Riesige Gefälle zwischen den Klubs

TV-Gelder in der Bundesliga: RB Leipzig ist das Schlusslicht

Leipzig - Was die Verteilung der TV-Gelder für die kommende Saison angeht, belegt RB Leipzig den letzten Platz.

Von Ullrich Kroemer 24.05.2017, 06:00
Aus dem Topf der TV-Gelder fließen gut 29 Millionen Euro an RB Leipzig.
Aus dem Topf der TV-Gelder fließen gut 29 Millionen Euro an RB Leipzig. imago sportfotodienst

In der Bundesliga-Tabelle steht Vizemeister RB Leipzig nach am Ende dieser Saison fast ganz oben. Was die Verteilung der TV-Gelder für die kommende Saison angeht, belegt der sportlich so erfolgreiche Aufsteiger jedoch den letzten Platz.

Laut Fachblatt Kicker fließen aus den insgesamt 1,194 Milliarden Euro, die die Klubs künftig aus Übertragungsrechten und internationaler Vermarktung bekommen, lediglich 29 Millionen und 228 Euro an RBL. Immerhin etwa 8,5 Millionen mehr als in Leipzigs Premierensaison im Oberhaus.

TV-Gelder in der Bundesliga: Warum RB Leipzig am wenigsten kassiert

Laut Fachmagazin Kicker verteilen sich die TV-Gelder unter den 18 Bundesligisten wie folgt:

1. Bayern München, 99,06 Mio.
2. Bor. Dortmund, 89,27
3. Schalke 04, 78,66
4. Bay. Leverkusen, 78,36
5. Bor. M’gladbach, 69,46
6. VfL Wolfsburg, 68,33
7. Hertha BSC, 54,43
8. 1899 Hoffenheim, 52,61
9. Mainz 05, 50,28
10. 1. FC Köln, 48,94
11. FC Augsburg, 48,14
12. Werder Bremen, 47,47
13. Eintr. Frankfurt, 45,15
14. SC Freiburg, 41,19
15. Hamburger SV, 39,81
16. Hannover 96, 34,39
17. VfB Stuttgart, 32,99
18. RB Leipzig, 29,00

Damit stehen die Leipziger noch hinter den Aufsteigern VfB Stuttgart (32,99) und Hannover 96 (34,39). Hält der VfL Wolfsburg die Klasse, stehen dem VW-Klub 38,33 Millionen zu – obwohl die Niedersachsen in der abgelaufenen Saison lediglich Rang 16 belegten. Meister FC Bayern bezieht 99,06 Millionen Euro – etwa das Dreieinhalbfache der Leipziger und 58 Millionen mehr als in dieser Spielzeit.

Die Verteilung basiert in der kommenden Saison auf einem neuen Schlüssel. Dabei sind vier Kriterien relevant: Die wichtigsten lauten „Bestand” und „Wettbewerb”, die zusammen 93 Prozent des zu verteilenden Geldes ausmachen.

Dafür ist jeweils eine Fünf-Jahreswertung mit unterschiedlichen Gewichtungen der einzelnen Spielzeiten in 1. und 2. Liga sowie unterschiedlichen Prozentsätzen je Platzierung relevant. Sprich: Weil RB Leipzig überhaupt erst drei Jahre in 1. und 2. Liga dabei ist, fehlen dem Klub hier zwei komplette Bewertungs-Zeiträume.

Was RB Leipzig in der Champions League kassiert

Zudem gehen zu fünf Prozent die „sportliche Nachhaltigkeit” in den vergangenen 20 Jahren in einer 36er-Rangliste in die Verteilung ein und zu zwei Prozent die Säule „Nachwuchs”. Dabei werden Einsatzminuten für Spieler bis einschließlich des 23. Lebensjahres im abgelaufenen Spieljahr berücksichtigt, die in Deutschland ausgebildet wurden. Die einzige, wenn auch am geringsten gewichtete Kategorie, bei der RB Leipzig mit dem geringsten Altersdurchschnitt der Liga die wohl beste Bilanz aller Klubs hat.

Doch falls RBL von der Uefa für die Champions League lizenziert wird (Entscheidung: Mitte Juni), fließen weitere Millionen auf das Konto des Bundesliga-Zweiten. Aktuelle Zahlen für die kommende Saison gibt es noch nicht. Doch in der vergangenen Spielzeit brachte allein die Teilnahme an der Gruppenphase 12,7 Millionen Euro; ein Sieg wurde mit 1,5 Millionen Euro honoriert; ein Remis mit 0,5 Millionen; eine Achtelfinal-Teilnahme bedeuteten Zusatzeinnahmen in Höhe von 6,5 Millionen.

Dazu erhalten die Klubs in der „Königsklasse” aufgeschlüsselt nach Platzierung in der Liga (als deutscher Vize-Meister 30 Prozent) und der Anzahl der Champions-League-Spiele eine zusätzliche zweistellige Millionensumme aus einem Marktpool. Weitere Millionen, um den letzten TV-Gelder-Platz in der Liga wettzumachen, sind Rasenballsport also garantiert. (mz)