HFC-Stürmer plaudert im Magenta-Magazin

Terrence Boyd: „Mein Ziel ist es, mit Halle aufzusteigen“

HFC-Torjäger Terrence Boyd will mit dem HFC erfolgreicher werden.
HFC-Torjäger Terrence Boyd will mit dem HFC erfolgreicher werden. (Foto: imago/Christian Schroedter)

Halle (Saale) - Terrence Boyd denkt aktuell offenbar nicht über einen Vereinswechsel nach. Der treffsicherer Stürmer, der zu den besten in der 3. Liga gehört, geht davon aus, auch in der kommenden Saison weiter für den Halleschen FC aufzulaufen.

„Ich habe noch ein Jahr Vertrag und Stand jetzt spricht nichts dafür, dass ich nicht weiter für Halle spiele“, sagte Boyd im Drittliga-Magazin von Magenta Sport. Laut dem Stürmer laufen bereits gemeinsam Gespräche mit Präsident Jens Rauschenbach und Trainer Florian Schnorrenberg über die Zukunft des Vereins.

„Es geht darum, wie wir langfristig Strukturen rein bekommen in den Verein, besseren Fußball spielen und ein besseres Team werden“, sagte Boyd, der mit seiner Familie in Leipzig lebt: „Keiner hat mehr Bock auf Abstiegssorgen, wir müssen wieder mehr aus uns rausholen. Dann spricht auch nichts dagegen, dass ich bleibe.“ Boyd spielt seit Ende Juli 2019 für den Halleschen FC und schoss in bislang 64 Drittliga-Spielen 29 Tore - allein 15 davon in der laufenden Saison. Sein Vertrag läuft noch bis Sommer 2022.

Terrence Boyd: Angebot des 1. FC Kaiserslautern war verlockend

Allerdings denkt der US-Nationalspieler sogar langfristig: „Mein Ziel ist es, mit Halle mal aufzusteigen. Soweit sind wir momentan nicht. Wenn ich hier bin, möchte ich auch das Optimum rausholen: Und das ist nun mal der Aufstieg!“ Höhere Ambitionen hat Boyd aber nicht mehr: „Ich bin jetzt 30 Jahre alt und kann mich gut einschätzen. Ich fühle mich in Halle wohl und genieße meine Zeit.“

Zugleich betonte Boyd, mit seiner Familie in zwei Jahren nach Heidelberg ziehen zu wollen - der Heimatstadt seiner Frau. Dort soll die älteste Tochter dann zur Schule gehen. Entsprechend war ein Angebot des 1. FC Kaiserslautern im vergangenen Sommer verlockend, auch wenn der Wechsel letztlich nicht zu Stande kam. „Ich kann nur offen und ehrlich damit umgehen“, sagte Boyd.

Terrence Boyd sieht im Kampf gegen Homophobie viel Luft nach oben

Angesprochen auf seinen schönsten HFC-Moment antwortete der Angreifer: „Da fällt mir spontan mein Tor gegen Duisburg ein. Und als wir gegen Lautern den Klassenerhalt perfekt gemacht haben, das war auch cool. Mein Derby-Tor gegen den FCM war auf jeden Fall auch eine Bank.“

Im Gespräch mit zwei Magenta-Moderatoren sprach Boyd einmal mehr auch soziale Themen an. „Der Mensch ist eigentlich so schlau, aber wir hinken bei vielen Themen weit hinterher“, sagte Boyd und nannte Homosexualität im Profisport als Beispiel: „Wäre ich schwul - könnte ich mich heutzutage outen? Natürlich nicht! Ich bekäme viel Applaus, aber niemand hätte mehr Bock, mich zu verpflichten. Es wäre für die Verein zu viel Streß, zu heikel - obwohl es das natürlich nicht ist.“ Der Stürmer fordert entsprechend mehr Support für homosexuelle Sportler.

In seiner Karriere kam Boyd schon viel rum, kickte in Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga und in Kanada. „Fußballer nehmen sich oft zu ernst. Dabei sind wir alle nur Menschen mit den gleichen Problemen“, sagte der 30-Jährige über seine Erfahrungen: „Das war das schöne bei RB Leipzig. Da hatte niemand Allüren, alle waren Talente. Niemand hat sich da wichtig genommen.“ (mz/bbi)

Hier gibt das ganze, gut 30 Minuten lange Gespräch mit Terrence Boyd zu vielen Themen im Video.