Vertrag bei Saale Bulls verlängert

Warum Jannik Striepeke aus Halle nicht mehr weg will

Stürmer Jannik Striepeke spielte die beste Saison seiner Zeit bei den Saale Bulls. Holger John

Die Wurzeln graben sich immer tiefer in die hallesche Erde. Da waren ja schon Sport, Ausbildung und Partnerin. Jetzt gibt es auch noch Lena. Ergo: „Ich komme hier nicht mehr weg“, sagt Jannik Striepeke - nur im Spaß. Er will ja auch gar nicht mehr weg. Denn: „Dafür gibt es für mich keinen Grund.“

Für den gebürtigen Mannheimer sind Halle und Umgebung längst Heimat geworden. Hier hat er seine Freundin Anne kennengelernt, hier studiert er - in Merseburg BWL - , hier ist im März Lena, sein erstes Kind geboren worden. Und hier spielt er Eishockey. Auch in Zukunft.

Der Angreifer hat seinen Vertrag bei den Saale Bulls um ein Jahr verlängert. Am Mittwoch hat das der Eishockey-Oberligist bekanntgegeben.

Jannik Striepeke: Harte Checks sind sein Markenzeichen

So einfach Striepeke die Entscheidung für die Verlängerung gefallen ist, so einfach war sie auch für die Bulls. Schließlich bildete Striepeke in der vergangenen Saison einen wichtigen Teil des Erfolgensembles, das den dritten Platz in der Oberliga Nord belegte.

Im Überblick: Der Saale-Bulls-Kader 2021/22

Der 32-Jährige ist ohnehin fleißiger Arbeiter und williger Zweikämpfer, Spezialität: harte Checks. In der abgelaufenen Serie war er aber auch offensiv ein so großer Faktor wie nie zuvor. 37 Torbeteiligungen gelangen Striepeke in 33 Spielen. Bestwert im Trikot der Saale Bulls, für die der Angreifer bereits seit 2017 aufläuft.

Jannik Striepeke arbeitet neben seinem Sport bei den Saale Bulls

„Ich kann gar nicht genau sagen, woran das liegt“, sagt er über den Leistungsschub vor dem Tor. Ideen hat Striepeke aber: „Im Team hat es gepasst, wir haben uns gegenseitig hochgezogen. Dazu habe ich aber auch die Zeit in der Halle ganz neu genossen und viel Spaß auf dem Eis gehabt.“

Was sich mit seinen Lebensumständen erklären lässt. Als einer von wenigen Profis der Bulls arbeitet Striepeke neben dem Hockey. Er ist bei einem Abrechnungsdienstleister angestellt - während der Saison in Teilzeit, in der Sommerpause in Vollzeit. Dazu kommt, berufsbegleitend, das BWL-Studium. Und nun ist Striepeke eben auch noch Familienvater. Obwohl ihm Lena das ziemlich einfach macht. „Sie ist ein Sahnekind, schläft gut, wird nachts nur einmal wach“, erzählt er.

Durch die vielen Verpflichtungen sieht Striepeke den Sport inzwischen mehr als Ausgleich und weniger als Beruf. Was aber nicht heißt, dass er nicht mehr mit Ehrgeiz bei der Sache ist. Sein Ziel bleibt gleich: „Ich bin mit Bad Nauheim schon einmal aufgestiegen. Dieses Gefühl will ich nochmal erleben.“ Mit Halle. (mz/Fabian Wölfling)