Unnötige Auftakt-Pleite

Unnötige Auftakt-Pleite: HFC verschenkt Punkte beim KFC Uerdingen

Düsseldorf - Ein Auftakt zum Vergessen für den Halleschen FC. Zum Drittliga-Auftakt verlor das Team von Trainer Torsten Ziegner vor 3300 Zuschauern mit 0:1 (0:0) in Düsseldorf gegen den KFC Uerdingen. Für Ziegner bleibt es dabei: am ersten Spieltag gibt es für ihnen keinen Sieg, stattdessen die dritte Niederlage im vierten ...

Von Christoph Lesk 21.07.2019, 16:00
Toni Lindenhahn reagiert nach einer vergebenen Torchance.
Toni Lindenhahn reagiert nach einer vergebenen Torchance. www.imago-images.de

Ein Auftakt zum Vergessen für den Halleschen FC. Zum Drittliga-Auftakt verlor das Team von Trainer Torsten Ziegner vor 3300 Zuschauern mit 0:1 (0:0) in Düsseldorf gegen den KFC Uerdingen. Für Ziegner bleibt es dabei: am ersten Spieltag gibt es für ihnen keinen Sieg, stattdessen die dritte Niederlage im vierten Drittliga-Auftakt.

Die erste Überraschung gab es schon vor dem Spiel. Zugang Jannes Vollert, der als neuer Chef für die Abwehr geholt wurde, saß nur auf der Bank. Stattdessen spielte Sebastian Mai – eigentlich zum Stürmer umfunktioniert – in der Zentrale der defensiven Dreierkette.

Auch Rückkehrer Dennis Mast spielte nicht von Beginn an. Kapitän Jan Washausen wurde nicht rechtzeitig fit und stand nicht im Kader. Gleiches galt für Nick Galle. Mit Florian Hansch, Jonas Nietfeld und Patrick Göbel standen nur drei neue Spieler im Kader. Ansonsten vertraue Trainer Torsten Ziegner dem Stamm der vergangenen Saison.

HFC mit Julian Guttau in der Startelf

Der HFC agierte mit einer Viererkette, neben Mai spielte Tobias Schilk zentral, Göbel spielte als Rechtsverteidiger, Niklas Landgraf auf der linken Seite. Als Abräumer agierten Baxter Bahn und Björn Jopek. Toni Lindenhahn durfte wie schon in der Rückrunde der vergangenen Saison gegen Uerdingen als offensiver Mittelfeldspiele ran, Florian Hansch (rechts) und Julian Guttau (links) sollten auf den Flügeln für Gefahr sorgen. Nietfeld war die einzige Spitze.

In einer offenen Anfangsphase kam der HFC zu ersten guten Chance, doch ein Mai-Kopfball ging über das Tor (5.). Auch die Gastgeber hatten gute Ansätze, doch in den entscheidenden Momenten war immer wieder ein Bein eines HFC-Spielers dazwischen. Die dickste Möglichkeit hatte aber die Gäste durch Hansch nach Vorlage von Lindenhahn, doch Ex-HFC-Keeper Lukas Königshofer lenkte den Ball zur Ecke ab (17.).

Der HFC stand in der Defensive gut und konnte durch einen Kopfball von Guttau mal wieder ein Zeichen in der Offensive setzen. Der Abschluss des Eigengewächs landete jedoch in den Armen von Königshofer. Anschießend spielte sich das Geschehen zumeist im Mittelfeld ab. Halle stand weiterhin gut und ließ die so hoch eingeschätzten Uerdinger zu keinen Chancen kommen.

Selber war der Ertrag in der Offensive aber auch überschaubar. Auch ein Göbel-Freistoß war gut getreten, letztlich aber kein Problem für Königshofer. Gefährlicher wurde es kurz vor der Pause: Nietfeld kam im Strafraum an den Ball, setzte sich irgendwie gegen zwei Gegenspieler durch  - erneut war Königshofer da und rettete. So blieb es beim 0:0 zur Halbzeit.

HFC lässt reichlich Chancen liegen

Auch nach dem Seitenwechsel war es der HFC, der erstmals sehr gefährlich wurde. Nach einer Ablage von Nietfeld kam Lindenhahn aus 18 Metern zum Schuss, sein Versuch ging jedoch knapp am KFC-Gehäuse vorbei. Nur wenige Augenblicke später war es wieder der Publikumsliebling, dieses Mal verpasste sein Abschluss das Tor am anderen Pfosten ganz knapp (51.).

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Die Chancen wurden immer besser, doch das Tor wollte nicht gelingen: nach einer Landgraf-Flanke verpasste Nietfeld zunächst per Kopf, dahinter stand Lindenhahn, der scheinbar überrascht war und den Ball aus wenigen Metern im Liegen nicht über die Linie bekam. Kurz darauf war für die Nummer Sechs das Spiel vorbei, Dennis Mast feierte sein Comeback im HFC-Trikot (59.). Die Gäste waren in dieser Phase die klar spielbestimmende Mannschaft, doch waren zu schwach in der Chancenauswertung – Erinnerungen an die abgelaufene Saison wurden wach.

Schlussoffensive des HFC wird nicht belohnt

Und so kam es, wie es immer ist, wenn eine Mannschaft die Chancen nicht nutzt: nach einem Ballverlust machte es Uerdingen schnell. Der Ball kam zu Franck Evina, der Göbel ins Leere rutschen ließ und zum 1:0 für Uerdingen ins lange Eck verwandelte – so etwas nennt sich Effektivität (65.).

Ziegner reagierte, brachte Vollert und Pascal Sohm, Mai rückte in den Sturm, Hansch und Guttau verließen den Platz (67.). Die Saalestädter suchten auch in der Folge weiterhin den Weg in die Offensiv, doch etwas wollte an diesem Sonntag einfach nicht gelingen, das erste Tor der Saison zu erzielen.

Immer wieder war einer Uerdinger Spieler bei brenzligen Situationen dazwischen oder ein Fuß oder Kopf verpasste den Ball um wenige Zentimeter. Auch die zweitstellige Anzahl an Eckbällen half nichts. So blieb es bei der mehr als unnötigen und ärgerlichen Auftakt-Pleite.

Am kommenden Samstag geht es zu Hause im Derby gegen Hansa Rostock weiter. (mz)

Statistik: KFC Uerdingen - Hallescher FC 1:0 (0:0)

KFC: Königshofer - Großkreutz, Lukimya, Maxsö, Dorda - Kirchhoff - Aigner, Mbom (55. Daube), R. Rodriguez, Rühle (76. Konrad) - Evina (66. Pflücke)
HFC: Eisele - Schilk, Mai, Landgraf - Göbel, Hansch (67. Vollert),  Bahn, Jopek - Lindenhahn (59. Mast) - Nietfeld, Guttau (67. Sohm)
Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart)
Zuschauer: 5000
Tore: 1:0 Evina (65.)
Gelbe Karten: Kirchhoff (1), Maxsö (1), Konrad (1), Königshofer (1) / Papadopoulos (1), Nietfeld (1), Schilk (1)