Zwölf-Millionen-Euro-Mann bei RBL

Dayot Upamecano bei RB Leipzig: Darum ist er ein Ausnahmetalent

Leipzig - Um den 18-jährigen Dayot Upamecano warben Europas Top-Klubs. Schon im ersten Einsatz für RB Leipzig zeigte der Franzose warum.

Von Ullrich Kroemer
Dayot Upamecano kam in Dortmund zu seinem ersten Einsatz.

Bei Bundesligaspielen werden mittlerweile Dutzende Statistikdaten von jedem Akteur erhoben. Eine Geschwindigkeitsmessung der Spieler gibt es allerdings noch nicht. Im Falle von Dayot Upamecano ist das bedauerlich, denn wie schnell der bullige Innenverteidiger (1,85 Meter, 83 Kilogramm) von RB Leipzig tatsächlich ist, wäre durchaus interessant. Sein Sprint in der Partie bei Borussia Dortmund jedenfalls, als er Pierre-Emerick Aubameyang – den vermeintlich schnellsten Spieler der Bundesliga – in der Schlussphase nach einer Ecke über den gesamten Platz verfolgte und ihm dabei zehn Meter abnahm, erlangte nicht nur in den sozialen Netzwerken Popularität. Auch Trainer Ralph Hasenhüttl sagte später anerkennend: „Ich wüsste gern mal den Speed, den er in der Szene hingelegt hat. Das war nicht langsam.“

Dayot Upamecano bei RB Leipzig: Trainer Hasenhüttl spricht von „Rohdiamant“

Zwar ist der Ende Oktober 18 Jahre alt gewordene Abwehrspieler der jüngste unter den vielen jungen RB-Kickern und nicht einmal vier Wochen in Leipzig. Doch im Spiel gegen den Hamburger SV am Samstag könnte das Ausnahmetalent bereits zum ersten Mal von Beginn an zum Einsatz kommen. Weil Routinier Marvin Compper (31) seine Gelbsperre absitzen muss, könnte Youngster Upamecano von Beginn an auflaufen.

Zwar bezeichnet Hasenhüttl den Zwölf-Millionen-Euro-Mann noch als „Rohdiamant“. Doch der Österreicher sagte bereits direkt nach dem Spiel in Dortmund: „Ich bin froh, dass ich ihn habe. Es kann durchaus sein, dass er nächste Woche spielen muss.“ Da der Mann aus dem französischen Évreux seit anderthalb Jahren mit der Red-Bull-Spielphilosophie vertraut ist, bringt er genügend taktisches Verständnis mit, um beim Sprung ins kalte Wasser nicht unterzugehen.

Er selbst geht in dieser Woche demütig, aber zielstrebig mit der großen Chance um. Dem Fachblatt Kicker sagte der Modellathlet über seine Ambitionen für die Startelf: „Ich arbeite hart darauf hin. Und ich weiß, dass ich jetzt so weit bin.“

Spiel gegen BVB: Fünferkette stabilisierte RB-Spiel sichtlich

Hasenhüttl unterstrich am Donnerstag, dass Stefan Ilsanker spielen werde und eben Upamecano auch eine Alternative für den vakanten Posten im Abwehrzentrum sei. Der Österreicher schloss auch nicht aus, dass wie in Dortmund auch gegen den HSV beide gemeinsam agieren können. In Dortmund hatte Hasenhüttl nach Upamecanos Einwechslung (66. Minute) auf Fünferkette umstellen lassen, was das RB-Spiel sichtlich stabilisierte. „Das war genau in einer Phase, in der wir enorm unter Druck waren. Dann hatten wir plötzlich die besten Chancen, selbst noch das Tor zu machen“, so der Trainer. Daher sei diese Variante „schon für die Zukunft im Hinterkopf“.

Doch selbst wenn Upamecano gegen den HSV „nur“ von der Bank kommen sollte: Wie viel sie in Leipzig von der physischen Präsenz und technischen Veranlagung des französischen Nachwuchsnationalspielers halten, zeigten die wochenlangen Verhandlungen, als RB Europas Top-Klubs ausstach und Upamecano von der Salzburger zur Leipziger Red-Bull-Filiale lotste.