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Darmstadt 98 feiertParty am Böllenfalltor: Zwei Ex-HFC-Profis steigen in die Bundesliga auf

Aktualisiert: 20.05.2023, 13:32
Darmstadt 98 feiert die Rückkehr in die Bundesliga mit seinen Fans.
Darmstadt 98 feiert die Rückkehr in die Bundesliga mit seinen Fans. (Foto: IMAGO/HMB-Media)

Darmstadt/dpa/MZ - Um 20.25 Uhr gab es im Stadion am Böllenfalltor kein Halten mehr. Torhüter Marcel Schuhen brach in Tränen aus, als der Abpfiff ertönte. Er und seine Mitspieler gingen in einem friedlichen Ansturm aus jubelnden Fans fast unter. Der SV Darmstadt 98 kehrt nach sechs Jahren Abstinenz wieder in die Fußball-Bundesliga zurück. Mittendrin: Die Ex-HFC-Profis Braydon Manu und Klaus Gjasula.

Nach zwei vergeblichen Anläufen an den beiden zurückliegenden Spieltagen gewannen die Lilien am Freitagabend mit 1:0 (1:0) gegen den 1. FC Magdeburg. Am vorletzten Spieltag steht damit fest: Darmstadt kann nicht mehr von einem der ersten beiden Plätze verdrängt werden.

„Wir haben uns das so verdient“, sagte ein von einer Bierdusche völlig durchnässter Routinier Tobias Kempe. Der 33-Jährige spielte bereits in der Saison 2015/16 mit den Darmstädtern in der Bundesliga. Im Abstiegsjahr lief er dann für den 1. FC Nürnberg auf. Am Freitagabend durfte er nun den zweiten Aufstieg mit den Südhessen feiern - dank Siegtorschütze Philipp Tietz (36. Minute).

Für den Wegbereiter war es der erste Aufstieg in die Bundesliga. „Ich bin fix und fertig. Ich möchte jeden einzelnen Fan umarmen und heute Nacht nehmen wir die Stadt auseinander“, sagte Tietz. „Die letzten beiden Minuten haben sich angefühlt wie 20.“

Braydon Manu mit starker Saison für Darmstadt 98

Schon in den Spielen zuvor taten sich die Darmstädter schwer. Gegen den FC St. Pauli (0:3) und Hannover 96 (1:2) blieben sie glücklos und mussten sich gedulden. „Die beiden Spiele waren nicht einfach“, sagte Tietz beim Fernsehsender Sky. „Und jetzt fahren wir nächstes Jahr nach München, nach Dortmund...“

Auch gegen Magdeburg war Zittern angesagt. Tietz vergab bereits in der Anfangsphase zwei Großchancen. Bei seinem entscheidenden Tor musste er sich gedulden, weil sich der Videoschiedsrichter zu Wort meldete und eine vermeintliche Abseitsstellung zurücknahm. „Ich habe komplett vergessen, dass ich das Tor gemacht habe. Danke VAR - also wirklich“, sagte der Matchwinner.

Die Darmstädter verpassten es, die Entscheidung zu erzwingen und mussten bis in die Nachspielzeit hinein bangen. Viele Fans hatten sich schon über die Absperrung gewagt, waren aber nicht auf das Feld gerannt. Das änderte sich mit dem Abpfiff. Emir Karic hatte schon wenige Minuten nach dem Ende keine Stimme mehr und auch Schuhen kämpfte mit den Emotionen. „Ich habe vor einem Jahr gesagt, dass wir alles dafür tun und es am Ende schaffen werden“, sagte der Schlussmann. „Ich bin sehr, sehr glücklich gerade. Ein Traum, der in Erfüllung geht. Aber für Träume muss man immer hart arbeiten. Heute haben wir es geschafft, ein total geiler Moment.“

Die Meisterschaft haben die Darmstädter zwar noch nicht sicher, da der 1. FC Heidenheim noch vorbeiziehen könnte. Das trübt die Freude aber keineswegs. Nach dem Abstieg vor sechs Jahren erlebten die Lilien keine einfachen Jahre in der 2. Bundesliga.

Coach Lieberknecht, der die Nachfolge von Markus Anfang angetreten hatte, formte eine Einheit und ließ die Zweifler an seiner Arbeit nach anfänglichen Problemen rasch verstummen. „Ich bin leer, komplett leer“, sagte Lieberknecht, der in der Saison 2010/11 mit Eintracht Braunschweig in die 2. Bundesliga und 2013 in die Bundesliga aufgestiegen war. „Ich hätte nie gedacht, dass ich nach Braunschweig noch einmal so etwas finde. Ich bin unglaublich stolz.“

Braydon Manu, gegen Magdeburg gesperrt, war in der Saison Leistungsträger in der Offensive, schoss sieben Tore und bereitete sieben weitere vor. Der Vertrag des 24 Jahren alten Stürmers läuft noch ein Jahr, er darf sich also auf die Bundesliga freuen. Das gilt auch für Ex-HFC-Kapitän Gjasula. Der 33-Jährige stand gegen den FCM mal wieder in der Startelf, hatte aber keinen Stammplatz unter Lieberknecht.