Eigentor entscheidet Derby für FCM

Kein Happy End für HFC: 1. FC Magdeburg zieht in DFB-Pokal ein

Von Benjamin Binkle
Der FCM jubelt im Derby gegen den Halleschen FC.
Der FCM jubelt im Derby gegen den Halleschen FC. (Foto: Ronny Hartmann/dpa)

Halberstadt - Der Hallesche FC hat den Sprung in den DFB-Pokal verpasst: Im Entscheidungsspiel um Sachsen-Anhalts Teilnehmer für den Pokal 2021/22 unterlag der HFC am Samstag im Friedensstadion von Halberstadt dem Drittliga-Rivalen 1. FC Magdeburg mit 2:3 (0:2). Zwar kam Halle in Halbzeit zwei nach Rückstand zurück, doch entschied ein spätes Eigentor letztlich die Partie.

„Das ist sehr ärgerlich“, sagte HFC-Torschütze Julian Derstroff dem MDR nach Spielende: „Wir haben eine überragende zweite Halbzeit gespielt. Ich muss der Mannschaft ein Riese-Kompliment machen, dass wir nach dem 0:2 noch einmal zurückkommen. Aber dass wir dann gefühlt Sekunden später wieder in Rückstand geraten, ist enttäuschend.“

Am Rande des Spiels hatte der Fußballverband Sachsen-Anhalt (FSA) bestätigt, dass der Sieger definitiv im DFB-Pokal antreten darf - trotz einer erfolgreichen Klage des Amateurklubs SV Graf Zeppelin Abtsdorf im Vorfeld.

HFC bekommt FCM-Spielmacher Baris Atik nicht in den Griff

Lediglich zwei Änderungen nach Florian Schnorrenberg in Spiel eins nach seiner Vertragsverlängerung als HFC-Trainer vor: Sven Müller ersetzte Tim Schreiber im Tor, für den abwesenden Antonios Papadopoulos rückte Anthony Syhre ins defensive Mittelfeld. Beim FCM kehrten die Stammkräfte Kai Brünker und Florian Kath in der Offensive zurück, die „Altstars“ Christian Beck und Sören Bertram saßen nur auf der Bank.

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In der ausgeglichenen Anfangsphase wirkten die Magdeburger aktiver, aber Halle lauerte stets auf Konterchance. Eine solche nutzte Braydon Manu mit einem langen Sprint, setzte dann gekonnt Julian Derstroff in Szene, dessen Abschluss aber zu harmlos war (23.). auf der Gegenseite zeigte Baris Atik sein Klasse, als er Obermair perfekt bediente, dieser aber aus sechs Metern in die Wolken schoss (26.).

Halle hatte durch Manu (27.) und Stipe Vucur (33.) weitere gute Abschlüsse, aber die Führung erzielten die Gastgeber – und das sogar per Doppelschlag. Und entscheidend war einmal mehr die Klasse von Baris Atik, der zwei Mal glänzend auflegte.

FCM-Doppelschlag schockt den Halleschen FC

Erst hatte Brünker beim Abschluss mächtig Glück, als sein abgefälschter Schuss erst an den rechte, dann an den linken Torpfosten prallte und letztlich doch noch über die Linie rollte (37.). Keine 60 Sekunden macht es Florian Kath dann deutlich cooler, vor Sven Müller behielt er nach Atiks perfektem Steilpass die Nerven (38.).

Halle war sichtlich geschockt, der FCM verpasste sogar noch den dritten Treffer, weil Keeper Müller gut rettete (42.). Erst der Pausenpfiff erlöste den HFC.

Trainer Schnorrenberg wechselte offensiv, brachte Jan Shcherbakovski für Syhre. Der Youngster hatte auch gleich einen Torabschluss, aber Magdeburg blieb das gefährliche Team mit den besseren Chancen. Henry Rorig hätte auf 3:0 stellen können, wurde aber ebenso noch geblockt (54.) wie der kurz zuvor eingewechselte Luca Sliskovic (63.).

Julian Derstroff bringt HFC zurück und macht das Derby spannend

Eine Standardsituation brachte dann die Spannung zurück. Jonas Nietfeld flankte einen Freistoß in den Strafraum, Julian Derstroff köpfte völlig frei aus sechs Metern zum 1:2 ein (69.). Nur eine Minute später wurde Derstroff beim Schuss aus 16 Metern noch geblockt, nach der anschließenden Ecke traf Michael Eberwein den Außenpfosten (71.) – der HFC war zurück in der Partie.

Das Spiel war offen, es ging hin und her. In Minute 75 wurde es laut auf der HFC-Bank, Schnorrenberg und Co. forderte vehement Elfmeter nach einem Zweikampf zwischen Alexander Bittroff und Eberwein, den gab Schiedsrichter Robin Enkelmann aber nicht (75.).

Tore lagen auf beiden Seiten in der Luft. Sirlord Conteh vergab die Entscheidung, als er schwach für Brünker querlegte (80.), dann hatte Shcherbakovski den Ausgleich auf dem Fuß, verzog aus zehn Metern aber deutlich (82.). FCM-Keeper Morten Behrens rettete zudem glänzend gegen Manu (84.)

Pechvogel Stipe Vucur: Eigentor bringt 1. FC Magdeburg den Sieg

Aber der HFC durfte doch noch jubeln: Shcherbakovski belohnte das Engagement seiner Mannschaft mit dem sehenswerten Ausgleichstreffer (85.). Doch schlug der FCM umgehend zurück – mit Hilfe des HFC. Abwehrchef Vucur drückte eine Flanke aus kurzer Distanz über die Torlinie zum 3:2 für den FCM (86.).

Noch war nicht Schluss. Leon Bell Bell traf in der Nachspielzeit den Pfosten, dann hatte der HFC die Ausgleichschance durch Manu und Boyd. Aber die heiß umkämpfte Partie fand in Magdeburg ihren glücklichen Sieger. (mz)