Elanvoll gegen Lieblingsklub

RB Leipzig gegen Borussia Dortmund: Lukas Klostermann will auf der rechten Seite glänzen

Leipzig - Früher besuchte Lukas Klostermann Spiele von Borussia Dortmund als Zuschauer. Nun freut er sich als Spieler auf das Heimspiel von RB Leipzig.

Von Ullrich Kroemer 08.09.2016, 11:03

Lukas Klostermann kann sich an seinen bislang letzten Stadionbesuch bei Borussia Dortmund noch lebhaft erinnern. Als 17-Jähriger war der Rechtsverteidiger von RB Leipzig live dabei, als der BVB einen der wunderbarsten seiner vielen wunderbaren Europapokal-Abende feierte: 4:1 im Halbfinale der Champions League 2013 gegen Real Madrid. „Vier Tore von Robert Lewandowski – das war ein überragendes Spiel“, sagt Klostermann mit leuchtenden Augen.

Der einstige Leichtathlet kickte damals im Nachwuchs des VfL Bochum, was ihn nicht davon abhielt, seine Sympathie für den BVB zu pflegen. Als Junge aus dem Ruhrpott muss man sich zwischen Schalke und Dortmund entscheiden. Und Klostermann entschied sich für den BVB; von seiner Heimatstadt Gevelsberg brauchte er nur eine gute halbe Stunde bis zur Dortmunder Arena. „Ich war früher öfter mal im Dortmunder Stadion, ein gesunder BVB-Sympathisant war ich auf jeden Fall“, sagt Klostermann. „Deswegen freut es mich jetzt besonders, gegen einen Verein zu spielen, den ich von klein auf kenne.“

Kandidat für die Startelf

Denn wenn RB Leipzig an diesem Samstag zur Heimpremiere in der Bundesliga auf Borussia Dortmund trifft, wird Lukas Klostermann gegen seinen einstigen Lieblingsklub wohl selbst auf dem Platz stehen. Nach überstandener Oberschenkelblessur ist der Rechtsverteidiger heißer Kandidat für einen Platz in der Startelf. Für sein Debüt im Oberhaus hätte sich Klostermann keinen passenderen Gegner wünschen können. „Die Vorfreude auf Samstag ist nicht nur bei mir, sondern bei allen im Team groß. Das wird ein großes Spiel“, sagt er.

Beim Bundesligastart vor 14 Tagen, als seine Kollegen zum 2:2 bei der TSG Hoffenheim stürmten, hatte „Klosti“ verletzt passen müssen. Ein Tribut an seine Olympia-Teilnahme, bei der er bis auf das Spiel gegen die Fidschi-Inseln in allen Partien über die volle Distanz zum Einsatz gekommen war; im mit 1:2 verlorenen Endspiel gegen Brasilien sogar 120 Minuten lang. „Ich habe mich nach meiner Rückkehr aus Rio langsam wieder heran getastet“, sagt er. „Da kam mir die Länderspielpause entgegen, weil ich dadurch mehr Zeit hatte, wieder fit zu werden.“

Hasenhüttl hält sich bedeckt

Zwar trägt der sprintstarke Athlet noch einen Tapeverband um den Oberschenkel, konnte aber zuletzt ohne Probleme mit dem Team trainieren. „Ich freue mich, dass ich diese Woche die gesamte Vorbereitung absolvieren kann“, sagt er. Zwar sammelte Zugang Benno Schmitz zuletzt Pluspunkte auf der rechten Abwehrseite.

Doch Klostermann dürfte im Kampf um einen Platz in der Anfangsformation die Nase vorn haben: „Ich habe natürlich den Anspruch, regelmäßig zu spielen“, sagt er. „Aber auch ich muss mich durch gute Leistungen im Training anbieten. Das werde ich tun.“

Zwar mochte RBL-Trainer Ralph Hasenhüttl zu einzelnen Personalien noch nichts sagen. Doch auf welche Herausforderungen er sein Team vorbereitet, sah man an den Inhalten der Trainingssessionen. „Heute haben wir hauptsächlich auf engem Raum gespielt, aus dem wir uns mit wenigen Ballkontakten durchkombinieren und schnell aus Drucksituationen herauskommen mussten“, so Klostermann. Aggressive Balleroberungen, präzises Befreien und schnelles Umschaltspiel – dafür ist Lukas Klostermann im Spiel gegen seinen einstigen Lieblingsklub genau der richtige.

Die Partie Leipzig - Dortmund zeigt Sky am Sonnabend um 18.30 Uhr.  (mz)