Heim-Debakel für Halle

Heim-Debakel für Halle: HFC blamiert sich gegen Würzburg

Halle (Saale) - Verunsichert, schwach, chancenlos: Der Hallesche FC hat in der dritten Fußballliga eine heftige Heimniederlage kassiert. Gegen die Würzburger Kickers verloren die Rot-Weißen am Samstag mit 2:5 (1:3). Nach dem 0:1 Kaiserslautern war es das zweite richtig schlechte Spiel in ...

14.12.2019, 16:02
Torsten Ziegner und Terrence Boyd haben Gesprächsbedarf.
Torsten Ziegner und Terrence Boyd haben Gesprächsbedarf. Holger John / VIADATA Photo

Verunsichert, schwach, chancenlos: Der Hallesche FC hat in der dritten Fußballliga eine heftige Heimniederlage kassiert. Gegen die Würzburger Kickers verloren die Rot-Weißen am Samstag mit 2:5 (1:3). Nach dem 0:1 Kaiserslautern war es das zweite richtig schlechte Spiel in Folge.

„Bisher ist meine Mannschaft nach Enttäuschungen immer stärker zurückgekommen“, hatte Torsten Ziegner vor der Partie einen Satz gesagt, der mindestens so sehr nach Hoffnung wie nach Überzeugung klang. Personell versuchte der HFC-Trainer nach der Kaiserslautern-Enttäuschung im größeren Stil nachzuhelfen.

Taktisch gab es statt Dreier- eine Viererkette, die mit Niklas Kastenhofer und dem genesenen Patrick Göbel zwei neue Leute enthielt. Davor war neben Björn Jopek auch Toni Lindenhahn, als Kapitän sogar, Teil der ersten Elf. Neben dem gesperrten Sebastian Mai mussten dafür auch Dennis Mast, Florian Hansch und Jonas Nietfeld weichen.

Würzburg bestimmt das Spiel in Halle

Es waren aber die Kickers, zuletzt mit einem Sieg gegen Viktoria Köln, die gefällig und offensiv begannen. Durch Patrick Sontheimer hatten sie den ersten, wenn auch ungefährlichen Abschluss der Partie. Der HFC fand dagegen trotz neuem Personal und neuer Formation nicht gut in die Partie, lief den Gästen fast nur hinterher.

Da kam es auch nicht überraschend, dass Würzburg nach einem fein gespielten Angriff in der 16. Minute durch Fabio Kaufmann entscheidend zuschlug. Er entwischte am langen Pfosten Niklas Landgraf und verwertete eine starke Flanke von Albion Vrenezi gekonnt zum 1:0. Statt einer frühen Führung, die Mut gebracht hätte, also ein früher Rückstand für die Rot-Weißen.

Was eine schwere Prüfung für das ganz offensichtlich verunsicherte Team bedeutete. Der der HFC nicht gewachsen war. Würzburg dominierte weiter und legte in der 29. Minute nach: Nach einer Freistoßflanke von Simon Rhein konnte Sebastian Schuppan ohne Gegenwehr zum 2:0 einköpfen. Da machte sich das Fehlen von Mai aufs Schlimmste bemerkbar.

HFC mit ganz finsterem Auftritt

Bis hierhin war es ein finsterer Auftritt des HFC, der praktisch dort weiter machte, wo er beim 0:1 auf in Kaiserslautern aufgehört hatte. In der 37. Minute wurde es dann richtig schnell richtig bitter. Halle ließ Vrenezi zum Tor spazieren, auch Patrick Göbel ließ sich als letzter Gegenspieler austanzen und schon stand es 0:3.

„Chemie erwache“ schallte es von der Tribüne und Ziegner brachte noch vor der Pause mit Jonas Nietfeld und Julian Guttau zwei neue Spieler. Jopek und Landgraf mussten vom Feld. Was tatsächlich Wirkung zeigte: In der 45. Minute kam der HFC durch Pascal Sohm zum 1:3. Nach einer Freistoßflanke und erstem Versuch von Terrence Boyd, versenkte der Angreifer den Abpraller per Kopf. „Jetzt geht’s los“, skandierten die HFC-Ultras. Erstmal ging es aber in die Pause. Mit Pfiffen von den Rängen.

Zurecht: 16 Tore hatte der HFC bisher in 18 Spielen kassiert. Nun waren es drei in einer Halbzeit. Eine Premiere in der Amtszeit von Torsten Ziegner. Aber der Anschlusstreffer ließ zumindest eine kleine Resthoffnung für Halbzeit zwei.

Terrence Boyd verpasst das Anschlusstor für den HFC

Die wäre in der 49. Minute fast weiter gewachsen, aber Vincent Müller kratzte einen Kopfball von Boyd über die Latte. Nach einer weiteren Einladung der HFC-Abwehr musste auf der Gegenseite aber Kai Eisele ebenso stark parieren, um einen Schuss von Kaufmann zu parieren. Das Defensivverhalten war an diesem Tag schlicht nicht drittligatauglich. Trotzdem war der HFC nun besser als in der ersten Halbzeit, hatte in der 57. Minute durch einen Lattenknaller von Boyd die nächste große Gelegenheit auf das 2:3.  

In der 65. Minute löschte der überragende Vrenezi dann aber auch das letzte Flämmchen Hoffnung. Wieder ließ er den ganz schwachen Göbel auf links mühelos stehen und setzte den Ball ins lange Eck. 1:4 und Fassungslosigkeit im Erdgas Sportpark.

Danach hatte Würzburg seine Sicherheit und der HFC seine Unsicherheit wieder und der Katastrophennachmittag für den HFC nahm weiter seinen Lauf. In der 74. Minute war es diesmal Patrick Sontheimer, der zum 5:1 traf. Was viele Hallenser zum vorzeitigen Verlassen des Stadions bewegte.

Viele HFC-Fans verlassen frühzeitig das Stadion

Ein stümperhaftes Handspiel von Schuppan sorgte in der 77. Minute aber noch einmal für Jubel bei den rot-weißen Anhängern, die noch da waren. Bentley Baxter Bahn verwandelte den fälligen Elfmeter sicher zum 2:5.

Danach plätscherte die Partie bis zum Abpfiff dahin. Kommenden Samstag bestreitet der HFC nun zu Hause gegen Uerdingen bereits den Auftakt der Rückrunde und muss bis dahin irgendwie versuchen, neues Selbstbewusstsein zu gewinnen. Sonst droht ein ganz bitteres Ende des starken Jahres 2019.

Statistik: Hallescher FC - Würzburger Kickers 2:5 (1:3)

HFC: Eisele - P. Göbel, Kastenhofer, Vollert, Landgraf (41. Guttau) - Papadopoulos - Lindenhahn, Jopek (41. Nietfeld) - B.B. Bahn - Sohm, Boyd
Würzburg: Müller - Ronstadt, Hägele, Schuppan, Kwadwo - Rhein, Gnaase (86. Meisel) - F. Kaufmann, Sontheimer (82. Hemmerich), Vrenezi - Pfeiffer (89. Baumann)
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer: 7000
Tore: 0:1 F. Kaufmann (17.), 0:2 Schuppan (30.), 0:3 Vrenezi (38.), 1:3 Sohm (45.+2), 1:4 Vrenezi (66.), 1:5 Sontheimer (75.), 2:5 B.B. Bahn (78./Handelfmeter) '
Gelbe Karten: Papadopoulos (5), Kastenhofer (1), B.B. Bahn (5) / Gnaase (8)