0:4-Pleite bei 1899 Hoffenheim

RB Leipzig kommt bei 1899 Hoffenheim mit 0:4 unter die Räder

Sinsheim - RB Leipzig hat am Samstagnachmittag in Sinsheim gegen die TSG 1899 Hoffenheim die erste Niederlage nach drei Spielen kassiert.

Von Ullrich Kroemer und Martin Henkel
Hoffenheims Torschütze zum 3:0, Serge Gnabry (2.v.l.), jubelt mit Mannschaftskollegen über das Tor.
Hoffenheims Torschütze zum 3:0, Serge Gnabry (2.v.l.), jubelt mit Mannschaftskollegen über das Tor. dpa

RB Leipzig hat am Samstagnachmittag in Sinsheim gegen die TSG 1899 Hoffenheim die erste Niederlage nach drei Spielen kassiert. Die Sachsen verloren durch Tore von Nadir Amiri (13.) sowie zwei Mal Serge Gnabry (52., 62.) und einen Treffer von Mark Uth (87.) 0:4 (0:1). Es war zugleich die höchste Pleite für RB in der Bundesliga.

Da Schalke (gegen Köln) und Mönchengladbach (in Wolfsburg) erst am Samstagabend bzw. Sonntag spielen, blieb RB zumindest vorerst mit zwei Zählern Vorsprung auf beide Teams Tabellenzweiter.

Wie sie zustande kam, wird Hasenhüttl noch eine Weile beschäftigen. Seit langer Zeit hatte der Österreicher mal wieder eine ganze Woche Zeit, das Spiel gegen den Vorjahres-Vierten zu planen.

Er stellte seine aktuell beste Elf auf, lediglich Kapitän Willi Orban musste wegen Oberschenkelproblemen passen, ihn ersetzte der zuletzt starke Ibrahima Konaté. Er verpasste ihr eine Spielmacher-Taktik – und machte so die TSG in allen ihren besten Belangen stark. Hoffenheim stand dicht, spielte clever Gegenpressing, und weil der Kader feinfüßig ist, konnten die Sinsheimer ihre Konter jeweils gefährlich ausspielen. Alles Zutaten, die Leipzig eigentlich für sich reklamiert.

RB Leipzig will in Hoffenheim dominieren - und scheitert

Man hätte es auch wie die Hoffenheimer spielen können, zumal auswärts. Aber Hasenhüttl will offenbar nicht mehr abwarten, was der Gegner macht. Sein Kader soll dominieren. Gegen die TSG erwies sich die Vorgabe jedoch als Grundlage für die Niederlage. Die Sachsen hatten in der 1. Halbzeit eine halbe Torchance, sie entsprang einem Freistoß von Emil Forsberg, der an der TSG-Abwehr abprallte – Naby Keita vor die Füße, der aus der Distanz knapp über die Latte zielte (18.).

Die drei anderen Möglichkeiten ergaben sich jeweils aus Gegenstößen für die TSG. Die erste führte zum 0:1. Ballverlust RB, Hoffenheims Dennis Geiger verlagerte das Spiel sofort in den freien Raum hinter das Leipziger Pressingnetz, Pavel Kaderabek passt auf Lukas Rupp, der direkt auf Amiri, der Peter Gulacsi mit einem Flachschuss in die lange Ecke keine Chance ließ (13.). Kaderabek prüfte später aus kurzer Distanz Gulascis Reflexe (30.), bei einem weiteren Treffer stand Mark Uth knapp im Abseits (34.).

RB Leipzig drängt, Hoffenheim trifft zum 2:0

Hasenhüttl wird geschäumt haben innerlich, und reagierte nach außen mit zwei Wechseln, die beide Ausdruck seiner Missbilligung mit der Leistung seiner Viererkette waren. Stefan Ilsanker ersetzte nach langer Pause wegen eines Zehenbruchs Dayot Upamecano im Zentrum, Lukas Klostermann musste für Bruma weichen, der mit Emil Forsberg im Mittelfeld die Positionen tauschte. Keine acht Minuten waren gespielt, RB drängte in neuer Formation auf den Ausgleich – und der nächste Treffer fiel. Für die TSG.

Kevin Akpoguma schlug einen Halbfeldpass in den Leipziger Hinterhof, Konaté wollte Gnabry Abseits stellen, verrechnete sich aber, der Leihspieler vom FC Bayern schob den Ball Gulacsi durch die Arme: das 0:2 für die Leipziger (52.). Ein klassischer Knockout.

Sensations-Tor von Serge Gnabry aus 45 Metern

Es spielt sich nicht gut mit Wut um Bauch. Die Angriffe der Sachsen wirkten von da an verzweifelt, ungenau, mit zu heißem Herzen ausgeführt. Es gelang ihnen auch in der 2. Halbzeit keine ernsthafte Torchance herauszuspielen. Hoffenheim hatte so leichtes Spiel – und als frühen Höhepunkt seltenes Fortune.

In der 62. Minute lupfte Gnabry aus 45 Metern einen Umschaltball über den weit vor seinem Tor stehenden Gulacsi ins Leipziger Netz. Höhepunkt und Höchststrafe eines Spiels, das Mark Uth mit dem vierten Treffer nach einem Schussabpraller von Gulacsi beendete (87.). Hasenhüttl hat das Spiel zwar vorbereitet, aber offenbar falsch vorhergesehen.

Spielstatistik: TSG 1899 Hoffenheim – RB Leipzig 4:0 (1:0)

TSG 1899 Hoffenheim: Baumann – Kaderabek, Akpoguma, Posch, Hübner (C, 76., Nordtveit), Zuber – Geiger – Rupp, Amiri (70. Demirbay) – Uth, Gnabry (65. Kramaric).

RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann (46. Bruma), Upamecano (46. Ilsanker), Konaté, Halstenberg – Demme (C), Keita – Kampl, Forsberg – Poulsen (71. Augustin), Werner.

Tor(e): 1:0 Amiri (13., Rupp), 2:0 Gnabry (52., Akpoguma), 3:0 Gnabry (62., Amiri), 4:0 Uth (87.); Torchancen: 7:4; Ecken: 0:7; Schiedsrichter: Siebert (Berlin); Gelbe Karten: Geiger (17.), Uth (30.) / -; Zuschauer: 28.000 in der Wirsol Rhein-Neckar-Arena Sinsheim. (mz)

(mz)