Fußball Fußball : Die Überraschungen im Pokal bleiben aus

Naumburg/Laucha - So liefen die beiden Partien der hiesigen Landespokalteilnehmer sowie der Herrengosserstedter, Bad Kösener und Mertendorfer im Burgenlandpokal.
LANDESPOKAL: BSC 99 Laucha - 1. FC Merseburg 1:4 (0:2). Die Sensation ist in der Glockenstadt ausgeblieben. Der klar favorisierte Oberligist aus Merseburg gab sich zu keiner Zeit des Spiels die Blöße und zeigte von Beginn an, wer in diesem Kräftemessen das Sagen hat. Dennoch zeigte sich Lauchas Trainer Ronny Starch nach der Partie nicht unglücklich über die Leistung seiner Elf: „Es war natürlich mühselig, 90 Minuten nur hinterherzulaufen, aber hätten wir den Kampf nicht so angenommen, dann hätte es auch zweistellig ausgehen können.“ Ein kleines Achtungszeichen setzte aber zunächst sein Team: Nach einer Ecke von Steven Walther konnte Lukas Wurster den Ball nicht konsequent genug klären, aber kein BSC-Spieler nutzte diese Unachtsamkeit. Dann gingen die Gäste verdient in Führung: Über mehrere Stationen kam der Ball zu Sebastian Dräger, der zum 0:1 einschoss (18.). Kurz vor der Halbzeit bauten die Merseburger mit „einem verunglückten Kunststück“, wie Starch es bezeichnete, ihren Vorsprung aus. Eine Flanke von Danny Wagner schlug unhaltbar für Tobias Schöneburg im langen Eck ein (43.).
Im zweiten Spielabschnitt zeigten sich die Gäste ein ums andere Mal vor dem Lauchaer Tor zu verspielt. In der 65. Minute war es dann der aus Reinsdorf stammende Ricky Bornschein, der Übersicht bewies und vor Schöneburg noch einmal quer legte. Martin Ludwig bedankte sich und es stand 0:3 (65.). Nach einer aus BSC-Sicht schmeichelhaften Freistoßentscheidung, da Lucas Sielaff sich in dieser Aktion einen Cut einfing und ausgewechselt werden musste, fiel dann das 0:4. Ricky Bornschein berührte wohl den Ball noch mit dem Kopf und wurde als Torschütze gemeldet (74.). Die Glockenstädter gaben sich aber nicht auf und belohnten sich noch. Thomas Elste setzte sich schön durch und schob zum Ehrentreffer für seine BSC-Elf ein.
SC Naumburg - SSC Weißenfels 2:3 (0:2). „Schade, wir sind für unsere starke zweite Halbzeit am Ende leider nicht belohnt worden“, sagte Naumburgs Trainer Matthias Krause nach dem Pokalausscheiden gegen den Verbandsligisten aus Weißenfels. Dieses Ausscheiden hätte man aufgrund des Klassenunterschieds und dann auch noch ob des vermeintlich klaren Pausenstands auch erwarten können, stand aber Mitte der zweiten Hälfte arg auf der Kippe.
Zunächst waren die Naumburger gut in die Partie gekommen und trugen bereits in Hälfte eins zu einem sehenswerten Spiel bei. Philipp Döring mit einem gerade noch geblockten Schuss und Marcel Müller, dessen Versuch von einem Weißenfelser per Kopf von der Linie geholt wurde, hatten da jeweils nach einem Konter die SCN-Führung auf dem Fuß. Aber auch die Gäste kamen zu etlichen Chancen und waren dem 0:1 bereits sehr nahe, als Christopher Luther per Freistoß nur den Pfosten traf. In der 27. und 41. Minute schossen die Gäste dann zwei blitzsaubere Tore. Dem 0:1 durch Nicolai Goll ging eine schöne Kombination auf der rechten Seite über Max Pfannschmidt und Sebastian Petrick voraus, und das 0:2 von Tom Unholzer bereitete Goll vor, indem er den Ball stark im Strafraum behauptet hatte.
Nach dem Wechsel griffen die Naumburger früher an, was die Weißenfelser Hintermannschaft ein ums andere Mal in Verlegenheit brachte. Und die Domstädter holten auf! Erst verkürzte Lukas Storch nach schönem Zuspiel von Müller (51.), und eine Viertelstunde später gelang Steven Krumbholz mit dem schönsten Treffer des Tages der Ausgleich. Er nahm dabei einen Pass von Steven Villmann gekonnt mit der Brust an und schoss volley aus der Drehung unhaltbar zum 2:2 ins Netz.
Naumburg war nun am Drücker, wurde jedoch alsbald kalt erwischt. Christopher Luther hatte sich auf rechts durchgesetzt und stark zur erneuten SSC-Führung (78.) eingenetzt. „Das war ebenfalls ein sehenswerter Treffer. Das muss man anerkennen“, räumte Matthias Krause ein. Sein Team stemmte sich anschließend gegen die Niederlage, kam aber nicht noch einmal in die richtige Position, um die Verlängerung zu erzwingen. „Was ich gesehen habe, macht mir trotzdem Mut für die anstehenden Punktspiele“, so Krause weiter.
BURGENLANDPOKAL: SV Spora - ESV Herrengosserstedt 2:3 (2:2) n.V. Im Duell der ehemaligen Landesklassekontrahenten kamen die Gäste gleich gut ins Spiel und hatten Glück, als Sporas Torhüter beim Fernschuss von Markus Löhnert danebengriff und der Ball (10.) zum 0:1 einschlug. Auch danach machten die Herrengosserstedter Druck, konnten aber ihre Überlegenheit nicht in Torchancen ummünzen. Jedoch ließ man ab und zu Lücken, was sich rächte, als der Sporaer Jonas Dörfer in der Nachspielzeit der ersten Hälfte per Kopf ausglich.
Nach dem Seitenwechsel blieb der ESV dominant und ging durch den gerade eingewechselten Elias Meyer (68.) in Führung. Doch im direkten Gegenzug glichen die Hausherren abermals aus. Eddi Oberreich konnte einen Schuss zwar gerade noch von der Linie holen, aber der nachsetzende Jonas Dörfer (69.) traf zum 2:2, womit es dann auch in die Verlängerung ging. Hier wurde der gute Fitnesszustand der Herrengosserstedter deutlich. Man war überlegen, während Spora nur noch mit langen Bällen agierte. Als alle bereits mit einem Elfmeterschießen rechneten, fiel noch das goldene Tor. Philipp Herrmann traf mit seinem ersten Punktspieltreffer bei den Männern nach einem schon abgewehrten Schuss (115.) zum 2:3 und machte damit das verdiente Weiterkommen des ESV perfekt.
SG ZW Karsdorf - Blau-Weiß Bad Kösen 1:9 (0:2). „Die erste Halbzeit haben wir ein wenig verschlafen und das Spiel auch ein wenig zu leicht genommen, aber in der zweiten Halbzeit war dann aufgrund konditioneller Vorteile schon der Klassenunterschied erkennbar“, zog Bad Kösens Trainer Matthias Große nach dem Spiel ein Resümee. Jonas Porsche, der wie schon in der Vorwoche einen Dreierpack erzielen konnte, eröffnete in der 16. Minute den Torreigen. Seine weiteren Tore zum zwischenzeitlichen 0:6 und 0:7 fielen in 60. und 62. Minute. Marius Große besorgte mit dem schönsten Treffer des Tages den Halbzeitstand. Dabei setzte er zu einem Sololauf von der Mittellinie an, umkurvte noch den Torhüter und schoss ein (27.). Die weiteren Tore für die Gäste erzielten Oliver Eschrich (46., 83.), Kevin Gerber (48., 51.) sowie Stephan Fischer, der zuvor bereits in der zweiten Mannschaft aktiv war, zum 1:9-Endresultat (84.). Den zwischenzeitlichen Ehrentreffer für die Karsdorfer schoss Tom Eberling in der 78. Minute.
SV Mertendorf - SV Burgwerben 1:2 (1:1). Trotz arger Besetzungsprobleme schlugen sich die Mertendorfer gegen die eine Spielklasse höher agierenden Gäste wacker, und es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Die erste Möglichkeit hatte Burgwerben, aber Sebastian Zilse war im Tor zur Stelle. Auf der Gegenseite fiel dann das frühe 1:0. Nach Zusammenspiel mit Felix Bach schob Manuel Willem den Ball überlegt ein (12.). Eine unglückliche Elfmeterentscheidung bereitete den Ausgleich vor. Kevin Wagner bekam den Arm seines Gegenspielers ins Gesicht, fiel in die Beine seines Kontrahenten, und es gab Strafstoß. Maximilian Böhm verwandelte (30.).
Mit Anpfiff der zweiten Halbzeit hatte Morris Blumtritt die erneute SVM-Führung auf dem Fuß, aber er vergab. Auch dem zweiten Burgwerbener Treffer ging eine strittige Szene voraus. Dieses Mal wurde aus Sicht der Gastgeber Alexander Seyfarth gefoult, der Schiedsrichter entschied aber auf Weiterspielen, und wiederum Böhm nutzte dies zu seinen Gunsten (47.). Die Mertendorfer waren sichtlich aufgebracht, hielten aber ihren Ärger im Zaum. Es gelang ihnen jedoch kein weiteres Tor, so dass sie sich unglücklich aus dem Pokal verabschieden mussten. (hbo/maw/hob)




