Ralf Rangnick verrät Vertragsdetails

Ralf Rangnick verrät Vertragsdetails: Darum verlängert Yussuf Poulsen bei RB Leipzig

Leipzig - Ralf Rangnick ist zwar ein gewiefter Taktiker, hat jedoch kein besonders gutes Pokerface – zumindest bei öffentlichen Auftritten. Die Stimmungslage des Cheftrainers und Sportdirektors von RB Leipzig lässt sich stets ganz gut an seiner Mimik ablesen. Bei der Pressekonferenz von RBL an diesem Mittwoch kam der 57-Jährige aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Der Grund saß neben ihm: Yussuf Poulsen. Der Stürmer der „Roten Bullen” hatte am Dienstag seinen Vertrag vorzeitig bis 2019 ...

Von Ullrich Kroemer 16.09.2015, 14:56

Ralf Rangnick ist zwar ein gewiefter Taktiker, hat jedoch kein besonders gutes Pokerface – zumindest bei öffentlichen Auftritten. Die Stimmungslage des Cheftrainers und Sportdirektors von RB Leipzig lässt sich stets ganz gut an seiner Mimik ablesen. Bei der Pressekonferenz von RBL an diesem Mittwoch kam der 57-Jährige aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus. Der Grund saß neben ihm: Yussuf Poulsen. Der Stürmer der „Roten Bullen” hatte am Dienstag seinen Vertrag vorzeitig bis 2019 verlängert

Verhandlungen ziehen sich über Monate hin

Rangnick war wohl auch deswegen so gelöst, weil sich die Verhandlungen monatelang hingezogen hatten. Interessenten wie Borussia Mönchengladbach sollen bereits hohe Angebote bei Poulsens Berater Sören Lerby abgegeben haben. Zwar hatte der 21-Jährige stets betont, in Leipzig bleiben zu wollen. Doch der Knackpunkt der Verhandlungen war eine Ausstiegsklausel, auf die Lerby pochte und die Rangnick ablehnte. „Ich bin kein Freund von Klauseln, wenn sie einer Einladung für andere Klubs gleichkommen”, sagte der RBL-Vordenker. 

Win-win-win-Situation

Die Konditionen, zu denen beide Parteien schließlich zusammenfanden, erläuterte der gute gelaunte Chefplaner von RB Leipzig denn auch außergewöhnlich freimütig: Poulsen darf den Verein frühestens 2017 zu einer fest vereinbarten Ablösesumme in zweistelliger Millionenhöhe verlassen. Die Klausel greift jedoch nur dann, wenn RB zu diesem Zeitpunkt noch in der 2. Liga spielt, was nicht sehr wahrscheinlich ist. Rangnick und Poulsen sprachen denn auch von einer „Win-win-win-Situation”, sprich: Verein, Spieler und Berater profitieren. Poulsen darf sich über eine Gehaltserhöhung freuen, „20 Euro im Monat mehr”, scherzte Rangnick. Zum ursprünglich so umstrittenen Punkt seines Vertrages sagte Poulsen: „Wir glauben alle an den Erfolg bei RB Leipzig, deswegen brauchen wir eigentlich gar keine Ausstiegsklausel.” 

Der 1,93-Meter-Mann bekannte, dass er erst vor zwei Wochen begonnen habe, sich mit dem etwa 30-seitigen Kontrakt zu beschäftigen. Für seine bislang steigerungsfähigen Leistungen sind die langen Verhandlungen also keine Erklärungen. Poulsen selbst, wie immer cool und geerdet, sagte, dass er sich durch die U21-EM nicht so gut habe erholen können. Noch steht kein einziger Treffer in dieser Saison auf seiner Habenseite. „Aber ich bin voll überzeugt davon, dass ich bald wieder treffe”, sagt der Däne. „Die Tore kommen bei mir immer in Serie.” Rangnick lobte, dass Poulsen „auch in Phasen, in denen es mal nicht so läuft”, nicht die Schuld bei anderen, sondern immer bei sich selbst suche. Da der Youngster die nötige Mentalität, Athletik und Entwicklungsfähigkeit vereint, ist er einer der Lieblingsschüler Rangnicks. 

Zusage ist wichtiger Baustein für Kaderplanung

Daher war die Zusage auch perspektivisch ein wichtiger Baustein für die Kaderplanung von RB Leipzig im Hinblick auf die 1. Liga. Als nächstes werde sich Rangnick mit seinem Kapitän Dominik Kaiser an den Verhandlungstisch setzen, dessen Kontrakt 2016 endet. Sowohl RB als auch Kaiser wollen verlängern. Darüberhinaus läuft das Arbeitspapier von vier weiteren RB-Kickern zum Saisonende ab: Fabio Coltorti, Tim Sebastian, Georg Teigl und Stefan Hierländer. Alle übrigen Spieler haben längerfristige Kontrakte und Perspektive für die 1. Liga – eine komfortable Situation für RB Leipzig. Doch auch mit einigen jener Kicker, die noch über die Saison hinaus laufende Verträge haben, will sich Rangnick demnächst zusammensetzen. „Wir prüfen, ob die finanzielle Konstellation noch passt. Es gehört sich als Arbeitgeber, dass man ein paar Verträge anpasst, die noch in der 3. Liga geschlossen wurden”, sagte der Schwabe. (mz)