RBL gegen SCF

RB Leipzig gegen SC Freiburg: RB Leipzig feiert ersten Saisonsieg

Leipzig - Die Auftakt-Pleite in der Bundesliga kann RB Leipzig heute korrigieren: Im Heimspiel geht es ab 15.30 Uhr gegen den SC Freiburg. Wir berichten im Liveticker.

Von Martin Henkel und Ullrich Kroemer
Bundesliga, 2. Spieltag: RB Leipzig - SC Freiburg: Die Leipziger Spieler jubeln nach dem Spiel mit den Fans.
Bundesliga, 2. Spieltag: RB Leipzig - SC Freiburg: Die Leipziger Spieler jubeln nach dem Spiel mit den Fans. dpa

RB Leipzig hat seinen Heimspielauftakt in die neue Saison gegen den Sportclub Freiburg durch Tore von Timo Werner (48., 71.), Willi Orban (55.) und Sommer-Zugang Bruma (80.) bei einem Gegentreffer durch Florian Niederlechner (23.) 4:1 (0:1) gewonnen.

Erleichterung allerorten, weil es nach dem Gegentreffer eine Halbzeit lang so aussah, als würde der Ungeist eines jeden Aufsteigers in seinem zweiten Jahr Gestalt annehmen. Und eine Fehlstartdebatte den Vorjahreszweiten in die Länderspielpause begleiten.

Ob Jean-Kévin Augustin das auch so sah, blieb ohne Antwort an diesem Sonntagnachmittag, an dem die Fans vor dem Spiel eine Transparent unters Tribünendachgezogen hatten mit der Aufforderung: Vamos Lipsia! Auf geht’s, Leipzig! Der Franzose ist momentan noch ohne Übersetzer nicht zu befragen, weshalb der Zugang von Paris St. Germain nach dem Spiel die Nähe der Kabine suchte.

Vier Tore gegen Freiburg: RB Leipzig feiert ersten Sieg der Saison

RB-Trainer Ralph Hasenhüttl aber erzählte nach der Partie, er habe den jungen Stürmer lächeln gesehen, „was bei ihm nicht so oft vorkommt“. Aber „er war froh, dass er endlich spielen und zeigen konnte, was er kann. Er macht uns besser.“

Es hatte vor Anpfiff Bedenken an dem Start der Sachsen in ihre zweite Oberhaus-Saison gegeben. Nach dem 0:2 gegen Schalke, das vor allem durch das Fehlen aller Vorjahrestugenden zustande gekommen war, stand die Frage im Raum: Geht das gut mit all den Erwartungen aus der Vorsaison? Mit neuer taktischer Marschrichtung, weil die Gegner RB plötzlich den Ball überlassen? Mit vielleicht verloren gegangenem Selbstvertrauen? Mit neuem Personal?

45 Minuten lang schienen sich die ungewohnten Gedanken in der Messestadt zu bewahrheiten. RB erspielte sich Chancen, war im Abschluss aber harmlos und verunsichert. Der SC hatte so leichtes Spiel. Er stand tiefe, verteidigte kalten Herzens, konterte klug - und schloss den dritten mit der Führung ab. Marco Rerrazzino passte auf Panik Hagerer, der hob das Bein, der Ball lief weiter zu Florian Niederlechner, der Peter Gulasci mit einem trockenen Flachschuss keine Chance ließ.

RB Leipzig hat es noch drauf: Gäste aus Freiberg regelrecht überfallen

Hasenhüttl kochte, mit Boxermiene saß er auf seiner Bank und begleitete sein Team nach drei weiteren vergebenen Torchancen (Augustin, Werner, Marcel Sabitzer) in die Umkleide.

Es blieb sein Geheimnis, was er dort mit seinem Kader angestellt hat. Aber es wirkte Wunder. Jeder der knapp 40.000 Zuschauer durfte am Ende dieser spektakulären Halbzeit mit der Gewissheit nach Hause gehen, dass die Leipziger es immer noch draufhaben wie vor einem Jahr. Sie überfielen den SC regelrecht und nahmen ihm binnen drei Minuten durch einen Kopfball von Werner (nach Ecke Emil Forsberg) die Führung ab, legten mit einem Einschiebetor von Willi Orban (nach Pass von Augustin) das 2:1 vor und zermürbten die Gäste so lange, bis die sich ergaben.

Werner traf nach Pass von Augustin aus spitzem Winkel zum 3:1. Bruma schließlich veredelte das Ergebnis. Und zwar mit einem Kunstschuss, den bei RB im Vorjahr keiner draufgehabt hätte. Er wuchtete mit feinem Fuß einen Kopfballpass von Marcel Halstenberg aus 16 Metern ins obere Freiburger Toreck.

Bruma, Augustin - wenn es eine Nachricht aus diesem Spiel gab, dann die, das RB in der Breite besser aufgestellt ist als noch vor wenigen Monaten. Vor allem Augustin stopfte eine Lücke, die geschlossen zu haben, Trainer Hasenhüttl gefreut haben dürfte. Der Österreicher hatten den 20-Jährigen für Yussuf Poulsen aufs Feld geschickt. Dem Dänen war ein Schusstraining unter der Woche nicht bekommen, er hatte sich mit Oberschenkelbeschwerden abgemeldet.

Auch vorige Saison ist das mal der Fall gewesen. Poulsen fehlte unersetzbar zwischen dem 20. und 25. Spieltag. RB verlor in dieser Zeit zwei Partien und spielte eine remis. Dass ihnen das dieses Mal erspart geblieben ist, lag an einem lauffreudigen, klug spielenden Franzosen. Das können sie am Cottaweg vielleicht als Omen verbuchen. (mz)

Statistik

RB Leipzig – SC Freiburg 4:1 (0:1)

RB Leipzig: Gulacsi – Klostermann, Orban, Upamecano, Halstenberg – Keita, Demme (82. Laimer) – Sabitzer, Forsberg – Augustin (78. Bruma), Werner (85. Kaiser).

SC Freiburg: Schwolow – Lienhart, Schuster (C), Kempf – P. Stenzel, Günter – Höfler, Frantz – Niederlechner (52. Bulut), Terrazzino (70. Kath), Haberer (70. Petersen).

Tor(e): 0:1 Niederlechner (23., Terrazzino), 1:1 Werner (48., Forsberg), 2:1 Orban (55., Augustin), 3:1 Werner (71., Augustin), 4:1 Bruma (80., Halstenberg); Torchancen: 19:4; Ecken: 8:2; Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle); Gelbe Karten: Orban (1), Demme (1) / Höfler (1); Gelb-Rote Karte: Höfler (81., Foul an Forsberg); Zuschauer: 39.265 in der Red-Bull-Arena Leipzig. (mz)

RB Leipzig - SC Freiburg in der Red Bull Arena in Leipzig: Willi Orban (2.v.r.) jubelt nach seinem Tor zum 2:1 mit seinen Teamkollegen.
RB Leipzig - SC Freiburg in der Red Bull Arena in Leipzig: Willi Orban (2.v.r.) jubelt nach seinem Tor zum 2:1 mit seinen Teamkollegen.
dpa
Leipzigs Timo Werner (l.) gegen Freiburgs Marc-Oliver Kempf (unten) und Freiburgs Torwart Alexander Schwolow (r).
Leipzigs Timo Werner (l.) gegen Freiburgs Marc-Oliver Kempf (unten) und Freiburgs Torwart Alexander Schwolow (r).
dpa
Leipzigs Dayot Upamecano im Duell mit Freiburgs Karim Guede.
Leipzigs Dayot Upamecano im Duell mit Freiburgs Karim Guede.
imago sportfotodienst