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Hallesche FC gegen Arminia BielfeldMit Video: HFC-Trainer Sreto Ristic über Spielereinsatz und Vizekapitän Niklas Kreuzer

Der Hallesche FC will gegen Arminia Bielfeld die 20-Punkte-Marke knacken. Wie Trainer Ristic mit Landgraf und Nietfeld plant. 

Von Fabian Wölfling Aktualisiert: 08.12.2023, 17:45
Mit seiner Maske, die seine Gesichtsknochen schützt, erinnert Fabian Klos an einen antiken Gladiator.
Mit seiner Maske, die seine Gesichtsknochen schützt, erinnert Fabian Klos an einen antiken Gladiator. (Foto: Imago/Dünhölter SportPresseFoto)

Halle/MZ - Steht der allwöchentliche Gang auf das Pressepodium vor einem Spiel an, mutieren Fußballlehrer gern mal für kurze Zeit zu Pokerprofis. Gespielt wird allerdings nicht mit Bube, Dame, König, Ass. Es geht darum, Fragen zur Aufstellung derart undurchschaubar zu beantworten, dass der Gegner im Unklaren bleibt. Oder: So klar, dass der Gegner im Klaren ist. Nur, um dann am Spieltag doch alles anders zu machen.

Sreto Ristic, Trainer des Halleschen FC, zeigte sich vor der Flutlichtpartie gegen Arminia Bielefeld an diesem Freitagabend (19 Uhr/MagentaSport) erstaunlich offen, was Kernfragen seiner Personalbesetzung anging. Erstens: „Wenn Niklas Landgraf fit ist, stellt sich die Frage nicht, ob er auf dem Platz steht. Aber er war elf Wochen raus und trainiert erst seit einer Woche mit.“ Heißt: Landgraf kommt maximal als Joker in die bisher schwächste Abwehr der dritten Liga. Oder blufft Ristic?

Im Video: HFC-Trainer Sreto Ristic im Interview

 
Der HFC steht vor dem nächsten ganz wichtigen Heimspiel! Trainer Sreto Ristic nimmt Stellung zur sportlichen Situation. Und: Sehr berührt hatte den Coach die Grußbotschaft des an Krebs erkrankten Spielers Niklas Kreuzer.(Bericht/Schnitt: Torsten Grundmann, Kamera: Anna Lena Giesert)

Lesen Sie auch: Nach Hodenkrebs-Erkrankung: HFC-Vizekapitän Niklas Kreuzer beendet Chemotherapie

Rückt Jonas Nietfeld wieder in die Abwehr des HFC?

Zweitens: „Jonas Nietfeld hat es im Sturm gut gemacht, hatte Torchancen. Aber wir brauchen Präsenz im eigenen Strafraum, er ist daher in der Abwehr auf jeden Fall eine Option.“ Heißt: Der Kapitän, gegen Saarbrücken nur auf der Bank, gegen Freiburg II Teil eines Doppelsturms, wird nun wieder verteidigen. Oder blufft Ristic?

Final wird sich das erst am Freitagabend zeigen. Es gibt aber ein gewichtiges Argument, das für den körperlich robusten und kopfballstarken Nietfeld spricht. Und auch gegen ein direktes Startelfcomeback vom spielpraxisarmen Landgraf. Das Argument trägt den Namen Fabian Klos, ist 36 Jahre alt, eine unverwüstliche Stürmerkante und der berühmteste Maskenmann Ostwestfalens.

„Ligaweit gibt es so einen Stürmer nicht noch einmal“, adelte Ristic, selbst ja erfolgreicher Angreifer zu seiner aktiven Spielerzeit, die lebende Legende der Arminia. „Er hat überall seine Tore gemacht.“

Fabian Klos ist der Fixpunkt im Spiel von Arminia Bielefeld

Klos steht seit 2011 für Bielefeld auf dem Platz. Er hat schon 2012 gegen den HFC in der dritten Liga Tore geschossen, er hat in der zweiten Liga Tore geschossen und in der Bundesliga Tore geschossen. Er wollte eigentlich längst aufhören, auch weil er seit einem zweiten Bruch der Stirn- und Augenhöhle 2022 dauerhaft eine Maske auf dem Platz tragen muss. Weil Arminia aber 2022 aus der Bundesliga abgestiegen ist und 2023 direkt auch aus der 2. Liga, hat Klos immer weitergemacht. Und wirft seine 1,95 Meter immer noch in jeden Zweikampf.

Fünf Tore und vier Vorlagen stehen in der Saisonbilanz des Routiniers. Klos’ Wert ist aber viel größer. Er führt an, reißt seine Mitspieler mit und Löcher in die Abwehr des Gegners. In einer nach dem Drittliga-Abstieg komplett umformierten Mannschaft der Arminia, die wie der HFC defensiv immer wieder Probleme hat, ist der Kapitän der Fixpunkt.

Suche nach der richtigen Statik beim HFC dauert an

Klos gilt es, nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Wofür es körperliche Masse, oder in Ristics Worten: Präsenz im eigenen Strafraum benötigt. Was für Nietfeld spricht, zumal Enrique Lofolomo weiterhin rotgesperrt fehlt. Aber auch wachsames Defensivverhalten in allen Mannschaftsteilen, um bereits Flanken zu verhindern. Eine Qualität, die dem HFC bisher allzu oft abging. Die Suche nach der richtigen Statik im Spiel beschäftigt Ristic schon die gesamte Saison. Zu Null hat sein Team bis dato noch nie gespielt.

Gelingt das gegen die Arminia mit ihrem brandgefährlichen Maskenmann? Ristic glaubt daran: „Wenn wir unsere Abläufe gut auf den Platz bringen, lassen wir die Punkte hier“, sagte er. Und benannte, ganz ohne Pokern, auch ein übergeordnetes Ziel: „Wir wollen so schnell wie möglich die 20-Punkte-Marke knacken.“ Derzeit steht der HFC bei 17 Zählern.