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Nur Handball reicht ihm nicht Handballer Bastian Roscheck vom DHfK Leipzig arbeitet am Leipziger Flughafen

30.07.2020, 10:35
Bastian Roscheck vom SC DHfK steht im Hangar des Logistikunternehmens DHL.
Bastian Roscheck vom SC DHfK steht im Hangar des Logistikunternehmens DHL. dpa-Zentralbild

Leipzig/Schkeuditz - Überzeugt hat Bastian Roscheck letztlich eine Nachtwanderung. Vor gut zwei Jahren versammelten sich die Handballer des SC DHfK zu fortgeschrittener Stunde am DHL-Hub am Schkeuditzer Flughafen und ließen sich durch die Welt des Logistik-Riesen führen.

Das hat den 29-Jährigen so beeindruckt, dass er ab September öfter raus zu dem gewaltigen Hangar fährt. Dann aber zum arbeiten - sozusagen als Nebenjob zur Rolle des Abwehrchefs in der Bundesliga.

Bastian Roscheck arbeitet am Flughafen Leipzig: „Jeder Sportler braucht seinen Ausgleich“

„Ich bin vom Typ her nicht so, dass ich nur Handball spiele. Das tut mir nicht gut und meiner Frau auch nicht“, sagt Roscheck und grinst. Für ein paar Stunden in der Woche wird er künftig in der Personalabteilung des Unternehmens arbeiten. „Ich fühle mich sehr wohl damit, in ein anderes Umfeld zu kommen. Jeder Sportler braucht seinen Ausgleich. Der eine spielt Golf, der andere hat einen Hund.“ Und Roscheck geht eben arbeiten.

Bis Dezember büffelte der knallharte Abwehrspieler an seinem Master in Wirtschaftspsychologie. Nun will er sein Wissen in der Praxis anwenden. „Das wird mich nicht zusätzlich stressen. Die Zeit, die ich vorher für das Studium gebraucht habe, verwende ich nun eben für die Arbeit“, berichtet Roscheck. Der Sport, betont er, werde auf keinen Fall darunter leiden.

Von seinem Chef bekommt Roscheck für das Abenteuer Arbeitswelt volle Rückendeckung. „Basti ist sehr fleißig und professionell. Schon sein Studium hat sehr viel Selbstdisziplin erfordert. Er bekommt das hin“ sagt Trainer André Haber. Ihn wundere es nicht, dass Roscheck sich neben dem Sport noch eine weitere Herausforderung gesucht hat.

SC DHfK Leipzig: Behutsamer Aufbau nach langer Corona-Pause

Als Herausforderung ist auch die Vorbereitung auf die neue Saison anzusehen. Seit vier Wochen trainieren die DHfK-Handballer wieder. Und mittlerweile sind die Profis fast soweit, zweimal am Tag trainieren zu können. Der behutsame Aufbau war nach der langen Corona-Pause von drei Monaten zwingend. „Bisher hat sich niemand muskulär verletzt. Das zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind“ sagt Haber.

Dieser Weg soll noch in der Vorbereitung zu Spielen mit Zuschauern führen. Um zu sehen, wie die Chancen stehen, schaut Roscheck täglich ins Internet. „Ich schaue immer nach den Zahlen, ob wir eine zweite Welle fürchten müssen“, sagt der gebürtige Krefelder. Er sehnt sich nicht nur nach dem Wettkampf, sondern vor allem nach Spielen mit Zuschauern.

Die ersten Tests werden noch vor einer Geisterkulisse stattfinden. Und da für die Bundesliga längst noch nicht sicher ist, ob vor Zuschauern gespielt werden kann, will man dort den Ernstfall proben. „Da kann man sich in den Modus bringen und ich denke, der Trainer wird einige Dinge ausprobieren, wie er uns motivieren kann“, erklärt Roscheck. (dpa)