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Fußball  Fußball : "Was uns bleibt ist zu warten und zu hoffen"

Von Torsten Kühl 04.12.2020, 08:43
Auch Pia Stiemer (l.) aus dem RSK-Bambini-Team und D-Junior Pepe Bohndorf vermissen das Training im Freyburger Jahnsportpark.
Auch Pia Stiemer (l.) aus dem RSK-Bambini-Team und D-Junior Pepe Bohndorf vermissen das Training im Freyburger Jahnsportpark. Robert Jesswein

Freyburg/Mertendorf - Die Lage ist schwierig. In den hiesigen Sportvereinen ruht der Trainingsbetrieb. Selbst die vor einigen Tagen erlaubte Rückkehr zum Üben zumindest in Kleingruppen - vier bis maximal fünf Athleten plus Trainer/Betreuer - ist im Burgenlandkreis wegen der konstant hohen Inzidenzzahl sofort wieder abgeblasen worden (Tageblatt/MZ berichtete).

Die Weihnachtsfeiern fehlen

Besonders im Nachwuchsbereich befürchten die Verantwortlichen in den Sportgemeinschaften nun, dass einige ihrer Kinder nach der langen Zwangspause nicht mehr in die Vereine zurückkehren werden. „Wir hatten uns schon gefreut, dass es in kleinen Schritten wieder losgeht, aber nun bleiben ja leider alle Sportstätten gesperrt“, sagt der beim Fußballclub (FC) RSK Freyburg für den Nachwuchs zuständige Vizepräsident Robert Jesswein. Zwar halte man über die jeweiligen Whats App-Gruppen Kontakt, aber spezielle Aufgaben für das Heimtraining gebe man den Kindern und Jugendlichen nicht an die Hand, berichtet Jesswein, der selbst zusammen mit Stefan Förster und Ronny Hagge die D-Junioren seines Vereins betreut.

Demnächst wolle man wenigstens ein Online-Fifa-Turnier organisieren, „um den Draht zu unseren Talenten nicht zu verlieren“. Auch die Tatsache, dass in diesem Jahr die beliebten Weihnachtsfeiern nicht stattfinden können, die mit den Kindern zum Beispiel auf der Kegelbahn im Jahnsportpark in Freyburg durchgeführt wurden, mache die Situation nicht einfacher. „Den Sponsoren, die uns dafür immer Geschenke gespendet haben, geht es zurzeit ja auch nicht so gut. Wir haben jetzt allen Mitgliedern einen Weihnachtsbrief geschickt und eine FC-RSK-Maske beigelegt“, berichtet Robert Jesswein.

Vom Ehrenamt nicht zu leisten

Auch die Kicker der Sportvereinigung Mertendorf (SVM) haben eine große Nachwuchsabteilung. Und genau das stellt die SVM-Übungsleiter vor eine besondere Herausforderung in einer möglichen Übergangsphase auf dem Weg zurück zum geregelten Trainingsbetrieb. „Ich habe das mal durchgerechnet. Wir haben zurzeit acht Jugendteams mit etwa jeweils 16 bis 20 Kindern. Wenn das Kleingruppentraining wieder erlaubt sein wird, müssten wir 30 Trainingseinheiten anbieten, damit jedes Kind unseres Vereins wenigstens einmal pro Woche trainieren kann. Das ist von uns ehramtlich Tätigen gar nicht zu stemmen“, sagt SVM-Vorstandsmitglied Stephan Lifzik.

Im Frühjahr sei das noch besser möglich gewesen, weil man damals beide Plätze nutzen konnte. Nun aber sei man auf das Flutlicht angewiesen, und da könne man eben nur auf einem Platz trainieren. „Was uns bleibt, ist zu warten und zu hoffen.“ Vor März oder April werde sich an der derzeitigen Lage jedoch sicher nichts ändern, befürchtet Lifzik.