Automobilindustrie Zukunft von Autozulieferer scheitert an Immobilie
Thüringens Automobilindustrie durchläuft einen harten Strukturwandel. Immer wieder müssen Firmen aufgeben. In einem Fall aus Sonneberg wäre eine Rettung möglich gewesen - fast.

Erfurt/Sonneberg - Für den insolventen Automobilzulieferer Sonnplast Solutions GmbH in Sonneberg gibt es trotz potenzieller Investoren keine Zukunft. Er müsse 116 Mitarbeitern eine Kündigung aussprechen. Die Produktion werde voraussichtlich Ende März oder Anfang April eingestellt, teilte Insolvenzverwalter Kai Dellit mit.
Die Verhandlungen mit potenziellen Investoren seien letztlich daran gescheitert, dass sie wegen Investitionen in die Produktion die bisher gemietete Betriebsimmobilie kaufen wollten. Eine Einigung darüber mit dem Vermieter konnte laut Insolvenzverwalter nicht erzielt werden.
Drittes Insolvenzverfahren
„Ich bedauere außerordentlich, dass trotz aller Anstrengungen in den vergangenen knapp zwölf Monaten keine Lösung zum Erhalt des Standortes gefunden werden konnte“, sagte Dellit. Die Arbeitnehmer hätten unter schwierigen Bedingungen „einen sehr guten Job gemacht“. Für die Firma sei es bereits das dritte Insolvenzverfahren gewesen, das schließlich zum Aus führte.
Nach seinen Angaben stellt Sonnplast Komponenten aus thermoplastischen
Kunststoffen für die Automobilindustrie her. Die Firma geriet vor etwa einem Jahr erneut in wirtschaftliche Schieflage, weil die Auslastung der Produktionsanlagen zu gering war.
Mit Unterstützung der Hauptkunden sei seit Beginn des Insolvenzverfahrens intensiv nach Investoren gesucht, die zusätzliche Aufträge mitbringen konnten. Es haben Gespräche mit mehreren potenziellen Käufern gegeben.
Thüringens Automobilindustrie, die lange die umsatzstärkste Branche im Freistaat war, durchläuft seit Jahren einen harten Strukturwandel. Immer wieder müssen Firmen aufgeben oder Niederlassungen werden geschlossen.