RB Leipzig vs. VfL Wolfsburg

Ralph Hasenhüttl will stabile RB-Defensive gegen den VfL Wolfsburg

Leipzig - RBL beschäftigt sich vor dem Duell gegen den VfL mit der gestiegenen Zahl der Gegentore.

Von Ullrich Kroemer
Trainer Ralph Hasenhüttl will sich gegen Wolfsburg endlich mal wieder über ein zu-Null-Spiel freuen können.  imago sportfotodienst

Ein wenig unangenehm war Emil Forsberg und Ralph Hasenhüttl das ungewohnte Umfeld schon. RB Leipzig hatte seine Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg (Sa., 15.30 Uhr) in die Brauerei des lokalen Biersponsors verlegt.

Nach dem Auftritt im Empfangssaal des Bierherstellers vor den Toren Leipzigs bekam das RBL-Duo zwei tönerne Bierkrüge überreicht und einen Träger mit einem halben Dutzend Bierflaschen. Dabei trinkt der Trainer des Bundesligisten nur höchst selten mal ein Glas Gerstensaft; Spielmacher Forsberg wand sich in Anwesenheit des Chefcoachs um eine Antwort auf die Frage nach seinen Bier-Gewohnheiten herum. Mit Gerstensaft fremdeln sie beim Energy-Drink-Klub doch merklich.

RB Leipzig noch ohne zu-Null-Spiel

Auf sichererem Terrain bewegten sich die Protagonisten des Champions-League-Aspiranten bei den Fragen nach den aktuellen fußballerischen Herausforderungen.

So war es trotz der positiven Bilanz von zuletzt sieben Punkten in drei Spielen in dieser Woche Thema, dass RB im Jahr 2017 mehr Gegentore zulässt, als noch in der Hinrunde. Sieben Gegentreffer waren es in den vergangenen vier Spielen; ein Spiel ohne gegnerisches Tor war in den sechs bisherigen Rückrundenpartien noch gar nicht gelungen.

Auch Hasenhüttl ist nicht verborgen geblieben, dass die Gegner häufiger jubeln als noch in der Hinrunde. „Es wäre schön, wenn wir wieder mal zu Null spielen”, hatte der Fußballlehrer bereits unter der Woche gesagt. „Das ist uns wichtig, da legen wir immer wieder den Finger in die Wunde.” Aber er plädierte für Verhältnismäßigkeit. Für einen Aufsteiger habe sein Team in der ersten Saisonhälfte schließlich „verdammt wenig” Tore zugelassen.

Ralph Hasenhüttl: "Wir lassen nicht mehr Chancen zu"

Und auch aktuell sieht der Österreicher keinesfalls ein strukturelles Problem im Spiel seines Teams: „Dass wir mal ein oder zwei Tore kassieren, ist nicht so beängstigend, wenn man sieht, wie die Tore zustande kommen. Wir lassen schließlich nicht viel mehr Chancen zu.” Drei der letzten Gegentore fielen nach Ecken, dazu wurden Distanzschüsse des Gegners sowie mangelnde Restfeldverteidigung als Ursachen ausgemacht.

Gegen Augsburg etwa habe sein Team „in der Rückwärtsbewegung den ersten Schritt zu spät gemacht, dann haben wir uns darauf verlassen, dass wir den Zweikampf eh wieder gewinnen, und dann hatten wir nicht genügend Personal, um das noch zu retten”, analysierte Hasenhüttl. „Da müssen wir die Rückwärtsbewegung noch konsequenter einleiten.”

RB Leipzig tut sich schwer damit, das Spiel selbst zu machen

Das hängt freilich auch mit den veränderten Anforderungen an den Aufsteiger in der Rückrunde generell zusammen. So muss die Pressing-und-Umschalt-Mannschaft aus Leipzig immer häufiger selbst das Spiel machen. Bei Spielen mit über 60 Prozent eigenem Ballbesitz wie gegen Augsburg oder den HSV tut sich Rasenballsport derzeit schwer.

Mit Blick auf den neben ihm platzierten Forsberg sagte Hasenhüttl: „Emil weiß, dass wir im Training sehr viele Inhalte setzen, um den Jungs Lösungen aufzuzeigen, wie man gegen diese Mannschaften durchkommen kann. Wenn man Zweiter in der Bundesliga ist, kommt halt nicht jede Mannschaft und spielt flott nach vorn.” Das brauche „Geduld und Präzision auf engstem Raum, das muss unser nächster Schritt sein.”

Ralph Hasenhüttl hofft auf frühes Tor gegen Wolfsburg

Gegen den Abstiegskandidaten aus der VW-Stadt jedoch, glaubt Hasenhüttl, dass RB wieder stärker seine ursprünglichen Tugenden betonen kann, „weil Wolfsburg eine Mannschaft ist, die mit mehr fußballerischer Qualität kommt”. Dazu setzt der Erfolgscoach wieder auf eine erfolgreiche Startphase – gerade bei Heimspielen ein Erfolgsgarant. „Wir wollen wieder so sehr am Rad drehen, den Gegner so sehr stressen, dass er sich das Ding so wie Köln am besten selbst reinlegt”, forderte der Trainer. (mz)