1500 Fans in München

1500 Fans in München: HFC wehrt sich gegen „martialische Berichterstattung“

Halle (Saale)/München - Mehr als 1500 Fans hatten den Halleschen FC am Samstag zum Auswärtsspiel bei 1860 München (1:1) begleitet, mehr als 600 davon in einem Sonderzug. Mit 15.000 Zuschauern war die Partie im Grünwalder Stadion ausverkauft, es ging auf dem Rasen hitzig zu – und auch rund um das Drittliga-Spiel kam es zu einigen ...

Von Benjamin Binkle 11.11.2018, 12:57
Beeindruckendes Bild: Die HFC-Fans haben in München für ordentlich Stimmung gesorgt.
Beeindruckendes Bild: Die HFC-Fans haben in München für ordentlich Stimmung gesorgt. imago sportfotodienst

Mehr als 1500 Fans hatten den Halleschen FC am Samstag zum Auswärtsspiel bei 1860 München (1:1) begleitet, mehr als 600 davon in einem Sonderzug. Mit 15.000 Zuschauern war die Partie im Grünwalder Stadion ausverkauft, es ging auf dem Rasen hitzig zu – und auch rund um das Drittliga-Spiel kam es zu einigen Vorfällen.

Die Münchner Polizei zieht am Tag danach Bilanz: Ein Beamter wurde von einem Gästefan ins Gesicht geschlagen und war anschließend dienstunfähig. Sieben Personen wurden vorläufig festgenommen, weil sie sich aggressiv verhalten und Polizisten beleidigt hatten. Nach Spielende kam es zu Flaschenwürfen und Sachbeschädigung in einer U-Bahn. Insgesamt vermeldete die Polizei vier Körperverletzungsdelikte rund um das Spiel.

HFC-Fans in München: Verein entschuldigt sich für „einzelne Entgleisungen“

Diese „einzelnen Entgleisungen“ bestätigt auch der Hallesche FC in einer Stellungnahme und entschuldigte sich ausdrücklich für den Schlag gegen den Polizisten. Auch das Verhalten einiger HFC-Anhänger auf der Haupttribüne verurteilte der Verein ebenso wie der Fanbeauftragte Andreas Wolf: „Da ist es kurzzeitig leicht eskaliert, aber die Polizei hat gleich gut reagiert und die Verursacher abgeführt.“ Und zwar „zurecht“, wie der HFC schreibt. Im Stehplatz-Block der Gäste gab es während des Spiels keine Vorfälle, dafür aber lautstarken Support für die Mannschaft.

Kritik übte Wolf am Sicherheitskonzept von 1860 München. Die Trennung der Fanlager habe nicht gut funktioniert. So wurden die Gästefans vor dem Stadion unmittelbar vor einer 1860-Fankneipe gesammelt. „Da kommt es natürlich zu Provokationen von beiden Seiten“, sagt Wolf. Allerdings sei es vor und nach dem Spiel bei verbalen Scharmützeln einzelner Fans geblieben.

HFC widerspricht Artikeln über prügelnde Ultras und Hooligans

Am Samstagabend hatten Münchner Medien mit mehreren Artikel von „prügelnden Ultras und Hooligans“ aus Halle geschrieben. „Das hat uns wirklich die Sprache verschlagen, das ist komplett aus der Luft gegriffen“, sagt Andreas Wolf über die Schlagzeilen. Und auch der HFC widerspricht dieser „teils martialische Berichterstattung“.

„Gegen den geäußerten Generalverdacht und die Pauschalverurteilung wehren wir uns und können konstatieren, dass sich die übergroße Mehrheit unserer Fans sehr besonnen verhalten hat“, wird Bernd Paul, Sicherheitsbeauftragter des HFC, in der Stellungnahme zitiert.

HFC-Fanbeauftragter zieht positives Fazit zum Fan-Express

Hooligans aus Halle seien – anders als von Münchner Medien behauptet - nicht vor Ort gewesen, sagt der Fan-Beauftragte Andreas Wolf. Insgesamt war er mit der Auswärtsreise und der Organisation des Fan-Zugs zufrieden. „Auch wenn jeder Vorfall ein Vorfall zu viel ist“, betont Wolf. Die Stimmung sei insgesamt gut und friedlich gewesen.

Auch der HFC bedankte sich „bei allen mitreisenden Anhängern für die Bereitschaft, das Auswärtsspiel in München zu einem stimmungsvollen Erlebnis im Gästeblock ohne jeglichen Pyroeinsatz zu machen.“ Der Klub schloss sein Statement mit der Bitte, Verfehlungen Einzelner nicht zu verallgemeinern. (mz)