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MBC empfängt Jena MBC empfängt Jena: Abstiegs-Gipfel wird zum Spiel gegen die Angst

Von Daniel George 05.04.2019, 10:27
Lee Moore zieht für den MBC dynamisch zum Korb.
Lee Moore zieht für den MBC dynamisch zum Korb. www.imago-images.de

Weissenfels - Verlieren, absteigen, kurzum: versagen – solche Ängste schwirren Spielern immer wieder durch den Kopf im Abstiegskampf. Erst recht, wenn es vorentscheidend wird. So wie am Sonnabend ab 18 Uhr im Heimspiel des Mitteldeutschen Basketball Clubs (MBC) gegen Jena: „Der Ausgang dieser Partie hat große Bedeutung“, sagt Silvano Poropat, Cheftrainer des Bundesligisten aus Weißenfels. „Das wissen wir, die Spieler und auch die Fans.“

Also gilt es, vor allem den Kampf im eigenen Kopf zu gewinnen: den gegen die Angst. Poropat meint: „Wir bereiten uns mit größter Sorgfalt und Motivation vor und glauben an einen guten Ausgang.“

MBC verlor das Hinspiel in Jena deutlich

Ein Sieg wäre für beide Mannschaften so wichtig. Jena ist aktuell Letzter, davor steht Bremerhaven, Weißenfels belegt den ersten Nichtabstiegsplatz. Alle drei Teams haben fünf Siege auf dem Konto.

Das Hinspiel gegen Jena verlor der MBC auswärts mit 64:81. Ein Heimerfolg jetzt wäre ein großer Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt. Zumal am letzten Spieltag auch noch Bremerhaven in der Stadthalle gastiert. Zwei Siege in diesen Duellen würden wohl den Klassenerhalt bedeuten.

„Wir brauchen dazu eine Stadthalle voller MBC-Fans, die uns lautstark von den Rängen unterstützen und so mit uns eine Einheit formen“, beschwört Silvano Poropat den Zusammenhalt. „Wir haben hier in unserer Stadt schon oft gezeigt, dass wir eine Familie sind. Wir haben bewiesen, dass mit Zusammenhalt, Kampf und Leidenschaft alles möglich ist. Der Wolfsbau ist ein sehr energievoller Ort. Ich würde mich als Trainer und als Mensch freuen, diese Energie, die in uns allen steckt, am Samstag als großes Ganzes noch mal zu spüren.“

Jena kommt mit namhaften Profis nach Weißenfels

Das vergangene Heimspiel gewann der MBC vor zweieinhalb Wochen gegen Gießen (86:83). Es folgte eine Auswärtspleite in Bonn (98:105). Nun soll wieder daheim der sechste Saisonsieg her.

„Ein leichtes Unterfangen wird das nicht, denn Jena „kommt mit Top-Spielern und hoher Ambition nach Weißenfels“, weiß auch Coach Poropat. Namhafte Routiniers wie Immanuel McElroy (39 Jahre alt), Derrick Allen (38), Julius Jenkins (38), Dru Joyce (34) und Reggie Williams (32) gehören zum Aufgebot der Thüringer.

Und: „Es sieht gut aus, dass wir am Samstag alle dabei haben werden“, sagte Jenas Trainer Björn Harmsen, der früher auch beim MBC an der Seitenlinie stand, in dieser Woche bei Magentasport. Er meinte: „Wir haben zwar noch acht Spiele, aber das wird jetzt schon ein sehr vorentscheidendes in Weißenfels.“

Jena ist nach Niederlagen-Serie angeschlagen

In den vergangenen Spielzeiten konnte sich Jena immer frühzeitig den Klassenerhalt sichern. Dass es in dieser Saison so holprig läuft, überrascht. „Die Erwartungen waren vor der Saison hoch, aber wir haben sie von Anfang an nicht erfüllen können“, sagt Harmsen. „Jetzt wissen alle, worum es geht: für den Klassenerhalt zu kämpfen.“

Doch die vergangenen sieben Partien hat Jena allesamt verloren. Warum? „Wir haben am Ende immer Angst zu verlieren“, sagt Björn Harmsen. „Dann bewegen wir den Ball nicht mehr richtig, nicht mehr mit der Ruhe, die wir in solchen Situationen brauchen und mit der wir auch spielen können.“ Der Kopf entscheidet also. Harmsen sagt: „Wir stehen auf dem letzten Platz, das geht an keimen spurlos so vorbei.“

Jena ist also angeschlagen – und das könnte die Chance sein für den MBC. Vorausgesetzt, die Wölfe gewinnen das Spiel gegen die eigene Angst. Anders als vor einem Monat. Denn da verlor Weißenfels daheim das Abstiegsduell gegen Crailsheim mit 82:87, war mental nicht bereit für die so wichtige Partie. Diesmal muss der MBC abliefern – sonst wird es ganz eng mit dem Klassenerhalt. (mz)