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Heimpleite nach FührungRB Leipzig mit Heimpleite: RBL blamiert sich gegen Schlusslicht Köln

Leipzig - Es war kein schlechter Einfall, sich vor dem Spiel gegen den 1. FC Köln warmzuschießen. Minus sieben Grad kalt war es kurz vorm Einlaufen beider Mannschaften, als Bruma, Emil Forsberg und Jean-Kévin Augustin sich vor RB Leipzigs Ersatzkeeper Yvon Mvogo postierten. Zwei Mal schossen sie jeweils. Sie trafen ...

Von Martin Henkel 25.02.2018, 19:50
Fassunglose RBL-Profis: Kevin Kampl und Diego Demme nach der Heimpleite gegen den 1. FC Köln.
Fassunglose RBL-Profis: Kevin Kampl und Diego Demme nach der Heimpleite gegen den 1. FC Köln. imago sportfotodienst

Es war kein schlechter Einfall, sich vor dem Spiel gegen den 1. FC Köln warmzuschießen. Minus sieben Grad kalt war es kurz vorm Einlaufen beider Mannschaften, als Bruma, Emil Forsberg und Jean-Kévin Augustin sich vor RB Leipzigs Ersatzkeeper Yvon Mvogo postierten. Zwei Mal schossen sie jeweils. Sie trafen nicht.

Ein Omen? Nicht ganz! Alle drei waren an einem der drei Tore dieses frostigen Sonntagabends beteiligt. Forsberg leitete den ersten Angriff des Spiels ein, Bruma trug ihn weiter, Augustin schloss ihn ab. Das war in der 3. Minute.

Köln dreht das Spiel nach der Pause

Ein Selbstläufer, mochte man meinen. Köln ist Laternenträger der Bundesliga und siegte. Denn das mit dem Toreschießen war nämlich doch ein Problem an diesem Abend. Während RB eine Handvoll Großchancen versiebte, war Köln eiskalt vor dem Tor. Vincent Koziello glich aus (70.) und Leonardo Bittencourt drehte die Partie, Köln gewann 2:1 (1:0).

Ralph Hasenhüttl hatte eben etwas gegen einen selbstlaufenden Sieg. Nach dem Kraftverbraucher gegen die SSC Neapel am Donnerstag (0:2) in der Europa League rotierte der Coach der Leipziger nicht nur Diego Demme, Yussuf Poulsen und Timo Werner aus der Startelf, sondern mit Bruma, Forsberg und Ademola Lookman drei Spieler rein, die sich normalerweise ein und dieselbe Position teilen – die linke Mittelfeldseite.

Es ruckelte sich zurecht, Forsberg spielte zentral, Lookman halbrechts und Bruma links. Aber das Angriffsspiel bekam so einen Linksdrall, den Köln leicht hätte eliminieren können: Er war vorhersehbar.

RB Leipzig erwischt einen Traumstart gegen Köln

Es ging zu Beginn jedoch alles viel zu schnell. Kaum war angestoßen, schickte Forsberg Bruma Richtung Strafraumgrenze, der Portugiese bediente Lookman im Zentrum, dessen Schuss sprang an den Pfosten und von da Augustin vor die Füße, der nur einzuschieben brauchte. Das frühe 1:0.

So schnell das ging, so leichtes Spiel hatte Leipzig eine Halbzeit lang auch mit dem Gast. Nur Teroddes Kopfball forderte RB-Keeper Peter Gulacsi heraus (10.), ehe die Pause nahte und Köln zwei Eckbälle bekam. Wenn etwas geht gegen RB, dann mit Standards. Die erste nickte Jorge Meré im Tor ein, er stand bei der Vorlage von Yuya Osako aber im Abseits (44.), eine Minute später knallte Jonas Hector einen Abpraller des zweiten Eckstoßes Gulacsi in die Arme.

RB Leipzig verpasst die schnelle Entscheidung

Alle anderen Gelegenheiten ergaben sich für Leipzig, kein Ball aber ging rein. Augustin brachte zwei Chancen nicht unter (20., 29.), Bruma rutschte bei einem Pass von Marcel Sabitzer aus (32.), wiederum schob eine Vorlage von Augustin knapp am Pfosten vorbei (40.).

Dass es zur Pause so nur 1:0 stand, weckte bei den Kölnern die Angriffslust. Wie verwandelt kamen sie aus der Kabine. Terodde hatte umgehend die erste Chance der 2. Hälfte, drehte sich im Fünfmeterraum in ein Zuspiel von Dominique Heintz, Lukas Klostermann aber hielt seinen Fuß zwischen Ball und dem 1:1 (56.). Salih Özcan hatte die zweite, sein Schuss strich Zentimeter am Pfosten vorbei (67.). Drei Minuten später stand es remis. Koziello knallte einen Fernschuss Gulacsi ins Eck.

Sieben Minuten darauf war die Partie gedreht. Dayot Upamecano verlor im Aufbauspiel den Ball an Marcel Risse, der passte sofort ins Zentrum, wo Leonardo Bittencourt wartete und die Vorlage im kurzen Eck platzierte.

Die Partie war damit besiegelt. RB antwortete zwar wütend, aber die Sachsen kamen doch nicht dagegen an, dass das Warmschießen vor dem Spiel vorwegnahm, mit welchen Problemen sie an diesem Abend zu kämpfen hatte. Sie bekamen den Ball einfach kein zweites Mal mehr im Tor der Kölner unter.

Statistik: RB Leipzig - 1. FC Köln 1:2 (1:0)

Leipzig: Gulacsi - Klostermann, Orban, Upamecano, Bernardo - Kampl - Sabitzer, Forsberg (71. Demme) - Lookman (59. Poulsen), Augustin (69. Timo Werner), Bruma. - Trainer: Hasenhüttl
Köln: Timo Horn - Sörensen, Mere, Heintz - Risse, Koziello (88. Lehmann), Höger, Jannes Horn (61. Bittencourt) - Osako (82. Salih Özcan), Hector - Terodde. - Trainer: Ruthenbeck
Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)
Tore: 1:0 Augustin (5.), 1:1 Koziello (70.), 1:2 Bittencourt (77.)
Zuschauer: 31.793
Gelbe Karten: Kampl (2) - Höger (2)
Erweiterte Statistik (Quelle: deltatre):
Torschüsse: 15:14
Ecken: 3:7
Ballbesitz: 55:45 %
Zweikämpfe: 143:109

(mz)