25 Nachwuchs-Nationalspieler

25 Nachwuchs-Nationalspieler: Talente von RB Leipzig auf dem Vormarsch

Leipzig - Agyemang Diawusie, kurz: Agy, ist derzeit kein Nachwuchs-Nationalspieler und kann sich so ganz auf seinen neuen Klub RB Leipzig konzentrieren. Während einige seiner Teamkollegen aus der U19 von RBL zu ihren Nationalteams reisten, blieb der gebürtige Berliner, der in diesem Sommer vom 1. FC Nürnberg zu Rasenballsport kam, in ...

Von Ullrich Kroemer

Agyemang Diawusie, kurz: Agy, ist derzeit kein Nachwuchs-Nationalspieler und kann sich so ganz auf seinen neuen Klub RB Leipzig konzentrieren. Während einige seiner Teamkollegen aus der U19 von RBL zu ihren Nationalteams reisten, blieb der gebürtige Berliner, der in diesem Sommer vom 1. FC Nürnberg zu Rasenballsport kam, in Leipzig.

Doch das Talent nutzte die Länderspielpause gewinnbringend. Beim jüngsten Test der ersten Mannschaft von RB Leipzig gegen den polnischen Erstligisten Pogon Stettin wechselte Ralf Rangnick den erst 17 Jahre alten Offensivspieler bereits in der 36. Minute für den verletzten Timo Mauer ein.

Diawusie, eigentlich auf dem rechten Flügel zuhause, machte seine Sache hervorragend, setzte sich immer wieder schnell und wendig von den robusten polnischen Innenverteidigern ab und war auch an Tor-Aktionen beteiligt. Nach dem Spiel äußerte sich RB-Cheftrainer und -Supervisor Ralf Rangnick lobend über die RB-Youngster. „Nur ein Tor hätte er noch erzielen können”, sagte Rangnick.

Agyemang Diawusie ist nur ein Spieler aus dem großen Reservoir von RB Leipzig, der in den kommenden Jahren für die erste Mannschaft interessant werden könnte. „Durch die Vielzahl der hochveranlagten Talente ist es nur eine Frage der Zeit, bis Spieler aus unserem Nachwuchs bei den Profis ankommen”, sagt Nachwuchsleiter Frieder Schrof.

RB-Talente ernten großes Lob

Aus dem starken 98er-Jahrgang ragen die U18-Nationalspieler Idrissa Touré (offensives Mittelfeld), Felix Beiersdorf (zentrales Mittelfeld) und Dominik Franke (Linksverteidiger) heraus. Alle drei kamen beim jüngsten Vier-Nationen-Turnier in der Türkei im DFB-Team zum Einsatz. Sturmtalent Renat Dadashov spielt ebenfalls bereits in der U19 bei RBL, ist aber erst 1999 geboren. Der Goalgetter mit aserbaidschanischen Wurzeln ist in dieser Woche mit der U17 des DFB zweimal gegen England aktiv (Mittwoch und Freitag).

In der U16 des DFB, die in Bautzen (Donnerstag) und Zittau (Samstag) zwei Länderspiele gegen Tschechien bestreitet, gibt die RBL-Fraktion bereits den Ton an. Mit vier Spielern stellen die Leipziger aktuell den größten Block im Team von Trainer Christian Wück. Der lobt im Interview mit dfb.de vor allem RBL-Spielmacher Erik Majetschak. „Er ist in diesem Jahrgang einer der absoluten Topspieler. In unserer Mannschaft plane ich ihn auf der Zehn ein”, sagt Wück und schwärmt: „Er hat alles, was man auf dieser Position benötigt: Torgefährlichkeit, gutes Passspiel und eine hervorragendes Orientierung – er ist unheimlich weit entwickelt.”

Im Gegensatz zu den meisten anderen RB-Talenten, die der Klub ab der U15 deutschlandweit scoutet – und dafür auch Kritik einstecken muss –, stammt Erik Majetschak aus der Region. Der Bad Lausicker ist der Sohn des früheren DDR-Oberliga-Spielers Dirk Majetschak, aktuell Präsident des Fußball-Verbandes der Stadt Leipzig. Und auch auf Erik Majetschaks Teamkollegen Elias Abouchabaka, Nicolas-Gerrit Kühn (alle U17) sowie Kilian Ludewig (U16) setzt Wück. „RB macht einen guten Job in der gesamten Jugendarbeit”, lobt der frühere Bundesligaspieler.

Ausbildung mit einheitlicher Philosophie

Und auch anderswo wird mittlerweile anerkannt, dass RB einen hervorragenden Job im Nachwuchs macht. Dieter Hoeneß sagte jüngst den Stuttgarter Nachrichten: „Ich war neulich bei einem Junioren-Länderspiel zwischen Österreich und Deutschland.

Die besten Spieler kamen auf der einen Seite von Red Bull Salzburg, auf der anderen von RB Leipzig. Ist das Zufall?” Wohl kaum. Stattdessen machte Hoeneß, dessen Sohn Sebastian als U16-Coach bei RB arbeitet, die Personalien Frieder Schrof und Thomas Albeck als Erfolgsgaranten aus. Beide Nachwuchsleiter hatten den VfB Stuttgart verlassen und waren zu Beginn des Jahres 2013 gemeinsam zu RB Leipzig gewechselt, wo sie die Talente allesamt mit einheitlicher Philosophie und seit Herbst 2015 unter perfekten Bedingungen im neu entstandenen Trainingszentrum ausbilden.

Inzwischen spielen bis auf die U23 alle 17 Nachwuchsteams in den höchst möglichen Spielklassen; mit Ausnahme der U16 (5.) stehen aktuell alle unter den Top Drei in ihren Ligen; insgesamt 25 Nachwuchs-Nationalspieler kann RBL mittlerweile vorweisen. Fehlt nur noch die Durchlässigkeit zu den Profis, wo es bisher nur der hauptsächlich beim VfL Bochum und für wenige Monate auch beim RBL-Nachwuchs ausgebildete Lukas Klostermann auf Pflichtspieleinsätze brachte.

„Wir sind ein Verein – gerade auch weil wir jung sind –, der nur darauf wartet, talentierte Nachwuchsspieler bei den Profis einsetzen zu können”, sagt Frieder Schrof. „Es gibt den klaren Willen des Vereins, dass wir uns nicht nur durch Neuzugänge verstärken, sondern besonders Spieler aus dem eigenen Nachwuchs fördern und ihnen das notwendige Vertrauen geben.” Beste Perspektiven also für Agyemang Diawusie & Co. (mz)