Hallescher FC

Hallescher FC: So wurde Fabian Bredlow von den HFC-Fans begrüßt

Halle (Saale) - Fabian Bredlow strahlte. Mit seinen gelben Tretern und den orangefarbenen Handschuhen unter dem Arm stand der 20-Jährige vor der Umkleidekabine des Halleschen FC. Zwar hatte sein neuer Verein soeben eine 0:3-Schlappe gegen den Zweitligisten Union Berlin kassiert. Doch für den Torwart-Neuzugang war es trotzdem ein gelungener Abend. „Das Klatschen“, meinte Fabian Bredlow, „war richtig schön.“ Er meinte die herzliche Reaktion des Großteils der Fans nach seiner ...

Von Daniel George

Fabian Bredlow strahlte. Mit seinen gelben Tretern und den orangefarbenen Handschuhen unter dem Arm stand der 20-Jährige vor der Umkleidekabine des Halleschen FC. Zwar hatte sein neuer Verein soeben eine 0:3-Schlappe gegen den Zweitligisten Union Berlin kassiert. Doch für den Torwart-Neuzugang war es trotzdem ein gelungener Abend. „Das Klatschen“, meinte Fabian Bredlow, „war richtig schön.“ Er meinte die herzliche Reaktion des Großteils der Fans nach seiner Einwechslung.

Die spannendste Frage des wichtigsten Tests der Saisonvorbereitung stand weit vor dem Anpfiff fest: Wie würden die HFC-Anhänger den jungen Keeper empfangen, falls Trainer Sven Köhler ihn zwischen die Pfosten beordern würde? Die Antwort war „sehr positiv“, wie Ralph Kühne fand. „Das wird ihm für die Zukunft noch mehr Selbstvertrauen geben“, sagte der Manager des Drittligisten nach der ersten Pleite im sechsten Vorbereitungsspiel. „Es war wichtig, das in dieser Situation zu zeigen.“ Die Personalie Bredlow hatte die Gemüter erhitzt. Teile der Anhängerschaft hatten zuletzt ein Banner mit der Aufschrift „Bredlow verpiss dich“ ausgerollt. Seine „Sünde“: Bredlow stammt aus der Red-Bull-Schule.

Deshalb reagierten einige wenige auch am Montagabend aggressiv, als sich der Keeper vor der HFC-Fankurve im Erdgas Sportpark Anfang der zweiten Hälfte warm machte. „Chemie Halle braucht dich nicht“, schrien Anhänger , die hinter dem großen Saalefront-Banner standen. Mit Plakaten beschränkten sie sich aber auf Anfeindungen gegenüber RB Leipzig. Auf visuelle Angriffe gegen Bredlow verzichteten sie. Verbal hörte sich das zum Teil anders an. „Manchmal tut das schon weh. Vor allem, wenn die Beleidigungen auf die eigene Familie bezogen sind“, verriet der 20-Jährige, ohne weiter ins Detail zu gehen. „Ich denke, es kann sich jeder vorstellen, was damit gemeint ist.“

Viele Fans klatschen

Doch seine Laune ließ sich Fabian Bredlow trotzdem nicht verderben. Das Klatschen eines Großteils der 2.582 Zuschauer war schließlich deutlich lauter als die wenigen Anfeindungen. Und die echten HFC-Fans klatschten bei jeder Aktion des Neuzugangs.

In der 68. Minute wurde Bredlow, wie vorher mit Trainer Köhler besprochen, für Lukas Königshofer eingewechselt. Da stand es bereits 3:0 für den stärkeren Zweitligisten. Bredlow kassierte kein weiteres Gegentor, erledigte seine Aufgabe unaufgeregt. „Wer am Freitag im Tor steht, wird wohl auch die Nummer eins sein“, sagte der Keeper mit Blick auf den Test gegen den polnischen Zweitliga-Aufsteiger Polonia Bytom. „Wenn ich heute von Anfang an ran gedurft hätte, hätte ich gute Chancen gehabt. Aber so wird es schwer.“

Lukas Königshofer gilt als Favorit auf die Nummer eins. Doch Konkurrenzkampf hin oder her. Auch der Österreicher kann die Anfeindungen gegen Bredlow nicht verstehen. Und deshalb „finde ich es auch gut, dass die Leute für ihn geklatscht haben“. (mz)