Spielbericht

RB Leipzig: 3:1 gegen Bochum - Rangnick-Elf feiert siebten Heimsieg in Serie

Leipzig - RB Leipzig hat im Aufstiegsrennen eindrucksvoll vorgelegt und zumindest bis zum Montagabend die Tabellenspitze in der 2. Liga zurückerobert. Dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte schlug der Red-Bull-Klub den Tabellenfünften VfL Bochum mit 3:1.

Von Ullrich Kroemer 02.04.2016, 13:09
Die Leipziger Dominik Kaiser (l) und Emil Forsberg jubeln nach dem 1:0.
Die Leipziger Dominik Kaiser (l) und Emil Forsberg jubeln nach dem 1:0. dpa-Zentralbild

RB Leipzig hat im Aufstiegsrennen eindrucksvoll vorgelegt und zumindest bis zum Montagabend die Tabellenspitze in der 2. Liga zurückerobert. Dank einer deutlichen Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte schlug der Red-Bull-Klub den Tabellenfünften VfL Bochum mit 3:1 (0:0).

Nach dem Führungstreffer von Kapitän Dominik Kaiser (51.) avancierte der eingewechselte Doppeltorschütze Massimo Bruno mit seinen Premierentreffern für RB Leipzig zum Matchwinner (53., 63.). Losilla erzielte nach schwacher zweiter Hälfte den Ehrentreffer für den VfL (88.).

Ausgangslage

RB Leipzig musste an diesem 28. Spieltag im Aufstiegsrennen vorlegen. Mit einem Sieg konnten die „Roten Bullen” zumindest bis zum Auftritt des SC Freiburg am Montag wieder Tabellenplatz eins übernehmen und vor allem Verfolger 1. FC Nürnberg auf Distanz halten. Für die Hausherren sprach neben der Heimserie unter anderem die Tatsache, dass RB bisher alle drei Vergleiche gegen den VfL Bochum gewinnen konnte. Das 1:0 in der Hinrunde war einer der stärksten Auswärtsauftritte von RBL in dieser Spielzeit. Für den VfL war die Partie wohl endgültig die letzte Chance, um noch einmal in Richtung Relegationsrang drei zu schielen.

Personalien

RB-Trainer und -Sportdirektor Ralf Rangnick stellte wie erwartet im 4-2-3-1-System auf. Die einzig offene Position war noch die Besetzung der zweiten Stelle im defensiven Mittelfeld neben Diego Demme. Rangnick entschied sich für Rani Khedira als zweiten „Sechser” und gegen Ilsanker. Doch Khedira konnte nur eine gute Viertelstunde spielen. Bei einem Zweikampf im Mittelfeld verletzte sich der Schwabe und musste humpelnd für Massimo Bruno Platz machen. Für Khedira rückte der nach seiner Grippeerkrankung zurückgekehrte Kapitän Dominik Kaiser ins defensive Mittelfeld; Bruno übernahm den Kaiser-Part in der offensiven Reihe. Im Tor agierte wie zuletzt auch Peter Gulacsi und im Sturm setzte Rangnick zunächst nur auf Yussuf Poulsen als alleinige Spitze; Davie Selke musste nach seiner U21-Länderspielreise nach Russland zunächst wieder auf die Bank.

Fans

Aufstiegsendspurt und der gefühlte Frühlingsanfang in Leipzig lockten wieder ein paar Tausend Anhänger mehr ins Stadion als zuletzt. Vor allem in der zweiten Hälfte war die Unterstützung intensiv und lautstark. Unter den insgesamt 32.244 Stadionbesuchern war auch ein sehr prominenter Gast: Red-Bull-Gründer Dietrich Matschitz war zu seinem insgesamt zweiten Stadionbesuch in Leipzig eingeschwebt. Aus Bochum waren nur etwa 200 Fans mitgereist – recht mager für den Auftritt eines Traditionsklubs an einem April-Samstag.

Spielverlauf und Analyse

Man konnte RB Leipzig das Bemühen um einen engagierten Start in die wichtige Partie nicht absprechen. Doch Aufwand und Ertrag passten in der ersten Hälfte nicht zusammen. Es war den Leipzigern deutlich anzumerken, dass sie Rhythmus und Abstimmung vor allem in der Offensive nach Grippe und Länderspielpause erst wieder finden mussten. So boten sich zwar zahlreiche vielversprechende Situationen, doch wenn die Bochumer den Hausherren einmal Platz ließen, trafen Forsberg, Sabitzer & Co. entweder die falschen Entscheidungen oder das entscheidende Zuspiel geriet zu ungenau.

Zwar lag der Ball nach zehn Minuten im Bochumer Tor, doch Referee Benjamin Brand hatte zuvor abgepfiffen, weil Yussuf Poulsen den Kopf des Bochumer Felix Bastians mit der Fußspitze beinahe berührt hätte. Ob hier das Bein zu hoch war oder nicht etwa der Kopf zu tief, lag im Ermessen des Schiedsrichters. So blieb Diego Demme sein Premierentreffer in der 2. Liga versagt. Sonst war RB drückend spielbestimmend, wurde anfangs vor allem durch Standards gefährlich. Forsbergs Schüsse gerieten wie so häufig zuletzt zu hoch (4., 14.). So hatte der VfL Bochum die gefährlichste Chance der ersten 45 Minuten: Nach einem weitem Abschlag legte Simon Terodde den Ball auf Thomas Eisfeld ab, der völlig frei an Gulacsi scheiterte (22.).

RB versuchte es immer wieder über die linke Angriffsseite, wo Sabitzer allerdings gleich mehrfach daran scheiterte, den Ball ins Strafraumzentrum auf Poulsen & Co. durchzustecken (28., 37., 43.). Poulsen per Kopf (33.) und eine verunglückte Flanke des früh für den verletzten Rani Khedira eingewechselten Massimo Bruno (36.), die VfL-Keeper Probleme bereitete, blieben die gefährlichsten Szenen von RB.

Doch Rasenballsport hatte sich alle Wucht, Effektivität und Fortune offenbar für den Start der zweiten Hälfte aufgehoben. Wie so oft in dieser Spielzeit kamen die „Roten Bullen” brandgefährlich aus der Kabine. Nach einer Drangphase war es Kapitän Dominik Kaiser, der einen abgeblockten Ball vor die Füße bekam und aus über 20 Metern zum 1:0 abzog (51.). RB schaltete nun nach dem befreienden Führungstreffer endgültig in den Powerplay-Modus.

Nach einem tollen Vorstoß von Innenverteidiger Marvin Compper bediente Forsberg Massimo Bruno, der sich im Strafraum durchsetzte und seinen Premierentreffer zum 2:0 erzielte (54.). Forsberg (52.) und Poulsen (56.) hatten in dieser Phase noch zwei riesige Kopfballgelegenheiten. Kurz darauf hatte dann RBL bei einem Angriff gleich drei Chancen am Stück.

Nachdem die Bochumer zunächst noch gegen Poulsens Schuss und Forsbergs Lattenknaller abwehren konnten, erwischte Sabitzer mit seinem Nachschuss den Kopf von Bruno, der seinen zweiten Treffer zum 3:0 erzielte (63.). Der Matchwinner hätte sich auch noch einen Assist verdient gehabt, doch der eingewechselte Selke schoss eine kaum noch zu vergebende Vorlage des Italo-Belgiers über den Kasten (76.).

Bochum konnte kaum noch für Entlastung sorgen, hätte auch deutlich höher verlieren können. Auch als RB den Druck etwas aus dem Spiel nahm, war eigentlich kein wirkliches Aufbäumen der Gäste aus dem Ruhrpott mehr zu sehen. Dennoch brachte Bochum den Ball nach einer Ecke noch einmal gefährlich vors Tor, wo Anthony Losilla nach einem Lattentreffer per Kopf das aus RB-Sicht unnötige 3:1 erzielte (88.). Nur ein kleiner Makel einer eindrucksvollen Leipziger Leistung in Hälfte zwei.

Ausblick

RB Leipzig bleibt im Aufstiegsrennen genügend Zeit zur Regeneration; der nächste Auftritt steht erst am nächsten Montag bei Fortuna Düsseldorf an (20.15 Uhr). Bochum tritt bereits am kommenden Samstag daheim gegen den FSV Frankfurt an. (mz)

RB Leipzig – VfL Bochum 3:1 (0:0)

RB Leipzig: Gulácsi – Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg (84. Nukan) – Khedira (19. Bruno), Demme – Kaiser (C), Sabitzer, Forsberg – Poulsen (67. Selke)
VfL Bochum: Riemann – Celozzi, Fabian (C), Bastians (76. Cacutalua), Maria  – Losilla, Eisfeld – Bulut, Haberer (66. Novikovas), Terrazzino – Terodde 
Tore: 1:0 Kaiser (51.), 2:0 Bruno (54., Forsberg), 3:0 Bruno (63., Sabitzer), 3:1 Losilla (88., Fabian)
Ecken: 4:5, Chancen: 13:3
Schiedsrichter: Benjamin Brand (Bamberg) Gelbe Karten: 87. Orban (9.) / 71. Fabian (8.), 75. Bastians (3.)
Zuschauer: 32.244 in der Red-Bull-Arena Leipzig