zu Olympia nach Peking

Die 25-Jährige war gleich in den ersten Weltcup-Rennen der Saison Ende November 2021 in Östersund auf Rang neun und 16 gelaufen und hatte sich damit die halbe Qualifikation für Peking gesichert - zwei Top-15-Platzierung oder ein Platz unter den besten Acht war gefordert.

Danach konnte Weidel nicht mehr glänzen: Die Plätze 59 und 52 in Annecy, ein Sturz im Sprint von Oberhof - mehr gab es nicht im Weltcup. Zuletzt in Ruhpolding war Weidel sogar aus dem Aufgebot gestrichen worden.

Hildebrand, die 2014 und 2018 bei den Spielen dabei war, hatte sich mit starken Leistungen im zweitklassigen IBU-Cup in den Weltcup zurückgekämpft und sich dort in immer besserer Form gezeigt. In Ruhpolding war die Köthenerin mit den Rängen 17 und 20 beste deutsche Starterin in Sprint und Verfolgung. Auch mit einem starken Auftritt in der Staffel konnte sie überzeugen. Im Weltcup-Gesamtstand belegt Hildebrand aktuell Rang 37, Weidel ist 48. .

Olympia-Überraschung für Biathlet David Zobel

Überraschend kam auch der Zeitpunkt der Nominierung: Ab Donnerstag steht in Antholz noch ein Biathlon-Weltcup an, bei dem sowohl Weidel als auch Hildebrand an den Start gehen. Für Olympia hat diese „Generalprobe“ aber offenbar keine sportliche Bedeutung mehr.

Was geschieht, wenn Hildebrand in Antholz die geforderte Olympia-Norm schaffen sollte, ist offen. Eine MZ-Anfrage an den Deutschen Ski-Verband (DSV) dazu blieb bislang unbeantwortet. Ebenso wie die Frage nach den Gründe für die Entscheidung gegen die Köthenerin. Der bleibt nun wohl nur noch die vage Hoffnung auf einen Ausfall einer nominierten Kollegin, um eventuell doch noch in den Kader zu rutschen.

Bei den Männern wurden sechs Starter ins Olympia-Team nominiert: Benedikt Doll, Johannes Kühn, Erik Lesser, Philipp Nawrath, Roman Rees und überraschend auch David Zobel. Der erste Top-Ten-Platz der Karriere im Weltcup zuletzt im Verfolgungswettkampf von Ruhpolding hat dem 25 Jahre alten Biathleten bereits für die Peking-Nominierung gereicht. „Davon hat man sicher mal vor der Saison geträumt“, sagt der junge Mann mit dem Spitznamen „Zobelix“.