0:2-Niederlage in München

RB Leipzig nach frühem Platzverweis beim FC Bayern chancenlos

München - Das Bundesliga-Spitzenspiel zwischen FC Bayern München und RB Leipzig war nach der elektrisierenden Vorstellung am Mittwoch in den sozialen Netzwerken als „Neoclasico” betitelt worden.

Von Ullrich Kroemer 27.10.2017, 20:20
Bayners Sandro Wagner im Duell mit Leipzigs Dayot Upamecano.
Bayners Sandro Wagner im Duell mit Leipzigs Dayot Upamecano. dpa

Das Bundesliga-Spitzenspiel zwischen FC Bayern München und RB Leipzig war nach der elektrisierenden Vorstellung am Mittwoch in den sozialen Netzwerken als „Neoclasico” betitelt worden.

Doch die zweite Auflage binnen vier Tagen reichte, wie das bei Remakes oft so ist, nicht an das Original im DFB-Pokal heran und floppte. Der FC Bayern München gewann scheinbar mühelos – jedoch ohne die Magie des vorangegangenen Duells – gegen früh dezimierte Leipziger mit 2:0 (2:0) und eroberte damit erstmals in dieser Saison die Tabellenführung, während die Leipziger wegen der Patzer der Verfolger auf Rang drei blieben.

Beide Coaches hatten ihre Teams im Vergleich zur ersten Auflage am Mittwoch auf drei Positionen verändert. Trainer-Senior Jupp Heynckes setzte auf der Doppelsechs in Javi Martinez und Sebastian Rudy (für Corentin Tolisso und Arturo Vidal) auf ein neues Gespann. Beide defensiven Mittelfeldspieler lieferten eine starke Partie. Ebenso wie auch James Rodriguez, der für den wegen einer Knieprellung geschonten Kingsley Coman ins Team rückte.

RB Leipzig: Frühe Rote Karte für Willi Orban gegen den FC Bayern

Dass die Leipziger an diesem Samstagabend nicht konkurrenzfähig sein würden, stand schnell fest. Der FC Bayern begann präsent; nach einem Pass von Rudy auf Arjen Robben in die Nahtstelle in der Innenverteidigung konnte Willi Orban den Niederländer nur noch umrammen.

Weil Leipzigs Kapitän letzter Mann war, entschied Referee Daniel Siebert nach minutenlanger Absprache mit dem Videoschiedsrichter und eigenem Videostudium – diesmal ganz ohne Hilfe von RB-Sportdirektor Ralf Rangnick – auf Notbremse: Rot für Orban (13.).

Eine harte, aber vertretbare Entscheidung. So war der Wunsch aller Leipziger Beteiligten, den FCB mal über 90 Minuten zu elft fordern zu können, früh passé. Stattdessen war Rasenballsport nicht nur früh dezimiert, sondern nach dem erneuten Platzverweis auch demoralisiert.

FC Bayern: James trifft zur Führung gegen RB Leipzig

Während die Leipziger noch damit beschäftigt waren, ihre Abwehr neu zu sortieren – Timo Werner musste aus taktischen Gründen für Ibrahima Konaté Platz machen (22.) – drückten die Bayern und gingen durch Zugang James in Führung (19.). Robben hatte von der rechten Seite geflankt.

Die Münchener konnten gegen harmlose Gäste in aller Ruhe ihr Spiel aufbauen, ohne sich vor dem Champions-League-Spiel gegen Celtic Glasgow allzu sehr verausgaben zu müssen. James (21.), Lewandowski (24.) und Hummels (43.) hatten weitere Gelegenheiten.

RBL: Zehn Leipziger sind beim FC Bayern chancenlos

Die zehn verbliebenen Leipziger entwickelten im Mittelfeld zu keinem Zeitpunkt genug Druck auf den Ball, sodass erneut ein Schnittstellenpass zwischen Leipzigs 18 Jahre alte Innenverteidiger Dayot Upamecano und Konaté zum 2:0 durch Lewandowski führte (38.). Diesmal hatte Javi Martinez den Stürmer bedient, sein zehntes Bundesliga-Saisontor erzielte.

Damit war die Partie im Grunde gelaufen. Dass Lewandowski wegen Oberschenkel-Problemen noch vor der Halbzeit Vidal Platz machen musste (45.) und auch die Hausherren in der zweiten Hälfte seltener vor den Kasten von RB-Keeper Peter Gulacsi kamen, fiel nicht weiter ins Gewicht. Leipzig war komplett chancenlos – zum ersten Mal in dieser Saison – und fand sich damit auch ab.

RB Leipzig: Sorgen um verletzten Naby Keita

Hasenhüttl hatte bereits vor der Partie durchblicken lassen, dass die „Königsklassen”-Partie am Mittwoch beim FC Porto vielleicht noch entscheidender sein könnte als die Spitzenpartie. So blieb der Schuss des eingewechselten Bruma (46.) die einzige nennenswerte Torchance für den Vizemeister.

Zu allem Überfluss verletzte sich in der Schlussphase auch noch Naby Keita (87.). So beendete RB die Partie mit acht Feldspielern, weil Hasenhüttl schon dreimal gewechselt hatte.

Statistik: FC Bayern München – RB Leipzig 2:0 (2:0)

FC Bayern München: Ulreich – Kimmich (84. Rafinha), Boateng, Hummels, Alaba – Javi Martinez, Rudy – Robben (C, 86. Tolisso), Thiago, James Rodriguez – Lewandowski (45. Vidal).

RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban (C), Upamecano, Halstenberg – Demme, Keita – Sabitzer (46. Bruma), Forsberg (62. Laimer) – Poulsen, Werner (22. Konaté).

Tor(e): 1:0 James Rodriguez (19., Robben), 2:0 Lewandowski (38., Martinez); Torchancen: 10:1; Ecken: 11:1; Schiedsrichter: Daniel Siebert (Siebert); Gelbe Karten: Thiago (82) / –; Rote Karte: Orban (13.). Zuschauer: 75.000 in der Allianz-Arena München.