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Basketballer aus Halle auf Vereinssuche

Basketballer aus Halle auf Vereinssuche: Wohin es Andreas Obst jetzt zieht

Halle (Saale) - Andreas Obst wird aktiv. „Ich muss kurz antworten“, sagt der Basketball-Nationalspieler und tippt auf sein Smartphone ein. Die Erklärung folgt währenddessen: „Ich will zum Final Four der EuroLeague und es ist sau schwer an Karten zu ...

Von Fabian Wölfling 12.05.2018, 09:10

Andreas Obst wird aktiv. „Ich muss kurz antworten“, sagt der Basketball-Nationalspieler und tippt auf sein Smartphone ein. Die Erklärung folgt währenddessen: „Ich will zum Final Four der EuroLeague und es ist sau schwer an Karten zu kommen.“

Die vier besten europäischen Basketballteams spielen am Pfingst-Wochenende in Belgrad den kontinentalen Titelträger aus. Dragan Jankovski, der serbische Agent von Obst, soll sich um die Karten für das Endturnier kümmern. Ob es gelingt, ist auch nach dem Nachrichtenaustausch noch nicht klar. „Aber wenn das nicht klappt, zieh ich mir einfach ein Trikot von einer Finalmannschaft über und schleich mich in die Halle“, scherzt Obst.

Andreas Obst: „Ich will international spielen“

Der Hallenser im Trikot einer europäischen Spitzenmannschaft? Was beim Gespräch in einem halleschen Café noch ein scherzhafter Gedanke ist, könnte bald tatsächlich Realität werden. Denn der nächste Karriereschritt soll Sachsen-Anhalts besten Basketballer zu einem Verein führen, der an einem europäischen Wettbewerb teilnimmt. Kurz: „Ich will international spielen“, betont Obst.

Verschiedene Interessenten gebe es bereits. Eine Tendenz auch. „Ich werde entweder in Deutschland oder in Spanien spielen“, kündigt der 1,91 Meter große Scharfschütze an. Aus beiden Ländern lägen Angebote vor. Zwar sagt Obst: „In Spanien zu spielen, ist ein Traum von mir.“ Entschieden ist aber noch nichts. „Ich lasse mir Zeit bei der Entscheidung, möchte das Angebot wählen, das am besten passt.“

Denn Obst will auch in seinem künftigen Team eine zentrale Rolle einnehmen. „Ich suche eine Mannschaft, der ich etwas geben kann, wo ich auch Spielzeit bekomme“, sagt der 21-Jährige.

Nationalspieler Obst verlässt Erfurt nach dem Abstieg

So wie zuletzt bei den Rockets aus Erfurt. Beim thüringischen Bundesligisten stand Obst in der abgelaufenen Saison unter Vertrag, wurde dort zum Kandidaten für die Nationalmannschaft. Im Schnitt spielte Obst 28 Minuten, erzielte knapp elf Punkte pro Partie.

„Das Jahr lief besser als erwartet. Ich habe viel Verantwortung bekommen und dann auch übernommen“, sagt Obst. Er sei ein kompletterer Spieler geworden. „Die Gegner kennen meine Wurfstärke und wollen mir das wegnehmen. Deshalb habe ich unter anderem an meinen Zug zum Korb gearbeitet.“

Wirklich zufrieden ging Obst trotzdem nicht aus der Saison. Denn während es für ihn persönlich glänzend lief, endete die Spielzeit für die Rockets enttäuschend. Ausgerechnet mit einer Derby-Niederlage gegen Jena rutschten die Erfurter am letzten Spieltag auf einen Abstiegsplatz. Nach nur einem Jahr geht es für die Rockets deshalb zurück in Liga zwei, der Abschied von Obst stand damit fest.

„Wir hatten gerade am Saisonanfang viele Verletzte“, sagt er. „Wenn die nicht gewesen wären, hätten wir ein, zwei Siege mehr geholt.“ Die Mannschaft könne daher trotz des Abstiegs erhobenen Hauptes aus der Spielzeit gehen.

Andreas Obst verzichtet auf Urlaub

Für Obst bedeutet das Ende der Saison übrigens noch lange keine Sommerpause. Denn Ende Juni geht es für die Deutsche Nationalmannschaft in der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2019 in Braunschweig gegen Österreich, Anfang Juli nach Serbien. Die Chancen stehen gut, dass für Nationalspieler Obst dann zu den bisher vier Länderspielen zwei weitere hinzukommen. „Ich habe mit dem Bundestrainer telefoniert“, sagt der Hochbegabte. „Bei den Lehrgängen bin ich auf jeden Fall wieder dabei.“

Dann wird er erstmals auch gemeinsam mit den deutschen NBA-Spielern auflaufen. Denn auch die US-amerikanische Profiliga pausiert im Sommer. Angekündigt hat sich etwa Aufbauspieler Dennis Schröder, der momentan beste deutsche Basketballspieler. „Darauf freue ich mich“, sagt Obst. „Ich kenne ihn noch nicht, habe aber viel Gutes gehört und glaube, dass ich von ihm lernen kann.“

Um bis zu den Länderspielen in Form zu bleiben, ist erstmal auch kein Urlaub geplant. Stattdessen will Obst individuell trainieren. „In Bamberg, mit einem Trainer von Brose.“ In der Jugendabteilung des amtierenden deutschen Meisters wurde er nach Anfängen beim USV Halle zum Profi-Basketballer geformt. Es war der erste Karriereschritt. Der nächste soll für Andreas Obst jetzt folgen.

(mz)