Im Wohlfühl-Modus stark

Sichern Manu und Boyd dem HFC den Klassenerhalt?

Der Klub steht kurz vor dem Klassenerhalt. Warum Braydon Manu daran einen wichtigen Anteil hat und wie der Flitzer zu Stürmer Terrence Boyd steht.

Braydon Manu fliegt nach seinem Tor Antonios Papadopoulos in die Arme. Terrence Boyd (l.) eilt hinzu. Foto: Imago/Picture Point

Halle (Saale) - Das ansteckende Lächeln ist zurück. Wer nach diesem sensationellen Auftritt des Halleschen FC bei Dynamo Dresden (3:0) Braydon Manu begegnete, der sah einen dauerfröhlichen Fußball-Profi. Was ja nun auch nicht verwundert. Manu ist gerade obenauf und voller Selbstbewusstsein.

Wenn es dafür noch ein Indiz gebraucht hätte, dann war es spätestens sein Treffer zum 3:0-Endstand im Harbig-Stadion. Humorlos entschlossen hatte der 24-Jährige denn Ball aus 16 Metern unter die Latte genagelt und damit die letzten Minizweifel am erst dritten Auswärtssieg in Dresden überhaupt beendet. Der höchste aller Zeiten war es mit Manus Treffer noch dazu.

Holpriger Neustart für Braydon Manu

Im Winter war Braydon Manu als Leihspieler von Zweitligist Darmstadt 98 zum Halleschen FC in die dritte Liga zurückgekehrt. Er wollte beweisen, dass er mehr kann, als nur von der Bank aus zuzuschauen, wie es sein Schicksal bei den Lilien war. Der Neustart in Halle war - wenig überraschend - holprig. Inzwischen ist der Flügelflitzer Leistungsträger und belebendes Element im HFC-Spiel. „Er hört genau zu, nimmt das Coaching auch während eines Spiels ernst und ist ständig bemüht, sich zu verbessern“, lobte ihn Trainer Florian Schnorrenberg schon vor dem Dresden-Kick.

Und dies zeigt immer mehr Effekt. Und Braydon Manu ist mit seinen Leistungen inzwischen „definitiv“ zufriedener. „Vor zwei, drei Wochen war ich es noch nicht so. Aber jetzt hat sich das Spiel um Spiel gesteigert. Ich habe mich auch mit Toren und Vorlagen belohnt. Das kann gern so weiter gehen“, sagt Manu, der in inzwischen in den 14 Einsätzen für den HFC drei Tore und vier Torvorlagen beigesteuert hat.

Emotionsmensch Manu weiß auch genau, worauf es bei ihm ankommt, damit er die besten Leistungen zeigen kann: „Das Wohlfühlen! Das macht immer sehr, sehr viel aus bei mir. Wenn ich mich wohl fühle, die Umgebung passt und das Miteinander stimmt, dann mache ich mir nicht so viele Gedanken und weiß, dass ich Fehler machen darf und es mir nicht übel genommen wird“, sagt er und hat an sich einen Wandel beobachtet: „Ich merke selbst, dass ich wieder mehr aus mir rauskomme, mich nicht mehr so sehr zurückhalte wie noch direkt nach meiner Rückkehr im Winter. Das ist das Wesentliche.“

Boyd kümmert sich um Rückkehrer Manu

Ein wesentlicher Faktor ist dabei auch Stürmer Terrence Boyd. Der 31-Jährige, auch ein ehemaliger Darmstädter, hat sich des Rückkehrers angenommen. Beide wohnen in Leipzig, sie tauschen sich aus. Im Bus sitzt Braydon Manu auch schon mal neben dem notorischen Solositzer Boyd. „Während der Spiele fällt auf, dass Manu den Kollegen Boyd auch schon mal motivierend antreibt, wenn dem die Puste auszugehen droht“, erzählte Schnorrenberg lachend nach dem Verl-Spiel (1:1).

Manu bestätigt das besondere Verhältnis zum Stürmerstar. „Wir quatschen oft. Wenn du dich mit den Jungs gut verstehst, dann stimmt auch die Chemie auf dem Platz. Wir pushen uns gegenseitig“, so Manu und schiebt so artig wie teambewusst nach: „Das gilt für die gesamte Mannschaft.“

Schafft der HFC den Klassenerhalt?

Und so steht das Unternehmen Klassenverbleib, dessen Gelingen vor zwei Spielen noch arg bezweifelt werden konnte, inzwischen vor einem positiven Ausgang. Ein Sieg gegen Türkgücü München im nächsten Spiel am 4.?Mai könnte bereits alles perfekt machen. „Ich habe die Tabelle angeschaut, aber nicht gerechnet. Mein Kopf ist jetzt wieder bei der Spielvorbereitung. Gewinnen wir, müssen wir uns keine Sorgen darüber machen, was die Teams hinter uns veranstalten“, sagt Manu.

Doch bleibt er auch über die Saison hinaus beim HFC? Schließlich läuft der Leihvertrag mit Darmstadt aus. Manu würde gern bleiben zumal auch seine Freundin in Leipzig wohnt. Allerdings: „Bisher wurde noch nichts besprochen. Ich gehe erstmal davon aus, dass ich nach Darmstadt zurück gehen werde.“ (mz/Christopher Kitsche und Christoph Karpe)