Mitteldeutsche Basketball-Academy (MBA)

Stagniert der MBC-Nachwuchs in der Corona-Krise?

Der Ligabetrieb im Nachwuchsbereich wurde frühzeitig abgebrochen. Wie die MBA damit umgeht und welche Alternativen angeboten werden.

Weißenfels - Ende März machten die Verantwortlichen der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) Nägel mit Köpfen und erklärten die Saison 2020/2021 in der NBBL und Jugend-Basketball-Bundesliga (JBBL ) für beendet. Bereits seit November war aufgrund der Coronapandemie an einen geordneten Trainings-und Spielbetrieb nicht mehr zu denken.

Von einer richtigen Entscheidung sprachen damals die verantwortlichen Trainer der Mitteldeutschen Basketball-Academy (MBA), die mit je einem Team in den beiden höchsten Spielklassen im deutschen Nachwuchsbasketball vertreten sind.

Gerade einmal vier Ligaspiele hatten beide Mannschaften absolviert, standen so schlecht nicht da. Das von Markus Brambora trainierte Team der JBBL, also den unter 16 Jahre alten Nachwuchsspielern, fand vornehmlich seine ärgsten Widersacher in Sachsen und Thüringen. Der Auftakt gegen Dresden verlor man zu Beginn deutlich mit 52:80, siegte anschließend gegen Kassel mit 89:61 und ließ Bayreuth mit 100:71 hinter sich. Staffelfavorit Jena zeigte dem MBA-Nachwuchs seine Grenzen auf, setzt sich mit 81:64 durch.

MBC-Nachwuchs: Trainer befürchten Stagnation

Ähnlich zeigte sich die Situation beim MBA-Nachwuchs in der NBBL den unter 19 Jahre alten Basketball-Talenten. „Unfinished business“, also frei übersetzt mit „nicht erledigtem Job“, umschreibt Cheftrainer Chris Schreiber die kurze Saison. Der Auftakt gegen die Niners aus Chemnitz ging mit 53:58 zunächst gründlich daneben.

Und auch das zweite Spiel gegen Würzburg lief nicht ganz nach dem Geschmack von Schreiber. Das verlor man mit 68:73. „Sie mussten sich erst finden“, sagt der Coach später. Das taten sie, landeten in der dritten Partie einen 116:71-Kantersieg gegen Bayreuth und ließen dem ein 64:57-Heimerfolg gegen Dresden folgen.

Dann kam das, was beide Coaches sich am wenigsten eingeplant hatten. Der Lockdown beendete nicht nur den Wettkampfbetrieb, auch an ein seriöses Basketballtraining ist seither nicht mehr zu denken. Nur die Schüler der Sportschule in Halle konnten weiter trainieren. Für alle anderen galt seither Online-Training.

Online-Training als Herausforderung für die Trainer

Eine besondere Herausforderung für beide Trainer und ihre Assistenten, erzählt Alexander Rolle, Leiter der Mitteldeutschen Basketball Academy. „Sie ziehen alle mit, nutzen auch die Angebote ihrer Heimatvereine“, bestätigt Chris Schreiber, der sich seither mit seinen Jungs, wie auch Markus Brambora, regelmäßig per Video-Stream trifft.

Sicher ist es ein erster Schritt, dass man sich nun seit Kurzem auch in kleinen Gruppen im Freien treffen kann. „Aber das ersetzt nicht das Training in der Halle“, sagt Rolle. Vielmehr befürchtet er eine gewisse Stagnation in der sportlichen Entwicklung des Basketball-Nachwuchses. „Das wird natürlich Auswirkungen haben. Zwar lernen junge Menschen schneller, aber es wird schon eine ganze Weile dauern, bis sie wieder den Anschluss finden“, ist er sich sicher.

Für ihn und die Nachwuchstrainer der MBA sei es daher wichtig, dass man schnellstmöglich wieder in den normalen Trainingsmodus zurückkehre. Angesicht der aktuellen Inzidenzzahlen hat aber nicht nur Alexander Rolle so seine Zweifel, dass das kurzfristig gelingt.

„Summer-League“ soll von Juni bis Ende August stattfinden

Dennoch, den Kopf in den Sand zu stecken, ist für ihn und die MBA-Trainer keine Option. Das die Verantwortlichen der NBBL und der JBBL bereits eine Alternative zur abgebrochenen Saison vorlegten, ist für Alexander Rolle ein Schritt in die richtige Richtung. Die planen in diesem Jahr erstmalig eine „Summer-League“, die zwischen dem 1. Juni und dem 31. August stattfinden soll.

Neben einem Fünf-gegen-Fünf ist auch ein Drei-gegen-Drei-Format vorgesehen. Zudem soll es, ähnlich wie im Ligabetrieb, Heim-und Auswärtsspiele geben. Man arbeite bereits an Hygienekonzepten, plane regelmäßige Tests, bestätigt Rolle, doch „Wir müssen sehen, inwiefern das finanziell umsetzbar ist.“

Die größte Unbekannte bleibt aber der Faktor Zeit. „Klar wäre es ein Schritt in Richtung Normalität, aber ich sehe uns vor Ende Mai oder Anfang Juni nicht im Trainingsbetrieb. Aber sie brauchen mindestens sechs Wochen, um wieder auf ein vernünftiges Level zu kommen“, ist er sich sicher. Insofern wird man mit den Verantwortlichen der JBBL und der NBBL sicher nochmals über eine neue Terminierung reden müssen.

An der Idee der „Summer League“ hält Alexander Rolle jedenfalls fest. „Ich weiß, dass die Jungs darauf brennen, wieder spielen zu können. Ich bin mir sicher, dass sie sogar auf ihre Sommerferien verzichten würden, um wieder Wettkämpfe bestreiten zu können“, sagt der MBA-Chef. Daher werde man alles mögliche dafür tun, dass sie so schnell wie möglich wieder ihrer Passion nachgehen können. Denn eines steht fest: Der Syntainics MBC braucht den Nachwuchs, genauso, wie der Nachwuchs den MBC braucht. (mz/Olaf Wolf)