Hasenhüttl über Khedira

Ralph Hasenhüttl über Rani Khedira : „Ich gebe ihn nicht her!“

Leipzig - RB Leipzig Trainer Ralph Hasenhüttl will, dass Khedira in seiner Mannschaft bleibt.

Von Martin Henkel
Ralph Hasenhüttl bedankt sich bei Spieler Rani Khedira
Ralph Hasenhüttl bedankt sich bei Spieler Rani Khedira dpa-Zentralbild

Ein leichter Sonntagmorgen für Ralph Hasenhüttl. Spiel am Nachmittag zuvor gegen den 1. FC Köln 3:1 (2:0) gewonnen und so ziemlich alle Ersatzspieler waren anderntags nicht einsatzfähig für eine morgendliche Trainingseinheit, die Hasenhüttl immer persönlich leitet. Unter anderem war Davie Selke indisponiert, der Zeh: geschwollen.

Der Rest des Kaders trat sich im Innenraum der Red-Bull-Akademie das Laktat aus dem Gewebe, wobei sie ihren Trainer nicht wirklich brauchen. Zeit also, um das gute Gefühl vom Vortag noch ein bisschen wirken zu lassen. Allerbest gelaunt tänzelte der Österreicher deshalb vor den vier Handvoll Fans, die sich am Trainingsplatz eingefunden hatten, schrieb ein paar Autogramme und parlierte ein bisschen über die Partie gegen die Rheinländer. Tolle erste Halbzeit, zwei Treffer vor der Pause von Emil Forsberg (5.) und Dominic Maroh (Eigentor, 34.), weniger tolle Nachpausenminuten, in denen Köln durch Yuya Osako verkürzte (53.) und dann wieder in den RB-Modus geschaltet mit einem Wechsel von Vierer- auf Fünferkette durch die Hereinnahme von Rani Khedira für Forsberg (65.) und einem anschließenden Kontersprinttor von Timo Werner (65.).

RB Leipzig: Hassenhüttl will Khedira behalten

Apropos Khedira: Der Vertrag läuft im Sommer aus. Wie weiter? Für Hasenhüttl ist das keine echte Frage. „Ich gebe ihn nicht her!“, sagte der Trainer lächelnd. „Wenn es nach mir geht, bekommt er einen neuen Vertrag.“ Ein Statement wie Pauken und Trompeten. Khedira galt bislang als Abschiebe-Kandidat, Sportdirektor Rangnick hatte vor einiger Zeit das Urteil gesprochen, der jüngere Brüder des Nationalspielers Sami Khedira könne vieles gut aber nicht vieles richtig gut. Damit schickt man Spieler eigentlich auf den Markt. Doch der 23-Jährige will offenbar nicht weg. Und sein Trainer findet das offenbar ganz und gar löblich.

Bis zum 12. Spieltag musste der defensive Mittelfeldspieler auf seinen ersten Einsatz in der Bundesliga warten. Er spielte drei Minuten gegen Freiburg. Danach jeweils ein paar Sekunden gegen Schalke und Hoffenheim. Dann fielen Hasenhüttl vor dem Spiel gegen Dortmund reihenweise die Spieler um, und so kam Khedira zu seinem ersten Startelfeinsatz. Ein solider Auftritt beim 0:1 war das, ebenso wie seine 14 Minuten gegen Gladbach vor einer Woche und seine 25 gegen Köln. Immer dann, wenn der Trainer auf Fünferabwehrreihe umstellt, ist Khedira zur Stelle.

Rani Khedira ist Hasenhüttles erste Wahl

Das verspricht für die kommenden Spiele einiges. Hasenhüttl riegelt seinen Hinterhof immer öfter mit einem zusätzlichen Defensivmann ab. Khedira ist seine erste Wahl. „Ich finde, dass er in den letzten drei Spielen gezeigt hat, dass man sich auf ihn auch in der Bundesliga zu 100 Prozent verlassen kann“, sagte der Chefcoach. „Er macht einfach wenig falsch. Solche Spieler in der Hinterhand zu haben, ist für jeden Trainer wertvoll.“ Spielerisch. Und menschlich sowieso. „Ich finde, dass er sich als Mensch fantastisch verhalten hat in der Phase, in der er nicht gespielt hat. Solche Profis kannst du dir nur wünschen.“

Jetzt muss sich nur noch Rangnick überzeugen lassen. Er macht die Verträge. Es sei denn, Khedira kommt auf die Idee, dass die guten Leistungen zu mehr taugen als für die Hinterhand seines Trainers. Dann geht er vielleicht doch auf Reisen. Es kostet ihn und andere ja nichts. (mz)