Trainer meldet sich arbeitslos

Plant der HFC weiter mit Florian Schnorrenberg?

Von Christoph Karpe
Für Trainer Florian Schnorrenberg geht es auch um die eigene Zukunft beim Halleschen FC. (Foto: imago/Picture Point)

Halle (Saale) - Zunächst hat er sich mal arbeitslos gemeldet. Was sollte Florian Schnorrenberg auch anders tun. Schließlich ist für ihn am 30. Juni Schluss im Job. Gleiches gilt für etliche Profis im Kader beim Halleschen FC mit ebenso zu diesem Tag auslaufenden Verträgen.

Es gab in den letzten Wochen ein paar Gespräche mit Trainer Schnorrenberg, seine Zukunft beim halleschen Fußball-Drittligisten betreffend. Eine offizielle Entscheidung gibt es nicht. Erst einmal solle der Klassenerhalt gesichert sein. Dann, wenn die Zukunft des Klubs geklärt sei, gehe es an den Unterpunkt Angestellte, heißt es seitens der Vereinsführung.

Der Zeitpunkt X könnte der Mittwochabend sein. Voraussetzung: Der Hallesche FC gewinnt am Dienstagabend sein Heimspiel gegen Türkgücü München. Wenn am Folgetag dann noch die Teams aus Uerdingen und von Bayern II ihre Spiele verlieren, dann dürfen die Verträge für die zehnte Spielzeit in Liga aus der Schublade geholt und für Unterschriften bereitgelegt werden.

Florian Schnorrenberg: „Vor ein paar Tagen hieß es noch, ich hätte ein Endspiel“

Liegt da auch einer für Florian Schnorrenberg? Schwer einzuschätzen, was die Klubführung plant. Fest steht: Zwischenzeitlich, als der HFC in 14 Spielen seit Jahresbeginn nur gegen Magdeburg (1:0) und Lübeck (2:1) gewinnen konnte und bedrohlich nahe in Richtung Abstiegszone gestürzt war, wurde eine Demission des Trainers diskutiert und auch vorbereitet. Nicht nur der frische Trainer von Dynamo Dresden, Alexander Schmidt, wurde kontaktiert. Und es gibt Trainer, die stehen beim HFC für die kommende Saison als Nachfolger von Schnorrenberg auf einer imaginären Liste.

Florian Schnorrenberg weiß das. Er versucht, sich nicht verrückt machen zu lassen. Erstmal sei der letzte Schritt zum Klassenerhalt wichtig, das sagt er gerade oft. „Verlängerung? Vor ein paar Tagen, vor dem Uerdingen-Spiel, hieß es noch, ich hätte ein Endspiel“, sagt der 44-Jährige und betont: „Wir wollen schnell den Deckel auf die Saison machen.“

Doch natürlich kreisen Schnorrenbergs Gedanken um das Danach, und er stellt sich die Frage, wie seine Arbeit wohl bewertet werde. „Wir können unsere Saisonziele immer noch erreichen: Besser abzuschneiden als in der Vorsaison und sogar ein einstelliger Tabellenplatz sind drin“, sagt er. Dienstag-Gegner Türkgücü hat als Tabellenneunter nur drei Punkte mehr. Und es sind noch vier Spieltage Zeit, um mehr als 46 Zähler (Platz 15) wie in der Zitter-Saison 2019/20 einzuheimsen.

HFC: Florian Schnorrenberg weist auf bemerkenswerte Bilanz hin

Doch gleichzeitig spielt für die Trainer-Beurteilung der Punkt „Entwicklung der Mannschaft“ eine Rolle. Und der HFC hatte Durststrecken, in denen das Team erschreckend dahinrumpelte. „Wir hatten Spiele mit einer hohen Zahl individueller Fehler. Und die zu vielen Gegentore nerven“, weiß Schnorrenberg natürlich um die Schwächen des auch nicht optimal zusammengestellten Teams.

Er gibt aber zweierlei zu Bedenken: „Wir haben außer gegen 1860 München gegen jedes Team der Liga gepunktet. Das heißt: Wir können an guten Tagen auch mit Mannschaften aus der Spitzengruppe mithalten.“ Außerdem: „In welcher Phase einer Saison hat man denn die Chance, eine Mannschaft wirklich zu entwickeln? Was zählt, ist immer der Erfolg und nicht, ob wir drei Spiele in Folge jungen Spielern eine Chance gegeben haben.“

Der Erfolgsdruck, der durch die vor drei Serien eingeführte Regelung mit vier Absteigern immens gestiegen ist, sorgt generell für hohen Trainerverschleiß: „Mein Assistent Daniel Ziebig hat mich im Bus mal darauf hingewiesen, dass die Haltbarkeitszeit eines Drittligatrainers im Schnitt bei 0,8 Spielzeiten liegt.“

Und wie sieht er die Situation beim Halleschen FC? „Die Verantwortlichen haben, denke ich, ganz gut gewirtschaftet. Vielleicht hat der Verein ja in der nächsten Saison deshalb einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Klubs. Dann geht womöglich auch mal etwas mehr.“ Mit ihm? Florian Schnorrenberg weicht aus: „Ich möchte schnell die Klasse halten - und dann am Ende im Spiel um den DFB-Pokal ein drittes Mal in dieser Saison gegen Magdeburg gewinnen.“ (mz)