Handball-2. Liga Handball-2. Liga: Mut zur Lücke - DRHV erwartet Hüttenberg und steht unter Druck

Dessau - Ein Spiel, das einige Fragen offen ließ - in seiner Analyse hat Uwe Jungandreas, Chefcoach von Dessau-Roßlaus Zweitliga-Handballern, Antworten gefunden, wie es am vergangenen Samstagabend im Auswärtsspiel beim EHV Aue trotz einer in der zweiten Halbzeit zwischenzeitlichen Fünf-Tore-Führung noch zu einer 22:23-Niederlage kommen konnte.
Wider besseren Wissens hat Jungandreas den Eindruck gewonnen, dass es im Derby an der richtigen Einstellung gefehlt hat. „Wenn ich 14 Meter vor dem Tor einen Ball aus der Hand fallen lasse, ist dafür kein Nervenkostüm zuständig, dann fehlt die geistige Präsenz“, sagt er.
Technische Fehler und Fehlwürfe in Serie - in Aue hakte es an vielem beim DRHV
Technische Fehler bei einfachsten Dingen, Fehlwürfe in Serie - der erste Pflichtspielauftritt im Kalenderjahr 2021 hat bei Jungandreas nachgewirkt. Elf Ballverluste und zwölf verfehlte Torwürfe standen am Ende in der Statistik des Dessau-Roßlauer HV. „Solche Zahlen darf man sich nicht leisten, damit gewinnt man in der dieser Liga kein Spiel“, sagt der Chefcoach. „Uns hat die geistige Präsenz gefehlt.“, wiederholt er abermals.
Dabei sah Mitte der zweiten Halbzeit eigentlich alles gut aus. Dessau-Roßlau steigerte sich und führte mit 18:13, und „Aue war kaputt“, hat Jungandreas noch einmal in seiner Analyse beobachtet. Doch dann passierte das, was in dieser Saison dreimal passiert ist: DRHV ließ sich die eigentlich komfortablen Führung noch aus der Hand nehmen.
Dabei habe Aue in den letzten zehn Minuten nicht einmal besonders gut gespielt, sondern von den Unzulänglichkeiten Dessau-Roßlaus profitiert. Jungandreas ärgert das, denn: „Wir machen immer wieder die gleichen Fehler.“ Der DRHV hat nun aber schnell die Chance, die Niederlage ein Stück weit auszuwetzen. Mittwochabend gastiert Hüttenberg in der Anhalt-Arena.
Jungandreas: Wir müssen daran arbeiten, es wieder besser zu machen
Doch wie geht man mit einer Mannschaft um, die in den letzten Monaten mehrfach sicher geglaubte Punkte verschenkt und sich damit selber um eine richtig gute Ausgangslage im Kampf um den Klassenerhalt gebracht hat? Auf die Spieler draufzuknüppeln, davon hält Uwe Jungandreas nichts. Einfach abhaken ist dem Cheftrainer aber auch zu einfach: „Wir müssen daran arbeiten, es wieder besser zu machen.“ Die Mannschaft muss sich daran erinnern, wie sie speziell zu Saisonbeginn Punkte geholt hat: Voll fokussiert über 60 Minuten.
Denn: Dass die Dringlichkeit, gegen Hüttenberg zu gewinnen, durch die Niederlage in Aue und aufgrund der danach folgenden Top-Gegner Lübeck-Schwartau (4.) und Dormagen (5.), gestiegen ist, verhehlt Jungandreas nicht. Was ihm jedoch auch aufgefallen ist, ist die gestiegene Erwartungshaltung im Umfeld des Aufsteigers. „Manche denken, dass wir eine Mannschaft sind, die im oberen Drittel mitspielen müsste - sind wir aber nicht“, sagt er.
Hüttenberg spielt oft eine ungewöhnliche Abwehr
Mit dem TV Hüttenberg kommt dann am Mittwochabend ein Gegner, der in der Tabelle hinter Dessau-Roßlau liegt, aber dennoch gefährlich ist. Die Mannschaft rund um den ehemaligen DRHV-Keeper Dominik Plaue und Ex-Nationalspieler Stefan Kneer, spielt oft eine eher ungewöhnliche 3:2:1-Abwehr. „Darauf muss man sich speziell vorbereiten, darf sich nicht in die Breite oder nach hinten drängen lassen“, so Jungandreas. Sein Team muss im Angriff entschlossener auftreten und „in die Tiefe gehen“. Unter anderem das hat in Aue oft gefehlt. Mut zur Lücke also. „Wir müssen uns in bestimmten Punkten wieder steigern“, fordert Jungandreas.
››Die Partie wird Mittwoch ab 19.30 Uhr auf sportdeutschland.tv übertragen. (mz)