Niederlage im Abstiegskampf

Harmloser HFC wird von Viktoria Köln ausgespielt

Köln/Halle (Saale) - Der Hallesche FC bleibt auch nach dem 32. Spieltag im Abstiegskampf der 3. Liga. Im Auswärtsspiel bei Viktoria Köln war der HFC am Samstag weitgehend chancenlos und verlor am Ende verdient mit 0:2 (0:1). Zwar zeigte Halle in Köln eine kämpferisch ordentliche Leistung. Doch war das teilweise erschreckend harm- und ideenlose Offensivspiel einmal mehr die große Baustelle.

Trainer Florian Schnorrenberg vertraute einen Tag nach seinem 44. Geburtstag nahezu auf die gleiche Elf, die in der Vorwoche dramatisch mit 2:1 gegen den KFC Uerdingen gewonnen hatte. Lediglich der nach Rippenprellung wiedergenese Kapitän Jonas Nietfeld ersetzte den verletzten Jan Shcherbakovski. Ein Blick auf den Kader-Bogen offenbarte: Für Jannes Vollert, Lukas Boeder und Marcel Titsch Rivero war kein Platz im Aufgebot.

„Gegen Uerdingen haben wir unsere Ausgangssituation ein bisschen verbessert, aber wir müssen weitermachen“, forderte Schnorrenberg vor Anpfiff in Köln. Und sein Team hielt zu Beginn mit der zuletzt so formstarken Viktoria gut mit.

Viktoria Köln ist dem HFC spielerisch klar überlegen

In der ausgeglichenen Anfangsphase machte zwar Köln das Spiel, doch hatte Halle mehr gute Abschlüsse. Boyds Kopfball wurde noch geblockt (12.), Julian Guttaus Distanzschuss war wuchtig, aber zu unplatziert (15.). Es sollte die letzte gefährliche HFC-Szene für lange Zeit bleiben.

Als Halle etwas aufrückte und auf links den Ball verlor, kam Köln zu seiner ersten Chance. Timmy Thiele schloss von halblinks ab, scheiterte aber an Keeper Sven Müller (16.). Zwölf Minuten später tauchte Viktorias Stürmer nach einem langen Pass erneut vor dem HFC-Tor auf, schloss aber ungenau ab (28.).

Die Gastgeber spielten inzwischen den besseren Fußball und legten sich den HFC viel Ballbesitz und ruhigem Aufbau zurecht. In Minuten 32 fanden sie dann die Lücke. Köln spielte schnell über ihre starke rechte Seite, Thiele flankte perfekt in die Mitte, wo Mike Wunderlich komplett frei einlaufen und zum 1:0 einköpfen konnte.

HFC-Niederlage mit Handles Tor zum 0:2 besiegelt

Köln war in der Folge dominant, Sekunden vor der Pause hatte Nietfeld aber noch die Chance zum Ausgleich für den HFC, setzte den Ball im Fallen aber über den Kasten (45.). So blieb es beim knappen Rückstand.

Trainer Schnorrenberg stärkte die Offensive mit einem Wechsel: Dennis Mast blieb in der Kabine, Laurenz Dehl war neu dabei. Am Geschehen änderte das wenig. Die Viktoria kombinierte sich immer wieder über die starken Wunderlich und Marcel Risse durch, das 2:0 war letztlich nur eine Frage der Zeit. Die war in der 58. Minute dann gekommen. Eine Risse-Flanke rutschte knapp an Thiele vorbei, aber am langen Pfosten staubte Simon Handle aus kurzer Distanz ab.

Auch wenn noch reichlich zu spielen war – die Partie war damit quasi entschieden. Zu harmlos blieb der stets bemühte HFC bei seinen Angriffen, zu berechenbar war die Spielweise mit hohen Bällen Richtung Boyd. Der hatte in Minute 61 eine Halbchance, kam aus sehr spitzem Winkel aber nicht an Torwart Sebastian Mielitz vorbei.

HFC-Keeper Sven Müller verhindert Timmy Thieles Traumtor

Köln nahm den Fuß etwas vom Gas, stand tiefer und verwaltete seine Führung. Halle kam so immerhin zu einigen Abschlüssen. Aber Antonios Papadopoulos (74.) und Dehl (75.) schossen den Ball jeweils genau auf Mielitz. Mehr gelang den Gästen dann aber nicht mehr. Stattdessen hätte Thiele fast noch per Fallrückzieher-Traumtor auf 3:0 erhöht – aber Keeper Müller zeigte seine Klasse mit einer Glanzparade (89.). In der Nachspielzeit rettete Vucur dann auch noch Luca Stellwagens Lupfer auf der Torlinie.

Und weil eben nicht in jedem Spiel in der Schlussphase noch eine Sensations-Wende gelingen kann, blieb es für den Halleschen FC bei der verdienten Niederlage gegen spielstarke Kölner. Der HFC (39 Punkte) bleibt damit mitten drin im Abstiegskampf, während die Viktoria mit 46 Punkten nun sicher für die 3. Liga planen kann. (mz/Benjamin Binkle)

Schema: Viktoria Köln - Hallescher FC 2:0 (1:0)

Köln: Mielitz - Koronkiewicz, Fritz, Schultz, Holthaus - Klefisch, Lorch - Risse (85. Kyere), Wunderlich, Handle (80. Stellwagen) - Thiele. - Trainer: Janßen

Halle: Sven Müller - Menig, Vucur, Reddemann, Sternberg - Papadopoulos, Nietfeld (68. Syhre) - Manu (75. Derstroff), Mast (46. Dehl), Guttau (79. Eberwein) - Boyd. - Trainer: Schnorrenberg

Schiedsrichter: Steven Greif (Gotha)

Tore: 1:0 Wunderlich (33.), 2:0 Handle (58.)

Gelbe Karten: Holthaus - Papadopoulos